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westlicher endeten, waren zu überstehen; sie traten so heftig auf, dafs die Bark
wiederholt zum Beidrehen gezwungen wurde. Der stärkste, von einem niedrigsten
Luftdruck von 745,6 mm begleitete Sturm ereignete sich in 44,5° S-Br und
103° O-Lg am 6. und 7. April. Der Verlauf dieses Theils der Reise war
folgender: 90° O-Lg wurde in 44,0° S-Br am 1. April, die Länge des Kap
Leeuwin in 45,2° S-Br am 10. April und die des Südkaps von Tasmania in
45° S-Br am 19. April überschritten,
Einen zwischen Australien und Neu- Seeland nach NO führenden Kurs
verfolgend, fand man nördliche und westliche Winde bis nach 37° S-Br in
160,2° O-Lg. Nicht weit von diesem Punkte drehte sich der Wind durch Süd
nach SE, um aus letzterer Richtung kräftig und beständig bis nach 22,5° S-Br
in 164,5° O-Lg, also bis in geringe südliche Entfernung von der Insel Neu-
Caledonien, zu herrschen. Hier sank der Wind zum gauz leisen Zuge herab, lief
dann durch Nord nach West und hielt die Bark mehrere 'l’age in Sicht des hohen
Landes fest. Nachdem man nördlich gut frei von der Insel gekommen war,
kam leichter nordöstlicher Zug durch, der aber nur wenig beständig und
wiederholt von Windstille unterbrochen war. Die Bark sogelte zwischen der
südöstlichen Insel der Salomons-Gruppe und dem Santa Cruz-Archipel nach
Norden. AuclKi nördlich von diesen Inseln herrschte NE-Wind, der aber noch
schwächer und unbeständiger war als weiter südwärts, und so wurde in der
That im Norden von 20° S-Br keine Spur von einem SE-Passat gefunden. Am
22. Mai stand „Batavia“ in 160,7° O-Lg auf der Linie, in deren Nähe ein mit
bedeutender Schnelligkeit nach Westen laufender Strom heobachtet wurde.
Vorher war 40° S-Br in 159° O-Lg am 22. April, 30° S-Br in 163,5° O-Lg am
27. April, 20° S-Br in 162° O-Lg am 5. Mai und 10° S-Br in 164,2° O-Lg am
14. Mai gekreuzt worden.
In nördlicher Breite fand man den SE-Wind, der im Süden der Linie
gefehlt hatte. Er wehte frisch und beständig bis nach 5,7° N-Br in 160° W-Lg,
dann erhielt man nach einigen Wochen der Windstille NE-Passat, der, zwar
nur leicht, aber doch beständig wehend, „Batavia“ bis nach 24° N-Br und
144° O-Lg führte.
Nördlich vom Gebiete des NE-Passats wurde die Reise wieder an
mehreren Tagen durch Windstille und leisen südlichen Zug verzögert, bis
endlich in 24,8° N-Br und 143° O-Lg ziemlich frischer und beständiger SW-Wind
durchkam, mit dem der letzte Theil des Weges zurückgelegt wurde. Am
16. Juni kam die Küste Japans in Sicht, und am nächsten Tage wurde im
Hafen von Yokohama geankert. Die Dauer der Reise vom Kanal ab betrug
161 Tage. Auf dem letzten, nördlich der Linie liegenden Theil derselben war
10° N-Br in 156,2° O-Lg am 28, Mai, 20° N-Br in 149,5° O-Lg am 3. Juni und
30° N-Br in 137,3° O-Lg am 13. Juni gekreuzt worden.
Nachdem in Yokohama ein Theil der Ladung gelöscht worden war, ging
„Batavia“ am 24, Juni wieder in See, um die Reise nach dem in Kamtschatka
gelegenen Hafen Petropawlowsk fortzusetzen. Man traf auf dem Wege dahin bis
in die Nähe von 42,5° N-Br in 149° O-Lg vorherrschend mäfßige ESE-Winde,
nördlich von diesem Punkte frischere SW-Winde und, nachdem 50° N-Br über-
schritten worden war, meist nordöstliche Winde. Einen sehr heftigen Sturm
aus letzterer Richtung erlebte man am 7. Juli in Sicht der Küste Kamtschatka’s,
Das Barometer erreichte während desselben mit 738,0mm seinen niedrigsten
Stand. „Batavia“ kreuzte 40° N-Br in 146° O-Lg am 28. Juni und 50° N-Br
in 158,5° O-Lg am 5. Juli und ankerte am 9. Juli nach 15tägiger Reise in der
Awatscha-Bai,
Nach Entlöschung der Ladung sogelte „Batavia“ nach dem an der
Küste Sibiriens gelegenen Urt Ajan, um dort Bauholz zu laden, welches nach
Petropawlowsk zu bringen war. Am 29. Juli wurde bei südwestlichem Winde
die Reise angetreten, am 2, August bei nördlichem Winde die Amphitrite-Strafse
passirt und in das Ochotskische Meer eingesegelt. In demselben wurden mäßige
West- und NE-Winde angetroffen, mit deren Hülfe „Batavia“ am 20. August,
nach 22tägiger Reise, zum Bestimmungsplatz gelangte.
Am 8. September trat die Bark die Retourreise nach der Awatscha-Bai
an. Auf dieser Fahrt hatte man im Ochotskischen Meer zwei schwere NE-Stürme
zu überstehen, vorherrschend waren indessen westliche Winde. Am 17. September