363
wurde, erreichte „Gottlieb“ am 20. Oktober in 24° N-Br und 21° W-Lg das
Gebiet des Passats. ‘Dieser wehte nur flau, und schon in 11° N-Br und
20,2° W-Lg gelangte die sich östlich von der Kap Verde-Gruppe haltende
Brigg zu seiner äquatorialen Grenze. Nachdem dieselbe überschritten war,
gerieth „Gottlieb“ in ein Gebiet der Windstille und des ganz leisen südöstlichen
Zuges, welches zu durchsegeln, da auch der angetroffene Oststrom fast immer
nördliche Richtung mit hatte, eine sehr lange Zeit erforderte. Am 27. November
befand man sich in Sicht vom Kap Palmas. Auch hier trat noch keine Ver-
änderung in den so sehr ungünstigen Verhältnissen ein. Erst in 7° W-Lg und
3,5° N-Br kam leiser Zug aus Süd durch, der allmählich etwas auffrischte,
dann nach SSW lief und von der Zeit an einen rascheren Fortgang ermöglichte.
Am 7. Dezember erreichte „Gottlieb“ nach 6ltägiger Reise die Rhede von Lagos.
Am 25. Dezember trat die Brigg die Heimreise nach Hamburg an. Da
Kapitän und Steuerleute beim Beginn der Reise krank waren — der zweite
Steuermann starb am 9. Januar 1880 —, konnte indessen erst am 2, Februar
in 17° N-Br und 35,5° W-Lg wieder mit der Führung des meteorologischen
Journals begonnen werden. Der Wind wehte an diesem und dem folgenden
Tage mäfsig stark aus NW, später folgte Nordwind, mit welchem man bis nach
21° N-Br in 33,5° W-Lg gelangte. Nachdem es hier während einiger Wachen
windstill gewesen war, setzte Ostwind ein, der die Brigg nach 32° NBr und
32° W-Lg führte. An diesem Orte erhielt man frischen NW-Wind. Derselbe
trat an mehreren Tagen stürmisch auf; aber schon in 41° N-Br wurde abermals
und für längere Zeit Wind aus östlicher Richtung herrschend.
Am 3. März 1880 erreichte „Gottlieb“ nach 69tägiger Reise die Mündung
des Kanals. Vorher war 20° N-Br in 34,5° W-Lg am 4. Februar, 30° N-Br in
34,4° W-Lg am 12. Februar und 40° N-Br in 30,4° W-Lg am 18. Februar
yekreuzt worden.
5. Reise der Hamburger Bark „Batavia‘, Kapt. C. Haesloop.
Am 7. Januar 1879, während eines schweren Sturmes aus Osten, verlief
die nach Yokohama bestimmte Bark „Batavia“ den Kanal. Schon am nächsten
Tage lief der Wind um nach Westen, und längere Zeit hindurch konnte nur ein
sehr langsamer Fortgang erzielt werden. Am 20. Januar befand die Bark sich
erst in 43,8° N-Br und 12,8° W-Lg. Hier setzte nach einer Windstille von
kurzer Dauer nordöstlicher Wind ein, und von dieser Zeit an nahm die Reise
ginen rascheren Verlauf.
Der Passat, dessen Nordgrenze 23° N-Br in 24° W-Lg zu liegen schien,
wehte kräftig bis nach 6° N-Br. In 4,5° N-Br und 24,2° W-Lg betrat man den
Stillengürtel, in welchem erst nördliche, dann südliche Mallung vorwaltete.
„Batavia“ brachte in demselben 5 Tage zu und erreichte dann in 0,7° N-Br
and 25,9° W-Lg das Gebiet des SE-Passats, der die Bark am 11. Februar in
27° W-Lg über den Aequator führte. Auf der Sirecke vom Kanal bis zu
diesem Punkte waren 35 Tage zugebracht und in dieser Zeit 40° N-Br
in 15,5° W-Lg am 22. Januar, 30° N-Br in 19,1° W-Lg am 25. Januar,
20° N-Br in 25° W-Lg am 31. Januar und 10° N-Br in 25,2° W-Lg am
4. Februar gekreuzt worden.
Im Südatlantischen Ocean wehte bis nach 16° S-Br kräftiger Passat,
dort wurde er schwächer und unbeständiger. Sein Gebiet erstreckte sich bis
nach ungefähr 24° S-Br in 31° W-Lg; weiterhin folgte leichter Wind, der
langsam rechtsdrehend durch alle Striche der Rose lief, indessen am längsten
wieder aus östlicher Richtung wehte. Südlich von 33,5° S-Br traten kräftige
nordöstliche und nördliche Winde auf, die „Batavia“ bis zum ersten Meridian
führten. Nachdem man 10° S-Br in. 31,5° W-Lg am 15. Februar, 20° S-Br in
31,8° W-Lg am 19. Februar und 30° S-Br in 29° W-Lg am 27. Februar gekreuzt
hatte, wurde am 9. März in 41° S-Br von westlicher Länge in östliche über-
gegangen; 26 Tage vorher war der Aequator verlassen worden.
Beim Ablaufen der Länge hielt „Batavia“ sich zwischen 44° und 45° S-Br.
Die hier angetroffenen Winde wehten vorherrschend aus nordwestlicher Richtung,
indessen war das Auftreten östlicher Winde auch durchaus kein seltenes.
Mehrere Stürme, welche jedesmal aus nördlicher Richtung begannen und aus