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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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wurde, erreichte „Gottlieb“ am 20. Oktober in 24° N-Br und 21° W-Lg das 
Gebiet des Passats. ‘Dieser wehte nur flau, und schon in 11° N-Br und 
20,2° W-Lg gelangte die sich östlich von der Kap Verde-Gruppe haltende 
Brigg zu seiner äquatorialen Grenze. Nachdem dieselbe überschritten war, 
gerieth „Gottlieb“ in ein Gebiet der Windstille und des ganz leisen südöstlichen 
Zuges, welches zu durchsegeln, da auch der angetroffene Oststrom fast immer 
nördliche Richtung mit hatte, eine sehr lange Zeit erforderte. Am 27. November 
befand man sich in Sicht vom Kap Palmas. Auch hier trat noch keine Ver- 
änderung in den so sehr ungünstigen Verhältnissen ein. Erst in 7° W-Lg und 
3,5° N-Br kam leiser Zug aus Süd durch, der allmählich etwas auffrischte, 
dann nach SSW lief und von der Zeit an einen rascheren Fortgang ermöglichte. 
Am 7. Dezember erreichte „Gottlieb“ nach 6ltägiger Reise die Rhede von Lagos. 
Am 25. Dezember trat die Brigg die Heimreise nach Hamburg an. Da 
Kapitän und Steuerleute beim Beginn der Reise krank waren — der zweite 
Steuermann starb am 9. Januar 1880 —, konnte indessen erst am 2, Februar 
in 17° N-Br und 35,5° W-Lg wieder mit der Führung des meteorologischen 
Journals begonnen werden. Der Wind wehte an diesem und dem folgenden 
Tage mäfsig stark aus NW, später folgte Nordwind, mit welchem man bis nach 
21° N-Br in 33,5° W-Lg gelangte. Nachdem es hier während einiger Wachen 
windstill gewesen war, setzte Ostwind ein, der die Brigg nach 32° NBr und 
32° W-Lg führte. An diesem Orte erhielt man frischen NW-Wind. Derselbe 
trat an mehreren Tagen stürmisch auf; aber schon in 41° N-Br wurde abermals 
und für längere Zeit Wind aus östlicher Richtung herrschend. 
Am 3. März 1880 erreichte „Gottlieb“ nach 69tägiger Reise die Mündung 
des Kanals. Vorher war 20° N-Br in 34,5° W-Lg am 4. Februar, 30° N-Br in 
34,4° W-Lg am 12. Februar und 40° N-Br in 30,4° W-Lg am 18. Februar 
yekreuzt worden. 
5. Reise der Hamburger Bark „Batavia‘, Kapt. C. Haesloop. 
Am 7. Januar 1879, während eines schweren Sturmes aus Osten, verlief 
die nach Yokohama bestimmte Bark „Batavia“ den Kanal. Schon am nächsten 
Tage lief der Wind um nach Westen, und längere Zeit hindurch konnte nur ein 
sehr langsamer Fortgang erzielt werden. Am 20. Januar befand die Bark sich 
erst in 43,8° N-Br und 12,8° W-Lg. Hier setzte nach einer Windstille von 
kurzer Dauer nordöstlicher Wind ein, und von dieser Zeit an nahm die Reise 
ginen rascheren Verlauf. 
Der Passat, dessen Nordgrenze 23° N-Br in 24° W-Lg zu liegen schien, 
wehte kräftig bis nach 6° N-Br. In 4,5° N-Br und 24,2° W-Lg betrat man den 
Stillengürtel, in welchem erst nördliche, dann südliche Mallung vorwaltete. 
„Batavia“ brachte in demselben 5 Tage zu und erreichte dann in 0,7° N-Br 
and 25,9° W-Lg das Gebiet des SE-Passats, der die Bark am 11. Februar in 
27° W-Lg über den Aequator führte. Auf der Sirecke vom Kanal bis zu 
diesem Punkte waren 35 Tage zugebracht und in dieser Zeit 40° N-Br 
in 15,5° W-Lg am 22. Januar, 30° N-Br in 19,1° W-Lg am 25. Januar, 
20° N-Br in 25° W-Lg am 31. Januar und 10° N-Br in 25,2° W-Lg am 
4. Februar gekreuzt worden. 
Im Südatlantischen Ocean wehte bis nach 16° S-Br kräftiger Passat, 
dort wurde er schwächer und unbeständiger. Sein Gebiet erstreckte sich bis 
nach ungefähr 24° S-Br in 31° W-Lg; weiterhin folgte leichter Wind, der 
langsam rechtsdrehend durch alle Striche der Rose lief, indessen am längsten 
wieder aus östlicher Richtung wehte. Südlich von 33,5° S-Br traten kräftige 
nordöstliche und nördliche Winde auf, die „Batavia“ bis zum ersten Meridian 
führten. Nachdem man 10° S-Br in. 31,5° W-Lg am 15. Februar, 20° S-Br in 
31,8° W-Lg am 19. Februar und 30° S-Br in 29° W-Lg am 27. Februar gekreuzt 
hatte, wurde am 9. März in 41° S-Br von westlicher Länge in östliche über- 
gegangen; 26 Tage vorher war der Aequator verlassen worden. 
Beim Ablaufen der Länge hielt „Batavia“ sich zwischen 44° und 45° S-Br. 
Die hier angetroffenen Winde wehten vorherrschend aus nordwestlicher Richtung, 
indessen war das Auftreten östlicher Winde auch durchaus kein seltenes. 
Mehrere Stürme, welche jedesmal aus nördlicher Richtung begannen und aus
	        
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