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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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zu segeln. Bei meist aus südlicher Richtung kommenden, sehr leichten Winden 
segelte man zuerst nach Westen- und Süden, konnte jedoch anfänglich mnur 
langsamen Fortschritt erzielen. Nachdem 36° N-Br überschritten worden war, 
drehte sich der Wind nach Westen und von dort an, besonders aber nachdem 
in 31,5° N-Br und 20,5° W-Lg das Passatgebiet erreicht worden war, nahm die 
Reise einen rascheren Fortgang. ‘Bis nach 13° N-Br herrschte kräftiger Passat, 
später trat derselbe flauer und unbeständiger auf und in 5,5° N-Br und 23,3° 
W-Lg endete er. Im Stillengürtel, wo leiser nördlicher und östlicher Zug mit 
Windstille abwechselte, verbrachte der Schoner 8 Tage, nach deren Verlauf in 
1,5° N-Br und 23,6° W-Lg der SE-Passat erreicht und am 30. Januar in 26,5° 
W-Lg der Aequator überschritten wurde. Die Strecke von der Garonne-Mündung 
bis zu diesem Punkte, auf welcher 40° N-Br in 15° W-Lg am 28: Dezember, 
30° N-Br in 21° W-Lg am 10. Januar, 20° N-Br in 26,5° W-Lg am 14. Januar 
and 10° N-Br in 25,6° W-Lg am 18. Januar überschritten wurde, war in 
43 Tagen zurückgelegt worden. Mäfsig starker, beständiger Passat begleitete 
im Südatlantischen Ocean den „General Brialmont“ bis nach ungefähr 17° S-Br 
in 35° W-Lg. In der Nähe dieses Punktes nahm der Wind nordöstliche Richtung 
an; in etwa 24° S-Br und 37° W-Ly fand ein rasch erfolgendes Umlaufen des 
Windes durch Nord, West und Süd nach Ost statt, welches’ mit Gewitter, Regen 
and hoher SW-Dünung, Erscheinungen, welche die gewöhnlichen Begleiter solcher 
Windveränderungen in diesem Theile des Oceans sind, auftrat. Weiter nach 
Süden hin machte der Wind noch mehrere Male eine ähnlich verlaufende Drehung. 
Die ersten anhaltenden Westwinde, die in der Folge aber auch noch wiederholt 
für längere Zeit von Ostwind unterbrochen wurden, traten südlich von 35,5° S-Br 
auf. @Durch Stürme wurde die Reise bis nach 50° S-Br hin nicht beunruhigt, 
Nachdem 10° S-Br in 33,5° W-Lg am 3. Februar, 20° S-Br in 35,3° W-Lg am 
7. Februar, 30° S-Br in 42,3° W-Lg am 13. Februar und 40° S-Br in 49,5° 
W-Lg am 21. Februar überschritten worden war, gelangte der Schoner am 
5. März in 64° W-Lg zum Parallel von 50° S. Die lange Zeit, welche erforder- 
lich war, um von 40° nach 50° S-Br zu kommen, wurde wohl hauptsächlich 
durch den ‘zu weit östlich liegenden Schnittpunkt des ersteren Parallels veran- 
lasst. Den im weiteren Verlauf der Reise eintretenden Verhältnissen gegenüber 
würde es von Vortheil gewesen sein, wenn man bei den zwischen 30° und 35° 
S-Br angetroffenen frischen NE-Winden nicht den kürzesten Weg verfolgt, 
sondern mehr der Küste zugesteuert hätte. Nach Kap Horn bestimmte Schiffe 
sollten danach streben, dafs 34° S-Br in etwa 50° W-Lg geschnitten wird, und 
dann in etwa 120 Sm Abstand von den vorspringenden Punkten dem Laufe der 
Küste folgen. Während der Umsegelung des Kap Horn wurde am 8. März das 
Ostende von Staaten-Land und schon am 10. März die Diego Ramirez-Insel erblickt. 
Am 12. März hatte der Schoner 72° W-Lg erreicht, und schien es bis jetzt, als 
ob trotz der ungünstigen Jahreszeit der Verlauf dieses Theils der Reise ein 
recht günstiger sein würde, Am 13. März setzten aber stürmische Westwinde 
ein, welche in der folgenden Zeit an manchen Tagen orkanartig wehten. Wieder- 
holt wurde der Schoner zurückgetrieben, Am 24. März stand er noch in der- 
selben Länge von 72° W. An diesem Tage kam SE-Wind durch, und später 
konnte bei vorherrschend aus NW wehenden Winden ein ziemlich rascher Fort- 
zang nach Westen gut gemacht werden. Schwierig war es, nachdem schon 80° 
W-Lg erreicht war, wieder nach Norden hin zu gelangen, und erst am 5. April 
konnte in 84,6° W-Lg der Parallel von 50° S wieder überschritten werden. 
Es waren 31 Tage südlich desselben verbracht worden. 
Auch der weitere Fortschritt nach Norden hin wurde durch stürmische, 
hoch nördliche Winde anfänglich sehr verzögert. Schliefslich drehte sich jedoch 
der Wind nach West, später allmählich durch Süd nach SSE, und von der Zeit 
an nahm die Reise einen rascheren Verlauf, Schon von ungefähr 40° S-Br ab 
war der Wind südöstlich, und dieser Wind begleitete, ohne dafs in den Breiten, 
wo gewöhnlich die Passatgrenze liegt, eine Unterbrechung eintrat, den Schoner 
ganz bis zum Hafen. Nachdem 40° S-Br in 82,2° W-Lg am 12. April, 30° S-Br 
in 82° W-Lg am 15, April, 20° S-Br in 83,1° W-Lg* am 20. April und 10° S-Br 
in 83° W-Lg am 24. April gekreuzt worden war, wurde am 29, April auf der 
Rhede von Manta geankert. Die Reisedauer war 132 Tage, ;
	        
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