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Chronometer Bröcking No. 937 zum Preise von 1500 ‚/, Mager No. 60 zum
Preise von 1200 „4, Knoblich No. 1953 zum Preise von 1000 „A und Bröcking
No. 982 zu 900 ‚A — angekauft worden.
Es folgen hierauf die drei Chronometer No. 5, 6 und 7, — wo die
charakteristischen Zahlenwerthe 41,3 bis 41,7 Sekunden fast genau zusammen-
fallen, — denen das Prädikat „von besonderer Güte“ gebührt.
Als „recht gut“ sind ferner die Chronometer der Gruppe No. 8—14, mit
den charakteristischen Zahlenwerthen 44 bis 48 Sekunden zu bezeichnen. Aus
den Kolumnen A und B erkennt man, dafs, mit Ausnahme des Chronometers
No. 10, der Werth B bei diesen Uhren sich nahezu gleich bleibt, während der
Werth A, der gröfste Unterschied im Dekadengange, die Reihenfolge der
Chronometer hier bestimmt. Da sämmtliche Uhren dem Vernehmen nach neue
Instrumente sind, so steht zu erwarten, dafs die Gröfse A, — welche bei allen
an und für sich nur eine geringfügige ist,, — hier von der Acceleration be-
einflulßst wird, und sind diese Uhren wohl als nahezu von gleicher Güte zu
betrachten.
Auf die Gruppe No. 8—14 folgt Gruppe No. 15—21, mit den Zahlenwerthen
52 bis 55 Sekunden, welche gleichfalls als „gut“ und für die Zwecke der Schiff-
fahrt durchaus verwendbar bezeichnet werden darf. .
Die jetzt folgende letzte Gruppe umfalst die Chronometer No, 22—40;
es zeigen sich hier die Einwirkungen einer ungenügenden Kompensation, ver-
bunden mit anderen Fehlern und starker Acceleration, in stetiger Zunahme be-
griffen, und mufs das Verhalten der letzten dieser Uhren als ein unbefriedigendes
bezeichnet werden. Ein besonderes Interesse nimmt das Chronometer Petersen
No. 82, das-letzte der Gangtabellen, für sich in Anspruch, weil es zeigt, wie
ein Instrument, dessen sonstige Fehlerlosigkeit von Herrn Petersen nach be-
endigter Prüfung konstatirt wurde, wesentlich dadurch eine tiefe Stelle in der
Rangliste einnimmt, dafs es noch zu neu, demnach noch zu sehr mit Acceleration
behaftet ist. Ich benutze deshalb die Gelegenheit, den Herren Fabrikanten
dringend zu empfehlen, nur solche Instrumente zu den alljährlich auf dem
Chronometer-Prüfungs-Institute stattfindenden Konkurrenzprüfungen einzuliefern,
bei welchen sie sich durch längere Beobachtung überzeugt haben, dafs die
Acceleration ihren Höhepunkt, wenn nicht ganz, doch möglichst erreicht hat.
Auf Grund des von der Direktion der Seewarte an die Kaiserliche
Admiralität erstatteten Berichtes über die Resultate dieser dritten Konkurrenz-
prüfung hat das Hydrographische Amt der Kaiserlichen Admiralität außer den
bereits angeführten Chronometern. No. 1—4 noch die anderen in den Tabellen
mit den Nummern bis inkl. 17 bezeichneten Chronometer für die Zwecke der
Kaiserlichen Marine zu den von den Fabrikanten geforderteu Preisen angekauft.
Schliefslich kann ich nicht umhin, meiner grofsen Befriedigung über den
Ausfall dieser dritten Konkurrenzprüfung Ausdruck zu geben und meine Ansicht
dahin auszusprechen, dafs dieselbe,. gleichwie die beiden vorhergehenden, ein
beredtes Zeugnifs für das Bestreben der betheiligten deutschen und schweizer
Fabrikanten ablegt, das möglichst Beste auf dem Gebiete der Chronometer-
fabrikation für diese Untersuchungen anzufertigen.
Hamburg, Juni 1880.
George Rümker.