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(3) Der Teifun vom 20.—21. November 1879 wehte mit ungemeiner
Heftigkeit zu Manila am Abend und in der Nacht des 20. November 1879.
Schon am Morgen des 19. November erließ der Hafenkapitän Warnungen vor
dem herannahenden Teifun; das Barometer fiel vom Morgen des 19, November
bis Abend des 20, November von 762,4 bis 742,3mm; das Centrum’ des Teifuns
passirte südwärts von Manila mit einer Geschwindigkeit von 25m die Sekunde
oder 55 Sm die Stunde. Die Richtung der Bahn des Sturmeentrums scheint
Anfangs ESE—WNW und später SE—NW gewesen zu sein; wahrscheinlich hat
der Teifun die chinesische Küste bei Swatau oder Amoy berührt.
Anmerk. In den von dem „Königl. Niederländischen Meteorologischen
Institut“ zu Utrecht herausgegebenen „Reizen door de Chinesche Zee en het
Westelijk Gedeelte van den Noord Paecifie, en Onderzockingen aangaande Winde,
Zeenstroomingen etc. HEerste Deel“ (1879) ist eine Zusammenstellung der
Beobachtungen von Teifunen in den Jahren 1859 bis 1875 gegeben, auf welche
wir in einem späteren Artikel zurückkommen werden.
Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats April 1880
in Nordamerika und Centraleuropa.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Nach der „Monthliy Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung,
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
April 1880 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Centraleuropa.
1.. Der sehr gleichmäfsige, meist
um eine Kleinigkeit unter der Nor-
malen bleibende mittlere Luftdruck
im ganzen Gebiet (758—761mm). Die
monatliche Barometerschwankung war
am geringsten, und zwar viel geringer
als normal, am Ost- und Südrande
des Gebiets (Ostpreufsen 20 statt
29mm, Süddeutschland 15—20 statt
20 — 24mm), am gröfsten und etwas
größer als normal an der Nordsee-
küste (28mm).
2. Die außergewöhnlich grofse
Zahl, aber meist nur unbedeutende
Ausbildung und geringe Existenzdauer
der barometrischen Minima, welche
zum gröfßeren Theile nordwestlich
vom Gebiet gen NE vorüberzogen,
theils vom Ocean kommend, theils
auf den britischen Inseln oder der
skandinavischen Halbinsel entstehend.
Eine kleinere Anzahl zog südlich von
Centraleuropa vorüber, meist von
WSW nach ENE; nur wenige Minima
endlich traten im Gebiete selbst auf
(2., 4. und 17. April), Unter den
barometrischen Maxima ist nur das-
Jjenige, welches sich vom 10. bis zum
14. April von NW- nach SO-Europa
fortpflanzte und ein zweites, welches
2. Von den 14 barometrischen
Minima, welche auf den Wetterkarten
verfolgt werden konnten, kamen 6 von
der pacifischen Küste nördlich von
Californien, 4 entwickelten sich am
Ostabhang des Felsengebirges, 3 kamen
aus dem centralen britischen Amerika,
und 1 entstand am unteren Mississippi.
Von besonderem Interesse waren No. X,
das am 17. an der Westgrenze von
Kansas aus einem Ausläufer der De-
pression IX entstand und am 18,,
während es zum Oberen See zog, die
furchtbaren T’ornados südöstlich von
seiner Bahn hervorrief, und No. XIII,
welches von schweren Regen- und
Schneestürmen an der pacifischen
Küste am 20. und 21. und von heftigen