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3. Bemerkungen über die Ansegelung des Yangtse-Kiang.
„Nach dem Passiren der westlich der Van Diemen-Stralse vorliegenden
Inseln wurde der Kurs auf Shaweishan, an der nördlichen Mündung des Yangtse-
Kiang, abgesetzt, um event, bei dickem Wetter die grofse Yangtse-Bank anlothen
zu können. Diese Bank macht sich woniger durch ihre Tiefenverhältnisse, als
durch ihre Beschaffenheit kenntlich. Während in der Umgebung derselben der
Boden stark mit Schlick durchsetzt ist, gaben die Lothwürfe, in Uebereinstimmung
mit den Segelanweisungen und Karten, reinen, meist dunklen Sand, mit zer-
brochenen Muschelschalen gemischt. Die Saddie-Inseln kamen trotz des stellen-
weise sehr. dicken und unsichtigen Wetters am 10. April, 2* p. m., bereits in
18 Sın Entfernung in Sicht, Bei der weiteren Ansegelung des Yangtse-Kiang
genügen die jetzigen Karten und Segelanweisungen nicht mehr, sowohl vor der
Mündung des Yangtse-Kiang, als auf dem Strome selbst. Die Ungenauigkeit
erstreckt sich bis zu den Passagen zwischen den südöstlich vorliegenden Gruppen
der Saddle-, Parker-, Bonham- und Morrison-Inseln.
S, M. S. „Prinz Adalbert“ ankerte am 10, April, für die Nacht, südlich
der Elliot-Inseln in. 10m Wasser bei Niedrigwasser Springzeit auf gelbem
Schlickgrund, an einer Stolle, wo in der Br. A. K. No. 1602 (Tit. XI, No. 74)
22m (12 Fad.) angegeben sind. Ebenso wurden am nächsten Morgen (11. April)
niemals mehr als 18m gelothet, während auf der Karte dort die Tiefen zwischen
22—31m (12—17 Fad.) schwanken sollen. Es kann daher nicht genug davor
gewarnt werden, sich vor der Mündung des Yangtse-Kiang, der die grofsen Schlick-
massen, welche seine Gewässer beständig mit sich führen, an den vorliegenden
Insel ablagert, allzusehr auf die Karten zu verlassen.. Innerhalb der äufseren
Barre, welche gegen 1*p. m. passirt wurde, steht ungefähr in der Mitte zwischen
den beiden Feuerschiffen, im Süden von House-I., eine rothe Tonne auf der
Karte (Tit. XI, No. 74) verzeichnet. Dieselbe ist nicht vorhanden, was auch
von dem Revier-Lotsen bestätigt worden ist. Auf der Südostspitze von Block-
house-I. ‚hatte das britische Vermessungsfahrzeug „Magpie“ *) vorübergehend
eine grofse hölzerne Bake zu. Vermessungszwecken errichtet.
Lotsen. Die in der „China Sea Directory“, Vol. III, 1874, pag. 353,
noch von dem Jahre 1865 herstammenden Angaben über die Lotsen an der
Yangtse- Kiang-Mündung sind nicht mehr zutreffend, Eine Eintheilung der Lotsen
in verschiedene Stationen ist nicht vorhanden. Dieselben sind bei schönem
Wetter in der Regel erst in der Linie zwischen Amherst-Klippen und Gutzlaf
zu finden, Bei einigermafsen schlechtem Wetter sind sie überhaupt nicht aufßser-
halb der Barre; ebenso sind sie nur dann aufserhalb der Saddle-Inseln an-
zutreffen, wenn sie vorher bestellt sind. Von dem Lotsen wurde es, namentlich
für ein grofses Schiff, als durchaus, gefahrlos bezeichnet, bei. jedem Wetter
zwischen Amherst-Klippen, Saddle-Inseln und Gutzlaff in passender Tiefe, etwa
in 14 bis 20m, zu ankern. Trotz dieser. Angaben dürfte es‘ äber immerhin
empfehlenswerth sein, bei starken nördlichen Winden einen Aukerplatz im
Schutze der zahlreichen Inseln im Westen der Saddle-Inseln zu suchen, wie
S. M, S; „Prinz Adalbert“ mit Erfolg unter Eikiot-I; that.“
4. Bemerkungen über den Hafen von 0ösima, Südküste von Nipon.
„In der,„China Sea Directory“, Vol. IV, 1873, pag. 162, wird von diesem
Hafen gesagt: „the harbour has two anchorages, one in the bay on the south
west side of Oö sima completely sheltered, but the water rather deep etc.“
Die Bucht an der SW-Seite von Oö sima ist aber im Gegentheil nach SW
ganz offen; es ist jedenfalls in obiger Angabe der Ankerplatz zwischen ‚der
Westseite der Insel und dem Festlande gemeint, für welchen obige Beschreibung
pafst. Dieser ist auch auf der Br. A. K, No. 356 (Tit. XI, No. 166) als solcher
bezeichnet. Er ist für ein grofses Schiff dem in der „Directory etc.“ -— wie es
scheint — mehr empfohlenen zweiten Ankerplatze vor dem Dorfe Hasingui auf
dem Festlande vorzuziehen, weil es der Tiefenverhältnisse wegen zweifelhaft
ist, ob ein grofses Schiff auf diesem letzteren Ankerplatze überhaupt Schutz’ bei
1) Vgl. pag. 354.
Aun. d. Hydr., 1880, Haft YIT (Jalis.