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nischen Kontinente nicht zusammenzuhängen, denn die Lothungen zwischen jenem
und diesem ergaben eine Tiefe von 4115m (2250 Fad.) mit einer Bodentemperatur
von 0,8° C.; diese Tiefe und Temperatur entsprechen denjenigen des allgemeinen
Beckens des südlichen Stillen Oceans. Die Inseln St. Felix und St, Ambrose
hängen aber andererseits auch nicht mit der Juan Fernandez-Gruppe zusammen,
denn die Tiefen zwischen ihnen erreichen 3650m (2000 Fad.). Die ersteren
scheinen also als isolirte Berge von einem unterseeischen Plateau emporzusteigen.
Kapt. Mac Lear beschreibt St. Ambrose-I. als vulkanisch, sie besteht ganz aus
deutlich horizontal geschichteten Lavastreifen, welche in vertikaler Richtung
von Basaltsäulen unterbrochen sind; die Vegetation ist spärlich, auch fehlt
Wasser auf der Insel; obgleich sie von Secvögeln häußg besucht wird, kann
auf ihr kein Guano gesammelt werden, weil die Abhänge zu steil und schroff sind.
3. Für die Ansteuerung von Nukualofa auf Tongatabu!) durch
die Nord-Passage empfiehlt der Kommandant S. M. Kbt. „Nautilus; Korv.-
Kapt. Chüden, wiederholte Kreuzpeilungen der mit Palmen bewachsenen Inseln
Mallenoah und Tai, welche letztere das Kanonenboot in 6 Sm Abstand um-
steuerte. Kirche und Palast zu Nukualofa wurden von „Nautilus“ am 14. April 1880
bei günstiger Beleuchtung bereits auf 10 Sm Abstand gesichtet und die zur
Rechten und zur Linken gelegenen Riffe deutlich erkannt, ebenso vom Topp aus
mehrere der in dieser Gegend in den Karten als „several shoal patches about
here“ angegebenen Stellen mit hellerem Wasser. ?)
Die Inseln Mallenoah und Faffao gestatten gute Kreuzpeilungen, Nach
Angabe des Lotsen befindet sich '/2 Sm westlich von der Juno-Untiefe noch
eine andere; zwischen beiden Untiefen passirte das Schiff, ohne helleres Wasser
zu bemerken.
Das im Jahre 1873 von I. Br. M, S. „Dido“ in ca 3 Sm Abstand in NzW
von dem Nordende des Hauptriffes an der Nordseite der Insel Tongatabu ge-
sehene Dido-Rif wurde von S. M, Kbt, „Nautilus“ trotz günstigen Standes
der Sonne und guten Ausgucks nicht wahrgenommen.
4. Beschreibung des Riffes Petrie bei Neu-Caledonien.?) Nach
einem Bericht des Lieutenant Laguorre, Kommandant des französischen Schiffes
„te Curieux“ (s. „Not. hydrogr.“ No. 23, Paris 1879), ist die in den Karten
angegebene Position des Riffes Petrie annähernd richtig. Das Riff hat die
Form cines langen, nach Osten hin konvexen Streifens, Bei dem südlichen
Theile desselben befinden sich zwei Korallenbänke. Der nördliche "Theil
erstreckt sich in der Richtung Ost—West ungefähr 3 Sm und bildet auf diese
Weise mit den südlichen Bänken ein gröfseres Becken, welches mau während
der guten Jahreszeit als. Ankerplatz benutzen kann. Der Grund besteht aus
weifsem Sande, und die Wassertiefen nehmen allmählich gegen das Riff hin ab.
Der Ankerplatz ist in 18° 34‘ 20“ S-Br und 164° 20‘ 49“ O-Lg. In der Mitte
des Riffes befindet sich das Wrack des Schiffes „Jacques Cartier“ aus Toulon,
welches noch in sehr gutem Zustande angetroffen wurde. Nach den an Bord
vorgefundenen Karten mufs das Schiff in den ersten Tagen des Monats Juni 1879
gescheitert sein. . ;
5. Witterungserscheinungen während eines „Norders“ im
Nord-Atlantischen Ocean am 7. und 8. April 1880. Auf der Reise
S. M. S. „Medusa“ von Havana nach den Bermudas im April 1880, hatte der
Kommandant derselben, Korv.-Kapt. Matthesen, Gelegenheit, einen in dieser
Gegend und zu dieser Jahreszeit selten auftretenden „Norder“ in seinem Ver-
laufe zu beobachten.
. Nachdem in den Tagen vom 5. bis 7. April zwischen 30°—31° N-Br und
78°—74° W-Lg frische Winde aus West und SW geherrscht hatten, mit heftigen
Gewittern und strömendem Regen begleitet, sprang am 7. April 4 p. m. der
Wind plötzlich auf NNE bei steigendem Luftdruck und fallender Temperatur,
und nahm bis zur Stärke 9 zu. In nachstehender "Tabelle sind die während
dieses „Norders“ an Bord der „Medusa“ vierstündlich . angestellten Beob-
achtungen wiedergegeben.
‘) Vgl. „Ann. d, Hydr. etc.“, 1876, pag. 453.
) Vgl. a. a. O.
3) Vgl. „South Pacific Directory“, 1877, pag. 549.