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Tornados in Missouri und Illinois am
24. begleitet wurde, Die barometri-
schen Maxima zeigten meist cine Fort-
pflanzung ostwärts, vertheilten sich
aber in mehreren Fällen innerhalb des
Gebiets; einige waren bemerkenswerth
durch aufserordentliche Erniedrigungen
der Temperatur.
3. Das der Druckvertheilung ent-
sprechende Vorwalten südlicher Winde
in der ganzen Südosthälfte der Union
und nord westlicher am oberen Missouri.
Die aufserordentliche Häufigkeit
und.Ausdehnungzerstörender Tornados
in dem ganzen Gebiete zwischen dem
Oberen See, Kansas, der Mississippi-
Mündung und Georgia, besonders am
18., wo über 100 Menschen getödtet,
mehrere Hundert verwundet, viele
Ortschaften (Marshfield u. A.) völlig
zerstört und ein ungeheurer Schaden
an Eigenthum hervorgebracht wurde.
4. Die im Südosten zu hohe, im
Nordwesten zu niedrige Mitteltempe-
ratur des Monats und die verderb-
lichen Fröste vom 9.—12. in den Süd-
staaten. In Ohio und Pensylvanien
traten noch am Schlufs des Monats
Fröste auf. Auf dem Oberen See und
dem Red River des Nordens brach
die Eisdecke am 13.—16. Die Ab-
weichungen der Monatstemperatur von
der Normalen betrugen:
Canadische Küst.-Stat.
St. Lawrence-Thal. .
New-England . . .
Mitt]. atlant. Staaten .
Südl. »
1
Golfstaaten . . . .
Rio Grande-Thal . .
Ohio-Thal u. Tennessee
Region d. unteren Seen
» „ oberen Seen
Minnesota. . . .
Oberes Mississippi-Thal
Missouri-Thal . . .
Stationen im Felsengeb.
Stationen auf dem west-
lichen Plateau . — 0,8
Stationen an der paci-
fischen Küste. . — 1,0
5. Die aufserordentliche Regen-
menge in Californien, wo die Monats-
summe des Niederschlags das 3—6-
fache der Normalen betrug und be-
sonders :am 2.—4. und 20.—21,
Regengüsse von 50—150mm in 24
Stunden an zahlreichen Orten nieder-
gingen. Auch in dem Seengebiet und
dem St. Lawrence - Thale war die
Ann. &. Hydr., 1880, Heft VII (Juli).
in den letzten Tagen des Monats über
den britischen Inseln lag, bemerkens-
werth.
3. Die Abwesenheit von Stürmen
und das Vorwalten schwacher ver-
änderlicher Winde; südöstliche Winde
waren in Dänemark die häufigsten,
in Süddeutschland die seltensten; im
„wischenliegendeu Gebiet waren alle
Richtungen fast gleich häufig ver-
treten,
4. Die ziemlich milde Temperatur
des Monats und insbesondere die
große Wärme vom 15. bis zum 23,,
welche von einer beträchtlichen Ab-
kühlung am Schlufs des Monats gefolgt
war; in der Südosthälfte Deutschlands
und in Dänemark herrschten in den
letzten Tagen Nachtfröste. Die Ab-
weichungen des Monatsmittels der
Temperatur von der Normalen be-
irugen:
1. Nord- f a. östliches
jewtsches b. mittleres
Tiefland { c. westliches .
2. Mittel- ( a. östliches ,
deutsches b. mittleres ‘.
Hügelland ! c, westliches. -=-
a. Baiern. . .
x, Württemberg + 1,1
zz, Baden. . . — 0,2
d. linksrhein.Geb.
_ {Diedenhofen) - 0,7
4. Dänemark . . . 19
5. Niederlande . . 0°
a. nördl. 50
6. Ocsterzeich 3. mitt]. 4 DO
ec. südl. +4. 0,1
7 Schweiz. 0,0
5. Das weniger, als dem Monat
sonst eigen, veränderliche, zu Anfang
und Ende meist trübe und regnerische,
vom 13. bis 22. meist heitere und
trockene Wetter. Die monatliche
Niederschlagsmenge betrug ‘in der
Mark und Sachsen meist nur die Hälfte,
in Baden, Württemberg und Südbaiern
hingegen das 1!/2- bis 3fache der nor-