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Die Deckpeilung des Signals A und der Tonne des Fahrwassers Couy
kennzeichnet ein auf die französische Küste zu. führendes Fahrwasser in der
Mitte des Flusses.‘ Das Signal K in Deckpeilung mit einem auf dem holländi-
schen Ufer stehenden schirmförmigem Baum kennzeichnet gleichfalls ein auf die
französische Küste führendes Fahrwasser. Man steuere zunächst auf das
Signal P nach der Tonne zu im Fahrwasser von: Saint Laurent, und von dieser
Tonne nach dem Ankerplatz von Saint Laurent. Auf dem Ankerplatz von
Saint Laurent liegt gleichfalls eine Tonne, dieselbe kennzeichnet eine Felsen-
bank, welche bei Niedrigwasser trocken fällt. . .
Segelanweisung. Man steuere West auf die Spitze Grosbois zu, bis man
die Ansegelungstonne in rw S50° W und die Spitze Panato etwas frei von der
Spitze Frangatse in rw S29° W peilt. Von hier steuere man auf die Tonne zu
und behalte dieselbe an B.B. Auf der Barre sind bei Niedrigwasser nicht
weniger als 3m Wasser. Wenn man bei der inneren Tonne angelangt ist,
steuere man rw S3°W auf die Spitze Panato zu. ;
Auf der Bank im Fahrwasser Vaches findet man nicht mehr als 2m Tiefe
bei Niedrigwasser. Seewärts dieser Bank ist ein noues Fahrwasser mit 3m
Tiefe betonnt worden. Die Richtung desselben ist durch die Deckpeilung der
Insel Aronabo und der Bake auf der Spitze Coswine gekennzeichnet.
Die Mifsweisung beträgt im Flusse Maroni 1° 30‘ Ost 1879.
Der Hafen von Manta in Ecuador.”
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Ueber die Ansegelung ‘dieses in letzter Zeit von deutschen Schiffen viel
besuchten Hafens und über dessen nautische Verhältnisse enthält das Journal
des Kapitäns N. J. Hundewadt von der deutschen Bark „Berend“ die
folgenden Bemerkungen: .
„Wenn man, von Süden kommend, nach Manta bestimmt ist, so ist os
gerathen, die Küste schon bei St, Helena Point in Sicht zu laufen, denn ge-
wöhnlich setzt eine starke Strömung längs der Küste nach Norden, und bei der
diesigen Luft, welche während der meisten Tageszeit über dem Lande liegt,
ist es sehr leicht möglich, dafs beim Orientiren nach Sichten des Landes ein
Fehler gemacht wird. U
St. Helena Point ist leicht zu erkennen. Aus der Ferne gesehen, erscheint
die,Spitze wie eine allein liegende Insel, da das Land rings umher sehr niedrig
ist. Sie ist von bedeutender Höhe und springt weit vor; ihre Oberfläche ist eben;
das Nordende verläuft schräg, der südliche Vorsprung fällt steil ab. Das Kap
sieht gelb und kahl aus; man bemerkt auf ihm weder Baum noch Strauch, nur
an der oberen Kante einige dunklere Stellen, wie von Moosen bedeckt.
Von hier, auf reghtweisend Nord-Kurs in passendem Abstande längs der
Küste segelnd, sichtet man das hohe Gebirge von Solango und die gleichnamige
Insel, welch letztere ebenfalls von beträchtlicher Höhe, aber nur geringer Aus-
dehnung ist. Hat man dieses hohe Land in die Peilung mw Ost gebracht,
und ist die Luft einigermafsen klar, so wird man recht voraus die Insel Plata
sehen. Dieselbe ist etwas weniger hoch, aber von-gröfßerer Ausdehnung, als
St. Helena Point. Die Insel hat ein schmutzig braunes, verwittertes Aussehen; sie
ist von grauen Furchen durchzogen und auf den Gipfeln mit Gesträuch be-
wachsen, Sie ist auf allen Seiten von Klippen umgeben, doch liegen diese in
keinem gröfseren Abstande, als 1 Sm vom Lande. Das Kap St. Lorenzo, welches
bei ziemlich klarer Luft schon bei der Plata-Insel gesichtet wird, ist ebenfalls
hoch. und in geringer Entfernung vom Lande von Klippen umgeben. - ;
') Vgl. „Ann, d. Hydr. etc.“, 1880, pag. 164.
Ann. d. Hydr., 1880, Heft YI (Juni)