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gerieth „Ceres“ in den Stillengürtel, in dem sie nicht weniger als 13 Tage fest-
gehalten wurde. Am 7. April gelang es, in 1,3° N-Br und 22,2° W-Lg den
SE-Passat zu erfassen, der das Schiff am nächsten Tage in 23° W-Lg über den
Aequator führte. Die Zurücklegung der Strecke von New-York bis zu diesem
Punkte, auf welcher 30° N-Br in 30° W-Lg am 12, März, 20° N-Br in 25,3° W-Lg
am 19. März und 10° N-Br in 23,5° W-Lg am 22. März geschnitten wurde, hatte
51 Tage erfordert.
Der in der Nähe des Aequators nur leicht auftretende SE-Passat wehte
südlich von 2° S-Br in erwünschter Stärke; er wurde wieder schwächer, nach-
dem 14° S-Br überschritten worden war, und endete in 21,5° S-Br und
32,7° W-Lg, wo Windstille eintrat. Auf die Stille folgte frischer NE-Wind und
einige Tage später kräftiger Westwind. Kapt. Koop ließ bei dieser Gelegen-
heit einen sehr östlichen Kurs steuern und gerieth in 32,4° S-Br und 17° W-Lg
wieder in einen mehrere Tage anhaltenden südöstlichen Wiud, dessen ver-
„ögernden Einflufs man vielleicht auf einem mehr südlichen Kurse vermieden
hätte. Erst mit dem darauf folgenden NE-Wind konnte wieder ein einiger-
mafßen befriedigender Fortgang erzielt werden. Am 5. Mai überschritt „Ceres“
in 38,1° S-Br den Meridian von Greenwich. Es waren nun 27 Tage seit dem
Passiren der Linie verflossen und in dieser Zeit 10° S-Br in 30° W-Lg am
12. April, 20° S-Br in 32,5° W-Lg am 16. April und 30° S-Br in 21,7° W-Lg
am 23, April gekreuzt worden.
Beim Ablaufen der Länge hielt „Ceres“ sich zwischen 38° und 39° S-Br;
es wurde dort sehr stürmisches Wetter und, wenn auch vorherrschend west-
licher, doch an mehreren Tagen auch östlicher Wind angetroffen. Am 3. Juni,
29 Tage später als östliche Länge erreicht worden war, kreuzte die Bark in
38,5° S-Br den Meridian von 80° Ost.
Einigermafsen günstige Gelegenheit traf „Ceres“ auf dem Wege zum
Passatgebiet. Die Winde wehten für mehrere Tage kräftig aus West, und aus
ganz leisem südwestlichem Zuge, der in der Nähe von 30° S-Br und 100° O-Lg
für 2 Tage herrschte, entwickelte sich der Passat. Die Strecke zwischen
28° und 14° S-Br wurde bei kräftigem beständigem Winde in kurzer Zeit
zurückgelegt. Nachdem aber der SE-Passat der Regel zuwider schon in 13,5° S-Br
und 106,5° O-Lg ein Ende genommen hatte und dafür zuerst nordöstliche,
bald aber veränderliche westliche Briese eingetreten war, war der Fortgang der
Reise wieder nur ein sehr langsamer. Am 25. Mai kam die Küste von Java
in Sicht, am 28. Mai befand man sich nahe bei Java Head, und am 5. Juli,
nach 139tägiger Reise von New-York, ankerte „Ceres“ auf der Rhede von
Singapore. Auf dem Wege von 70° O-Lg zur Sunda-Strafse war 30° S-Br in
100° O-Lg am 10, Juni, 20° S-Br in 106,2° O-Lg am 15. Juni und 10° S-Br in
107,1° O-Lg am 21. Juni geschnitten worden.
Von Singapore versegelte „Ceres“ nach Bangkok, wo eine Ladung Reis
eingenommen wurde, Am 26. Oktober stand die Bark auf der Rückreise wieder
am südlichen Eingange der Sunda-Straßse. Bei leichten veränderlichen Ost-
winden erreichte man von hier in 5 Tagen in 12° S-Br und 98° O-Lg das
Gebiet des regelmäfsigen SE-Passats, der sich auf der Strecke zwischen 13° S-Br
in 96° O-Lg und 22° S-Br in 73° O-Lg als ein kräftiger beständiger Wind
erwies. In 23,4° S-Br und 68,6° O-Lg kam man an die polare Grenze des
Passatgebietes. Südlich desselben wurde die Bark zunächst durch sehr leichte
Winde und Stille längere Zeit aufgehalten, später hatte sie mäfsige, umlaufende,
ihrer Richtung nach aber meist günstige Winde; erst westlich von 30° O-Lg
wurde Westwind von längerer Dauer gefunden, „Ceres“ kreuzte 10° S-Br in
99° O-Lg am 29. Oktober, 20° S-Br in 80,5° O-Lg am 6. November und 30° S-Br
in 43° O-Lg am 29. November, ferner den Meridian von 90° Ost in 15,9° S-Br
am 3. November und den von 60° Ost in 24,8° S-Br am 19. November.
Bei der Umsegelung des Kap der guten Hoffnung wurden wiederholt
Weststürme angetroffen, doch waren dieselben nicht von langer Dauer und nicht
übermäfsig schwer. Am 17. Dezember kreuzte „Ceres“ in 36,5° S-Br den
Meridian der Kapstadt, und am 24. Dezember wurde in 9,5° O-Lg bei kräftigem
SW-Winde der Parallel von 30° Süd überschritten; 25 Tage hatte die Bark
sich südlich von demselhen aufgehalten.