3. Beschreibung der Nakko-Bucht auf der Insel Risiri. Insel
Jesso. Japan. Nach einem Bericht des Kapitän C. F. Hotham von I. Br. M. 8.
„Charybdis“, 1879 (s. „Hydrographic Notice“ No. 6, London 1880), liegt die
Nakko-Bucht *) an der NO-Seite der Insel Risiri, 18 Sm in SW von dem Kap
Nossyab, der NW-Spitze der Insel Jesso, entfernt. Die Bucht ist 1 Sm breit
und etwas über !/z Sm tief; in der Einfahrt derselben beträgt die Wassertiefe
18 bis 22m, und diese Tiefe nimmt bis ungefähr 2 Kblg von dem Ufer all-
mählich bis auf 5,5m ab. Die nördliche Einfahrtsspitze der Bucht ist das Vor-
wobirge Nakko, dasselbe ist 85m hoch und hat einen 30m hohen Abhang. Das
Südufer besteht aus ungefähr 76m hohem Tafelland und ist dicht bewaldet.
Bei dem Ort an der Westseite der Bucht, ungefähr !/4 Sm südlich des
Vorgebirges Nakko, befindet sich ein Landungsplatz. In dem nördlichen Theil
der Bucht ist ein Ankerplatz für Dampfer auf 11 bis 18m Wassertiefe; der
Ankergrund ist dem Anschein nach daselbst gut haltbar.
Die Fluthhöhe beträgt ungefähr 1,2m.
4. ‚Hafen von Salinillo. Porü. Nach einer Mittheilung des Führers
der nordamerikanischen Bark „Valdivia“, Marcos Dubost (in der „Not. hidr.
de Chile“ No. 8, Santiago 1880), liegt der Hafen Salinillo in 13° 59‘ S-Br und
16° 19‘ 50“ W-Lg. Diese Ortsbestimmung bezieht sich auf die Mitte der Insel
Zdrate, Der beste Ankerplatz befindet sich im Norden der Insel, 7 Kblg von
derselben, und hat 14 bis 15m Tiefe, Der Grund ist aber kiesig und bietet
dem Anker wenig Halt. Der Hafen Salinillo exportirt nur Salz, welches in
einigen Salinen, die etwas über 3 Sm von der Küste entfernt sind, gewonnen
wird. Dasselbe wird in kleine leichte Fahrzeuge geladen, welche sich am
Strande mit 150m Kette und einem Anker von 450kg Gewicht festlegen. Das
Laden ist wegen der Brandung sehr beschwerlich und nicht ohne Gefahr, da
infolge des hohen Seegangs, der zuweilen 9 bis 10m erreicht, die Fahrzeuge
öfters kentern.
Frische Lebensmittel kann man auf Bestellung aus Pisco zu mäfsigen
Preisen erhalten. Bei starkem Seegange wirft die See Seeigel und andere
Schalthiere an den Strand,
Wasser kann man durch einen Wasserprahm, welcher dasselbe von
Paracas bringt, erhalten. Feuerungsmaterial ist nicht zu haben.
5... Wassertemperaturen an und unter der Oberfläche im
Atlantischen und Indischen Ocean. (D.S.) Das meteorologische Journal
les Kapt. Th. Minfsen vom Schiffe „Hedwig“ enthält die folgenden Ergebnisse
von Beobachtungen der Wassertemperatur in gröfseren Tiefen, welche an Bord
jeues Schiffes auf der Reise von New- York nach Java angestellt wurden: *
1879 Juni 26 um 8" a.m. in 7° 36‘ N-Br und 28° 50‘ W-Lg, "Temperatur des
Meerwassers an der Oberfläche 27,8°, in 46m Tiefe 24,4° €.
Juni 28 um 8* a.m. in 6° 29’ N-Br und 28° 53‘ W-Lg, an der Ober-
fläche 27,2°, in 46m "Tiefe 22,8° €.
August 25 um 8 a. m. in 41° 58‘ S-Br und 17° 43‘ O-Lg, an der Ober-
Ääche 17,2°, in 73m Tiefe 17,7° C. Die Stromversetzung war am
vorhergehenden Tage ESE 20 Sm, am folgenden NE 33 Sm.
September 3 um 8* a.m. in 42° 34’ N-Br und 48° 53‘ O-Lg, an der Ober-
Bäche 5,0°, in 46m Tiefe 5,3° C. Die Stromversetzung in den letzten
24 Stunden war ENE 16 Sm.
6. Weitere Berichte über das Antreffen von Eis im Süd-
atlantischen Ocean. (D. S.)®*) Ueber das im Osten dor Falkland - Inseln
angetroffene Eis enthalien die kürzlich eingegangenen meteorologischen Journale
noch die folgenden Berichte:
1) Deutscher Dreimastschoner „/ris“, Kapt. Ohlsen, auf der Reise von
Valparaiso nach Liverpool am 17. Januar 1880 um 4* a.m. in 49° 2‘ S-Br und
51° 14‘ W-Lg: „sahen drei ziemlich grofse Eisberge“.
2) Deutsche Bark „Pallas“, Kapt. Stego, auf der Reise von den Chincha-
Inseln nach Mauritius am 14. Januar 1880 um 6* p.m. in 51° 14‘ S-Br und
50° 27‘ W-Lg: „sahen 6 Sm im Süden von uns einen ziemlich grofsen KEisberg,
A
' S. „China Sea Directory“, Vol. IV, 1873, pag. 349.
Vgl. „Ann, d, Hydr. etc.“, 1879, pag. 388, 602, 664; 1880, pag. 219.