accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

Der nächste Vorsprung ist Point St. Matthaeo, vor welchem eine 
kleine spitze Insel oder vielmehr Klippe liegt. Eine kurze Strecke weiter- 
segelnd, erblickt man die Schiffe und Fahrzeuge auf der Rhede von Manta. 
Man mufs sich hier in einem Abstande von mindestens 2 Sm vom Lande halten, 
bis man die Bai offen hat und der Leuchtthurm — ein rothes eisernes Gerüst 
-— durch die Peilung mw Süd gebracht worden ist; denn in dieser Peilung des 
Leuchtthurms, etwa 1! Sm vom Lande, liegt eine blinde Klippe 2 bis 2,5m 
(7 bis 8 Fuß) unter Wasser. Es ist dies eine sehr gefährliche Stelle, umsomehr, 
als sich die See selten auf derselben bricht — ich habe während der 25 Tage 
unseres Aufenthalts nur einige Male eine brechende Rollung dort laufen sehen 
— und eine Boje würde hier von gröfstem Nutzen sein. Das Leuchtfeuer ist 
für die Kennzeichnung der Lage dieser Klippe ziemlich überflüssig, da in der 
Nacht wegen der herrschenden Windstille kein Schiff einsegeln kann und auch 
die Küstendampfer zum KEinlaufen den Tagesanbruch abwarten, Das Leucht- 
feuer — eine Petroleumlampe in einer Laterne von gereiftem Glase, welche an 
einem Gerüste aufgezogen wird — ist höchstens 4 bis 5 Sm weit sichtbar, und 
nicht 9 Sm, wie in den Leuchtfeuerverzeichnissen angegeben ist.!) | 
Auf der Manta-Rhede liegt man auf 9m (5 Fad.) Wasser, etwa !% bis 
34 Sın vom Lande auf gutem Aukergrunde sehr sicher, (Von unserem Anker- 
platze peilte das Laternengerüst mw SSW, '/2 Sm entfernt.) Im Winter®) ankern 
die Schiffe jedoch etwas weiter landabwärts, da alsdann eine höhere Rollung 
läuft und sich die See schon auf 5m Wassertiefe bricht. Mit dem Boot landet 
man am besten Vormittags und Abends; in den Nachmittagsstunden läuft mit 
der zoitweilig sehr steifen Seebriese eine hohe Brandung. 
Das Wetter ist in der trockenen Jahreszeit beständig und schön, In 
den Morgenstunden weht eine leichte Landbriese aus südlicher Richtung. Gegen 
10% a. m. holt der Wind allmählich westlich und wird zu einer frischen See- 
briese, welche bis 4 p. m. anhält und dann bis zur gänzlichen Windstille ab- 
nimmt. Um Mitternacht setzt wieder leichte Landbriese ein. 
Die Hauptausfuhrartikel sind Tagua (Steinnüsse) und Kautschuk. Letzterer 
Artikel wird zum gröfsten Theile in Dampfer verladen. Die Hafenunkosten des 
„Berend“, einer Bark von 327 Registertonnen Gröfse, von Guayaquil in Ballast 
einkommend und mit einer Ladung Tagua ausgehend, beliefen sich nur auf etwa 
40 Dollar. 
Schiffe, welche nach Manta bestimmt sind, sollten sich hinreichend mit 
Proviant und namentlich Wasser versorgen. Dieses ist hier gar nicht zu be- 
kommen; für den Bedarf der Einwohner wird es auf Mauleseln von Monte-Christo 
geholt. Die wenigen hier zu erhaltenden Proviantgegenstände sind enorm theuer. 
Der beste Platz in der Nähe, um Wasser zu erhalten, soll die Solango-Bai sein. 
Man ankert daselbst innerhalb der Insel, etwa !/ Sm vom Lande, auf 10m 
Wasser. Die Fässer müssen an Bord bugsirt werden, weil am Strande immer 
etwas Brandung läuft, aber das flache, sandige Ufer bietet eine bequeme Ge- 
legenheit, um die Fässer an das Land und wieder in das Wasser zu rollen. 
Wie mir von KEingeborenen mitgetheilt wurde, rührt der Name des 
Platzes Manta von einem grofsen, einem Rochen ähnlichen Fische her, welcher 
sich, besonders in der nassen Jahreszeit, vielfach in der Bai aufhält. Er wird 
mehr gefürchtet als der Hai. Es wird ihm nachgesagt, dafs er sein Opfer 
umklammert und durch Druck tödtet.“ 
1) Vgl. „Verz, d. Leuchtf. aller Meere“, Theil II (1877), Tit. XI, No. 2. 
2) Unter „Winter“ („Invierno“ der Eingeborenen) ist hier die Regenzeit zu verstehen, als 
welche an dieser Küste die Zeit von Ende Dezember bis Ende April gerechnet wird. Die Trocken- 
zeit wird als .„Verano“ bezeichnet.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.