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Von Melbourne versegelte die Bark am 3. Juli nach Sydney. Den Anfang
dieser Reise verzögerten 4 Tage lang anhaltende nordöstliche Winde; als dann
aber westliche Winde einsetzten, erreichte man nach weiteren 2 Tagen am
9. Juli schon das Ziel der Reise.
Am 21. Juli wurde auch dieser Hafen wieder verlassen und bei kräftigem
SSE-Winde die Reise nach Apia fortgesetzt. In der Nähe von 33,5° S-Br und
162° O-Lg drehte sich der Wind durch Süd und West nach NW. Bei hoch
aördlichem stürmischem Winde wurde darauf nach Osten gesegelt und der
Meridian von 180° erreicht. Nachdem östlich vor dieser Länge an mehreren
Tagen leichter Westwind gceherrscht hatte, wurde in 32° S-Br und 175° W-Lg
frischer SE-Wind angetroffen, der die Bark ganz bis zum Bestimmungshafen
führte. Die Reise, auf der 30° S-Br in 173,5° W-Lg am 1. August, 20° S-Br
in 170,3° W-Lg am 5. August, 160° O-Lg in 33,6° S-Br am 23. Juli, 170° O-Lg
in 33,6° S-Br am 26. Juli und 180° Länge in 34° S-Br am 29. Juli erreicht
worden war, endete am 7. August. Ihre Dauer betrug 17 Tage.
Von Apta ging „Saturnus“ am 11. September wieder in See und nachdem
noch Loma-Loma und Levuka in der Fidschi-Gruppe angelaufen worden waren,
wurde am 11. Oktober von letzterem Platze aus die Heimreise nach einem
englischen Orderhafen angetreten. Bei leichtem, sehr unbeständigem Passat
segelte man südwärts und erreichte in der Nähe von 24° S-Br und 176,5° die
südliche Grenze des Passatgebiets. Nun folgte zuerst Südwind, später für
längere Zeit nordöstlicher Wind. Westwind, der dann aber auch für eine lange
Zeit ganz ungestört herrschte, wurde erst südlich von 44° S-Br angetroffen.
Nachdem 90° W-Lg erreicht worden war, trat jedoch Ostwind ein, gegen den
die Strecke von hier nach dem Kap Horn zurückgelegt werden mufste, Heftige
Stürme wurden im Stillen Ocean nicht angetroffen.
Man schnitt 20° S-Br in 178,5° O-Lg am 13. Oktober, 30° S-Br in 179,5°
W-Lg am 23. Oktober, 40° S-Br in 175° W-Lg am 26. Oktober und 50° S-Br
in 149° W-Lg am 5. November; ferner den Meridian von 160° West in 47,2°
S-Br am 2. November, den von 130° West in 52,5° S-Br am 9. November und
den von 100° West in 54,4° S-Br am 15. November. Am 25. November, dem
15. Tage der Reise, befand die Bark sich in Sicht von Diego Ramirez.
Auch im Atlautischen Ocean wurden noch sehr häufig Ostwinde ange-
troffen. So waren unter den 9 Tagen, welche vom Kap Horn ab erforderlich
waren, um den Parallel von 50° Süd zu erreichen, 7 an denen östliche Winde be-
obachtet wurden. Am 6. und 7. Dezember wurde in der Nähe von 46,5° S-Br
und 47° W-Lg bei mäfsigem Ostwinde der ungewöhnlich niedrige Luftdruck von
729,4 mm beobachtet. Stürmisches Weiter trat in diesem Falle nicht ein. Ein
zweiter tiefer Barometerstand, der am 12. Dezember in 38° S-Br und 36° W-Lg
zu 737,5 mm beobachtet wurde, war dagegen von einem heftigen Sturme be-
gleitet, der aus NE begann und zuerst nach SE und dann nach SW umsprang.
Der westliche Wind, der diesem Sturme folgte, war nur von kurzer Dauer; bald
herrschte wieder östlicher Wind, und in 26° S-Br setzte Nordwind ein, der für
mehrere Tage ganz beständig wehte, Nachdem derselbe allmählich bis zur Wind-
stille abgenommen hatte, setzte in etwa 22,5° S-Br und 24° W-Lg der Passat
ein, welcher, bald auffrischend, die Bark in kurzer Zeit zur Linie führte. Es
waren 50° S-Br in 51° W-Lg am 4. Dezember, 40° S-Br in 40,5° W-Lg am
10. Dezember, 30° S-Br in 31° W-Lgy am 15. Dezember, 20° S-Br in 25° W-Lg
am 24, Dezember und 10° S-Br in 28,1° W-Lg am 2%. Dezember geschnitten
worden. Am 31. Dezember wurde in 29,2° W-Lg der Aequator überschritten;
die Zurücklegung der Strecke vom Kap Horn bis zu diesem Punkte hatte
36 Tage erfordert. In nördlicher Breite ging der Uebergang vom Gebiete des
SE- in das des NE-Passats fast ohne jede Verzögerung der- Fahrt vor sich,
and der letztere Wind, welcher kräftig und nördlich von 8° N-Br auch aus
raumer Richtung wehte, führte die Bark in verhältnifsmäfsig kurzer Zeit zur
polaren Grenze seines Gebietes, die in 29° N-Br und 42° W-Lg angetroffen
wurde. Nach kurzer Windstille folgte frischer NW-Wind; als man jedoch nördlich
von 41° N-Br gekommen war, traten für längere Zeit östliche Winde auf, und
nur die letzten 3 Tage waren wieder von einem günstigen Winde aus SW be-
günstigt. Von der Linie ab war 10° N-Br in 33,5° W-Lg am 4. Januar, 20°
N-Br in 36,5° W-Lg am 7. Januar, 30° N-Br in 43° W-Lg am 13. Januar und