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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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West durch Süd nach SE die Passatgrenze überschritt. Bis nach 14,2 S-Br 
in 112,6° O-Lg wurde man von mäßig starkem Passate begleitet. Dort er- 
hielt man flaue und .veränderliche Winde, deren vorherrschende Richtung im 
Süden von 10° S-Br eine südliche, näher den Sunda-Inseln ein westliche war. 
Am 10. Februar wurde die Küste von Java erblickt und am nächsten Tage 
bei mäfßsigem Westwinde die Lombock-Strafse durchsegelt, Vorher war 30° S-Br 
in 105° Ö-Lg am 28. Januar, 20° S-Br in 109,1° O-Lg am 1. Februar und 
10° S-Br in 114,8° O-Lg am 9. Februar gekreuzt worden. Am 12. Februar 
befand „Wega“ sich in der Sunda-See und steuerte dann bei frischem nord- 
westlichem Winde Kurs für die Salayer-Strafse, Am 13. Februar wurde diese, 
am 15. Februar die Boeton-Passage passirt. In der Molukken-See herrschte 
bis zur Insel Burw noch leichte, aber sehr unbeständige nordwestliche Briese, 
weiter nordwärts aber häufige Windstille oder ganz leiser nördlicher Zug. Am 
24, Februar überschritt „Wega“ in der Djülolo-Passage in 129,3° O-Lg den 
Aequator. ; 
In nördlicher Breite konnte‘ für längere Zeit bei den anhaltend aus 
nördlicher Richtung kommenden sehr leichten Winden und der ungünstigen 
Strömung nur schr langsamer Fortschritt gemacht werden, In 6,3° N-Br und 
131° O-Lg herrschte für einen Tag Windstille; auf sie folgte NE-Monsun, der 
bald auffrischte und bis nach 22° N-Br in 123° O-Lg wehte. Bei veränder- 
lichen Ostwinden segelte dann die Bark noch bis nach 27,5° N-Br in 122,6° 
O-Lg. Der übrige Theil der Reise, welcher zum gröfsten Theile durch das 
Gelb& Meer führte, mufste bei vorwiegend aus nordwestlicher Richtung kom- 
menden Winden zurückgelegt werden. Am 3. April, nach einer Reise, deren 
Daner vom Kanale ab 165 Tage betrug, erreichte „Wega“ den Hafen von 
ef 00, 
f Während der Jahre 1877 und 1878 vollendete die Bark eine Anzahl von 
Reisen zwischen Häfen Ostasiens, deren nähere Beschreibung an dieser Stelle 
einen zu grofsen Raum beanspruchen würde. 
Am 16. März 1879 trat „Wega“ von Rangoon aus eine Reise nach Callao 
an. Dieselbe begann bei leichtem, sich bis nach etwa 9° N-Br in 94,5° O-Lg 
erstreckendem Westwinde. Hier fand man mäfsig starken NE-Monsun, der 
„Wega* bis zur südlichsten der Nicobaren führte, worauf der Wind eine süd- 
östliche Richtung annahm und: als ziemlich beständige Briese bis nach 
3,5° N-Br in 90,5° O-Lg wehte. Südlich von diesem Orte hatte man 3 Tage 
gegen Windstille und Mallung. zu kämpfen; die Verhältnisse besserten sich erst 
wieder, nachdem in der Nähe von 3° N-Br und 91° O-Lg frischer Westwind 
angetroffen war, mit dem „Wega“ am 30. März in 92° O-Lg den Aequator 
kreuzte und dessen Gebiet sich bis nach 2° S-Br in 92° O-Lg erstreckte. Ein 
Strich, in welchem Stille und Mallung herrschten, begrenzte auch an der Süd- 
seite das Gebiet des Westwindes, und erst, als 3 Tage später 5° S-Br und 
93° O-Lg erreicht worden war, fand man den SE-Passat. Das Gebiet dieses 
Windes, der mäfsig stark und nicht sehr beständig auftrat, erstreckte sich bis 
nach 33° S-Br in 80,8° O-Lg. Südlich von diesem Punkte wurde noch wieder- 
holt frischer nordöstlicher Wind angetroffen, und erst in der Nähe von 
42° S-Br lief der Wind durch Nord nach NW. Sehr getäuscht wurde Kapt. Mähl 
nun aber in seiner Hoffnung, dafs der Westwind durchstehen würde, Es traten 
noch sehr häufig wieder Ostwinde auf, und erst, nachdem man in 178° W-Lg 
südlich von 48° S-Br gekommen war, wehten die Winde regelmäfsig aus west- 
licher Richtung. Wiederholt hatte man nun unter Stürmen zu leiden, doch 
war keiner derselben so schwer, dafs er zum Beidrehen zwang. Als schliels- 
lich wieder nach Norden aufgesteuert wurde, begleiteten westliche Winde die Bark 
bis in die Nähe von 25° S-Br in 85,5° W-Lg. Sie drehten dann, ohne bedeutend 
an Stärke nachzulassen, nach Süd und gingen in den Passat über. Frisch wehend 
führte letzterer Wind die Bark dann bis zum 11. Juli in den Hafen von Callao. 
Die Dauer der Reise betrug 117 Tage. Während derselben war 10° S-Br in 
90,5° O-Lg am 7. April, 20° S-Br in 86° O-Lg am 12. April, 30° S-Br in 
82° O-Lg am 18. April und 40° S-Br in 97° O-Lg am 1. Mai geschnitten 
worden. Ferner war man zum Meridian des Kap Leeuwin in 43,5° S-Br am 
7, Mai, zu dem des Südkaps von Tasmanien in 49° S-Br am 19. Mai, dem von 
180° in 48,4° S-Br am 4. Juni, dem von 150° W in 48,2° S-Br am 11. Juni 
Ann, d. Hydr., 1880, Heft YIL (Juli).
	        
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