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Volltext : Jahresbericht 1908

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Jahresbericht  der  Deutschen  Seewarte  für  190S.

1.  Oktober.  An  Stelle  der  bisherigen  Fensteraufstellung  der  Thermometer  wurde
im  letzteren  Fall  zu  der  Hüttenaufstellung  übergegangen.
Rügen  walder  münde  erhielt  einen  Richard’schen  Barographen,  Wilhelmshaven ­
  einen  Registrier-Regenmesser  nach  Hellmann  und  Swinemünde  im
Herbst  vorübergehend  einen  Kontrol-Anemographen  nach  Steffens.
Beobachter  wechselten  nur  in  Keitum,  wo  am  1.  Februar  1908  der  Gemeindevorsteher ­
  Boysen,  Vater  des  bisherigen  Beobachters,  und  am  1.  Januar  1909
ein  anderer  Sohn,  Kapitän  Boysen,  als  Stationsvorsteher  angestellt  wurden;  eine
Verlegung  der  Station  fand  dabei  nicht  statt.
d.  Sturmwarnungsstellen  an  der  Deutschen  Küste.
Neue  Provinzial-Sturmwarnungsstellen  wurden  errichtet  am  1.  August  in  Ceynova
  auf  der  Halbinsel  Heia,  am  1.  Novbr.  in  Neukuhren  und  am  17.  Novbr.
in  Kappeln,  sämtlich  mit  allen  Tagsturmsignalen  und  der  roten  Laterne  ausgerüstet; ­
  am  1.  April  wurde  die  bis  dahin  nur  mit  Sturmball  versehene  Sturmwarnungsstelle ­
  Wellingdorf  auch  mit  Kegeln  und  Flaggen  ausgerüstet,  während
für  Labö,  wo  der  Sturmsignalmast  im  Oktober  1904  umgeweht  worden  war,  die
Entscheidung  getroffen  ist,  daß  er  nicht  wieder  errichtet  werden  soll,  sodaß  diese
Stelle  weiterhin  nur  als  Sturmwarnungs-Nebenstelle  bestehen  wird.
Anschließend  an  den  vorigen  Jahresbericht  ist  anzuführen,  daß  auf  der
Sturmwarnungsstelle  Holnis  bei  Glücksburg  die  rote  Laterne  nicht  zur  Benutzung
kommen  wird.
Wiederum  ist  von  Bemühungen  um  die  rechtzeitige  Zustellung  der  am  späten
Abend  erlassenen  Sturmwarnungen  zu  berichten;  insbesondere  sind  Vorkehrungen ­
  getroffen  worden,  um  deren  Zustellung  am  späten  Abend  noch  sicherzustellen ­
  in  Nesserland-Schleuse,  Borkum  (Telephonanschluß  für  den  Signalisten),
Keitum,  Munkmarsch,  Rügenwaldermünde,  Rixhöft;  weitere  Verhandlungen  wegen
Belumer  Schanze  sind  noch  nicht  abgeschlossen.
Abgesehen  von  diesen  Stellen  ist  die  Zustellung  der  Abend-Sturmwarnungen
an  ihrem  Ausgabetage  als  gesichert  anzusehen  noch  für  die  Sturmwarnungsstellen
der  Deutschen  Seewarte  in  Memel,  Pillau,  Neufahrwasser,  Stralsund,  Darsserort,
Friedrichsort,  Keitum,  Tönning,  Pellworm,  Cuxhaven,  Bremerhaven  —  sämtlich
mit  roten  Sturmlaternen  ausgerüstet  —,  Arkona,  Schleimünde  und  Colberg.
Neue  rote  Laternen  sind  beschafft  worden  für  Norderney  und  Pillau.
Neue  Regenmesser  nach  Hellmann  erhielt  die  Sturmwarnungsstelle  in
Geestemünde,  während  die  Regenmesser  von  Norderney  zurückgezogen
wurden,  da  der  Sigualist  die  Niederschlagsmessungen  für  das  Königl.  Preußische
Meteorologische  Institut  ausführt.
Der  mit  dem  Schutze  der  deutschen  Fischerei  in  der  Nordsee  beauftragte
Kreuzer  „  Z  i  e  t  e  n  “  hat  wie  im  vorigen  Berichtsjahre  besondere  Sturmwarnungs-Telegramme
  zugestellt  erhalten  und  die  Sturmsignale  seit  dem  Herbst  durch  besondere ­
  Scheimverforsignale  auch  in  der  Nacht  signalisiert.
Im  Berichtsjahre  sind  für  die  Nordseeküste  44,  für  die  westliche  Ostseeküste
ostwärts  bis  Warnemünde  43,  für  die  mittlere  Ostseeküste  von  Darsserort  bis
Greifswalder  Oie  47,  für  die  Pommersche  Küste  von  Swinemünde  bis  Karwen  42
und  für  die  östliche  Ostseeküste  von  Rixhöft  bis  Memel  46  Sturmwarnungen  einschließlich ­
  der  Anweisungen  zum  Hängenlassen  der  Signale  (nicht  aber  der  Anweisungen ­
  zum  Senken  der  Signale)  erlassen  worden.  Einschließlich  der  Provinzialsturmwarnungsstellen ­
  sind  im  ganzen  6017  Anweisungen  zum  Hissen  und  Hängenlassen ­
  von  Sturmsignalen  den  Sturmwarnungsstellen  zugestellt  worden.
            
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