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und dem von 100° W in 35,5° S-Br am 30. Juni gelangt, und hatte endlich
— zum zweiten Male — 40° S-Br in 109° W-Lg am 25. Juni, 30° S-Br in
90,5° W-Lg am 3. Juli und 20° S-Br in 81° W-Lg am 8, Juli überschritten.
Von Callao versegelte „Wega“ am 16. August nach /quique. Kapt. Mähl
hatte sich entschlossen, zur Ausführung dieser Reise den Durchstecher durch
das Passatgebiet zu machen, und wurde demzufolge, nachdem man frei von der
Küste gekommen war, voll und beim Winde nach Südwesten gesteuert. In
23,8° S-Br und 86,2° W-Lg war man an die Grenze des SE-Passats und gleich-
zeitig zum westlichsten Punkte, den die Bark auf dieser Reise erreichte, gekommen.
Bei sehr leichten veränderlichen Winden wurde nun ein östlicher Kurs verfolgt.
Vielleicht wäre es vortheilhafter gewesen, vorher noch etwas mehr Süd au-
zuholen, denn als man jetzt in 23,7° S-Br und 84° W-Lg wieder in das Passat-
gebiet gerieth, muflste noch, um nicht gleich zu viel Breite zu verlieren, wieder-
holt über St. B.-Bug gesegelt werden. Von 24° S-Br in 80° W-Lg an herrschte
vecht kräftiger Passat, der erst abschwächte, als „Wega“ die Nähe der Küste
erreichte. Am 6. September, nach 21tägiger Reise, wurde auf der Rhede von
Iquique geankert.
Am 11. Oktober trat „Wega“ die Heimreise nach einem englischen
Orderhafen an. Die Grenze des SE-Passats wurde jetzt in 32,5° S-Br und
38,5° W-Lg angetroffen, Nachdem sie überschritten war, fand man zuerst
mäfsige veränderliche Winde und dann südlich von 39° S-Br kräftige westliche
Winde, mit deren Hülfe in kurzer Zeit die Länge des Kap Horn erreicht wurde.
Nachdem 30° S-Br in 85° W-Lg am 19. Oktober, 40° S-Br in 91° W-Lg
am 30. Oktober und 50° S-Br in 85,5° W-Lg am 3. November gekreuzt worden
war, befand man sich am 8. November in der Nähe der Südspitze Amerika’s.
Im Atlantischen Ocean traten die Westwinde in geringerer Stärke auf,
als im Stillen Ocean. Sie waren anfänglich veränderlich in ihrer Richtung,
wehten aber nördlich von 47° S-Br vorzugsweise aus NW. Auf der Strecke
zwischen 31° und 25° S-Br wurden meist günstige Ostwinde angetroffen, des-
wegen konnte dieselbe von „Wega“ in verhältnifsmäfsig kurzer Zeit zurück-
gelegt werden. Ungleich schwieriger war es, weiter nördlich Breite gut zu
machen, wo sich der Wind, leicht wehend, beständig zwischen NNW und NNE
hielt. In der Nähe von 21° S-Br und 23,5° W-Lg herrschte an einem Tage
kaum merkbarer leiser Zug; dann setzte der SE-Passat ein, welcher rasch auf-
frischte und „Wega“ gegen den 14. Dezember in 26,4° W-Lg zum Aequator
führte. Auf der Strecke vom Kap Horn zum letzteren Punkte waren 36 Tage
zugebracht und in dieser Zeit 50° S-Br in 48° W-Lg am 13. November,
10° S-Br in 33,8° W-Lg am 20. November, 30° S-Br in 25,6° W-Lg am
27. November, 20° S-Br in 23,7° W-Lg am 7. Dezember und 10° S-Br in
25,6° W-Lg am 10. Dezember gekreuzt worden.
Nördlich von der Linie erstreckte sich der SE-Passat bis nach 3° N-Br
in 26,5° W-Lg. Im Stillengürtel traf man zuerst südliche, später veränderliche
nördliche Winde, während Windstille von nennenswerther Dauer nicht angetroffen
wurde. In 5,5° N-Br und 28,5° W-Lg kam NE-Passat durch, welcher bis nach
16° N-Br hin nur schwach und wenig beständig, dagegen nördlich von dieser
Breite als kräftiger beständiger Wind auftrat. In der Nähe von 30,5° N-Br in
36,5° W-Lg lag die polare Passatgrenze. Der mäfsig starke Wind drehte sich
zuerst nach SE und bald darauf durch Süd nach West. Nachdem aus der letzteren
Richtung kommende Winde die Bark nach 41° N-Br in 26,5° W-Lg geführt
hatten und eine dort herrschende, fast 2 Tage lang anhaltende Windstille über-
standen worden war, kam südöstlicher Wind durch, der „Wega“ bis zum Kanal
begleitete. Am 28, Januar 1880 wurde nach 108tägiger Reise der Hafen von
Falmouth erreicht. Die Zurücklegung der Strecke von der Linie bis zum Kanal
hatte 45 Tage erfordert, und war dort 10° N-Br in 32,5° W-Lg am 24. Dezember,
20° N-Br in 38° W-Lg am 30. Dezember, 30° N-Br in 36,7° W-Lg am
3. Januar, wie 40° N-Br in 278° W-Lg am 10. Januar geschnitten worden.
4. Reise der Hamburger Brigg „Gottlieb“, Kapt. P. C. A. 6, Dunckler.
Am 7, Oktober 1879 verliels die nach Lagos bestimmte Brigg „Gottlieb“
den Kanal, Veränderlicher Ostwind, der indessen fast immer in erwünschter
Stärke wehte, förderte die Reise, und, ohne dafs westlicher Wind angetroffen