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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

Kaiserin Augusta-Flufs, Kaiser Wilhelms-Land, 
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für solche Arbeiten erforderliche Routine nicht oder doch uur sehr wenig 
besitzen. Deutsche und Oesterreichische Dampfer pflegen sich der Oesterreichi- 
schen Arbeiter zu bedienen. Für die Preisverhältnisse mögen folgende An- 
zaben dienen. Englische Agenten zahlen pro Mann und Tag ca 22 P. für 
Löschen von .Stückgütern, für Nächte und Feiertage das Doppelte; die anderen 
Agenten dagegen nur 15—16 P. pro Mann und Tag und für Nächte und Feier- 
tage !/s mehr, also 20—21 P. 
Leichterfahrzeuge. Dieselben zerfallen in drei Klassen: Mahonen, 
Ortakaiks oder Ortamahonen und Salapuria. 
Es giebt ungefähr 280 Mahonen, 130 Ortamahonen und 170 Salapuria, 
im Ganzen 580 Leichter; von diesen sind ungefähr 28 Dalmatiner und 32 Griechen, 
während die übrigen 220 Mahonen und die anderen Fahrzeuge türkisch sind. 
Bine Mahone hat einen Tonnengehalt von 25—30 'Tons, eine Ortamahone 
16—25 Tons, beide haben je zwei Mann Besatzung; eine Salapuria hat nur 
5—10 Tons und einen Mann Besatzung. Was die Gebühren anbetrifflt, so erhält 
die erste Klasse 50 Piaster pro Tag, die zweite 45 und die dritte 25. 
Bei der Befrachtung pflegt man sich folgender Usancen zu bedienen. 
Diejenigen Dampfer, welche in den Russischen Häfen des Schwarzen Meeres 
nach England resp. dem Kontinent beladen werdep, werden stets pro Tonne 
Talg und Schilling Sterling kontrahirt, wobei die Klausel angewendet wird, 
dafs, wenn der Dampfer vom Abgangshafen direkt Ordre für England oder den 
Kontinent erhält, nur die stipulirten Frachtsätze zu zahlen sind, dafs aber, wenn 
der Dampfer erst Malta oder Gibraltar anulaufen muls, um dort weitere Ordres 
zu empfangen, zu diesen Frachtsätzen noch cine Vergütung gewissermafsen für 
Zeitverlust etc, von 10% zugeschlagen wird. Dampferfrachten ab Häfen der 
Europäischen und Asiatischen Türkei, sowie von der Donau, werden nach 
Englischen Quartern und ebenfalls Schilling Sterling abgemacht, Schiffe, welche 
nach dem Mittelmeer befrachtet sind, rechnen nach Französischen Charges und 
Frances. Man versteht hierbei unter Mittelmeer die Französischen, Italienischen 
and einen Theil der Spanischen Häfen, nimmt jedoch die Adriatischen Häfen 
Desterreichs davon aus, nach welchen die Frachten nach Stajos und Gulden 
abgeschlossen werden. Schiffe, deren Ladung ab Häfen des Schwarzen Meeres 
yach Constantinopel bestimmt sind, rechnen nach Türkischen Kiles und Piastern, 
Zusammenstellung der gewöhnlichen Kosten für ein Schiff, welches 
in Ballast einläuft, 
Ein Dampfer von 1540 Reg.-Tons Gehalt hat zu zahlen: 
Quarantänegebühren hin und zurück je 421 P. — 842 P. 
Konsulatsgebühren (inkl. Firman} hin uud 
zurück je .. . . . „0,1427, = 284 , 
Leuchtfeuergelder . . . . .. = 551 
Lotsengelder . . . . . = 550 
Klarirungs-Kommission . . . . . .... = 220, 
Dazu kommen, falls das Schiff nicht in Ballast kommt, sondern Ladung 
führt und im Hafen löscht, die Gebühren für die Tonnen und das Löschen 
selbst. 
Der Kaiserin Augusta-Flufs, Kaiser Wilhelms - Land. 
Auf dem von dem Dampfer „Samoa“ au der Nordküste Neu-Cuineas in 
Kaiser Wilhelms-Land entdeckten Kaiserin Augusta-Flusse (siehe die diesjährigen 
Annalen Seite 23) ist neuerdings von einigen Beamten der Neu-Gninea-Kom- 
pagnie, Kapt. Dallmann, Herren Mentzel, Hunstein und Dr. Schellong, 
eine Rekognoscirungsfahrt unternommen, deren für die Entwickelung der Kolonie 
nicht unwichtige Ergebnisse in Heft IL der „Nachrichten über Kaiser Wilhelms- 
Land und den Bismarck-Archipel“, 1886, bekannt gemacht werden. 
Die Expedition kam am 4. April in die Mündung des Flusses, wo die 
„Samoa“ in 9m Tiefe (annähernd in 3° 51‘ S-Br und 144° 31‘ O-Lg) vor 
Anker ging. Die Eingeborenen kamen alsbald an Bord und brachten Waffen,
	        
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