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Nach dieser Tabelle hat das Sturmcentrum bis zum Mittag des 19. September
in nordwestlicher Richtung zwischen den Ziu-kiu- und den Meiaco - Inseln sich
fortbewegt, sodann in fast direkt nördlicher Richtung witten zwischen ‘der
chinesischen Küste und der Insel Kiu-siw bis zum 20. September Mittags, wo es
westlich von der Insel Quelpart anlangte und dann, diese passirend, zwischen
Korea und Japan in ostnordöstlicher und später nordöstlicher Richtung bis zum
Nordende von Nipon sich fortbewegie. In dem mittleren Theile seiner Bahn
machten sich zwei Einbiegungen sehr deutlich bemerkbar, am 17. September
von Mittag bis Mitternacht und am 20. von 8" a, m. bis Mittag; in der Nähe
dieser Einbiegungen war das Fortschreiten des Teifuns ein langsameres. Die
durchschnittliche Geschwindigkeit desselben war 10 Sm die Stunde; die kleinste,
2,3 Sm, fand statt am 17. September um Mitternacht, die gröfste, 25 Sm, am
20. September 4* a, m.
Die ganze von dem Teifun vom 15. bis 22. September durchlaufene Bahn
hatte eine Länge von 1774 Sm.
Westlich von der Sturmbahn, dicht bei dem Gebiete einer starken De-
pression, zeigte sich in 20° N-Br, ferner bei Formosa und weiter nördlich bei
Shanghai bis 32° N-Br in dem Meridian von 122° Ost, eine deutlich und scharf
ausgeprägte Grenze des Teifungebietes, bei welcher an zwei einander nahe ge-
legenen Stellen fast zu gleicher Zeit Windstärken von verschiedenen Graden auf-
traten. So erfuhr z. B. das amerikanische Schiff „Resolute“, Kapt. Nickels, am
16. September 6* p.m., östlich von Formosa, in 22° 55‘ N-Br und 122° 0‘ O-Lg
ein plötzliches Zunehmen des nördlichen Windes von Stärke 6 bis 10. Weiter
südlich und in offener See hatten zwei Schiffe, die britische Bark „Berwickshire*,
Kapt. W. Nott, und die deutsche Bark „Balthasar“, Kapt. E. C. Fulda, am
16. September gegen Mittag, zwischen 20° und 21° N-Br und 122'%2°—12314°O-Lg,
verschiedene Windstärken, die erstere einen NW-Sturm von Stärke 10 und die
zweite einen nur mäfsigen Nordwind von Stärke 5, Weiter nach Norden, nördlich
von Shanghai, erfuhr das chinesische Schiff „Appin“, Kapt. Anderson, auf
der Reise von Tschifu nach Shanghai vom 19. bis 20. September, zwischen
30°—3242° N-Br in 123° O-Lg, einen heftigen Sturm aus NE durch Nord bis
NNW mit Stärke 10—12, mit dem niedrigsten Luftdruck von 741,7mm, am
Mittag des 20. September (s. pag. 376), während das Schiff „Hankwing“,
welches nur 4 Stunden später den Hafen von Tschifu verlassen hatte, kein
stürmisches Wetter, aber denselben niedrigen Luftdruck antraf.
Für die Tage vom 17. bis 20. September, während deren der Teifun am
heftigsten wüthete, liegen auch die meisten Beobachtungen von Schiffen vor,
die mehr oder weniger in den Bereich des Teifuns gelangt waren.
Am 17. September Mittags befanden sich die beiden Schiffe „Berwickshire“
und „Gold- Hunter“ ganz nahe bei einander in ca 21! 2° N-Br und 126° O-Lg,
also südsüdwestlich vom Sturmcentrum; beide Schiffe hatten einen Sturm von
Stärke 11 bezw. aus WSW und NNW und den niedrigen Barometerstand von
740 resp. 738mm, welcher bis zum 18. September gegen Mitternacht anhielt,
wobei der Wind mehr südlich drehte.
„Balthasar“, am Mittag des 17. September in 21° 9‘ N-Br und 123° 54‘
O-Lg, hatte an diesem Tage einen heftigen Sturm aus WNW, 9—10, zu bestehen,
der ebenfalls bis Mitternacht September 18/19 anhielt, mit sich nach West
und SW drehendem Winde. Am Abend des 17. bis zum Nachmittag des
18. September hielt sich das Aneroid auf dem niedrigen Stande von
747—748 mm.
„Resolute“ (in ca 23° N-Br und 122!/4° O-Lg) bestand den Teifun als
einen sehr heftigen Nordsturm, in Stärke 10—12, mit rasch abnehmendem Luft-
druck (nach Angabe des Aneroids von 11" a.m. am 17. September bis Mitter-
nacht von 754,5—745,5 mm).
Am 18. und 19. September war das Sturmcentrum fast ringsum von
Schiffen umgeben; die auf den in gröfseren Entfernungen befindlichen Schiffen
beobachteten Winde waren leicht und nach dem Centrum hin gerichtet. Drei
Schiffe, „Stag Hound“, „Cannon Harrison“ und „Black Adder“, hatten in diesen
DE am meisten von dem Teifun zu leiden und erfuhren zum Theil schwere
avarie.