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Die Reise, auf welcher 30° W-Lg in 42° N-Br am 26. März, 50° W-Lg
in 36,2° W-Lg am 10. April, 60° W-Lg in 34,5° N-Br am 20. April und
70° W-Lg in 36,5° N-Br am 26. April gekreuzt worden war, endete am
31. April.” Ihre Dauer betrug 45 Tage.
Am 22. Mai verliefs „Claudia“ den Delaware-Flufs wieder um nach
Venedig zu segeln. Man hielt sich auf dieser Fahrt über den Ocean meist in
der Nähe des 36. Breitengrades, passirte also südlich von den Azoren. Bis
nach 28° W-Lg hin fand man fast nur westliche Winde, doch waren dieselben
nicht von befriedigender Stärke; östlich von dieser Länge traten wiederholt
auch östliche Winde auf. Der hohe Stand des Barometers, von welchem diese
Winde begleitet waren, weist darauf hin, dafs „Claudia“ auf dieser Route in
zu grofser Nähe der Passatgrenze stand und weiter nördlich bei etwas niedrigerem
Barometerstande beständigere und frischere Westwinde gefunden haben würde.
Nachdem am 26, Juni in 36,4° N-Br und 17,5° W-Lg ein frischer Nordwind
durchgekommen war, nahm die Reise einen rascheren Verlauf, und am 1, Juli,
dem 40. Tage der Reise, wurde die Strafßse von Gibraltar passirt. Vorher war
10° W-Lg in 37,7° N-Br am 24. Mai, 50° W-Lg in 35,2° N-Br am 31. Mai
and 30° W-Lg in 36,5° N-Br am 12. Juni überschritten worden,
4. Reise des Bremer Vollschiffes „Kaiser“, Kapt. Fr. Ruhase.
Am 27. Januar 1879, zwei Tage später als die Penarth-Rhede verlassen
worden war, überschritt das nach Manila bestimmte Vollschiff „Kaiser“ den
Parallel von 50° Nord. Der Ostwind, der den Anfang der Reise begünstigt
hatte, endete am 29. Januar in ungefähr 45° N-Br und 13° W-Lg. Es traten
dann westliche, jedoch nicht stürmische Winde auf, mit denen das Schiff auch
noch ziemlich befriedigenden Fortgang nach Süden hin gut machen konnte. In
28,5° N-Br und 17,5° W-Lg, also zwischen den Canarien, folgte auf eine kurze
Windstille der Passat, mit dem das sich östlich der Kapverden haltende Schiff,
zunächst wieder rasche Fahrt gut machte. In 6° N-Br und 23,7° W-Lg nahm
der Passat ein Ende und nachdem man im Stillengürtel sechs Tage verbracht
hatte, gelangte „Kaiser“ in 0,4° N-Br und 24° W-Lg in das Gebiet des SE-
Passats. Am 26. Februar, 30 Tage nachdem man 50° N-Br verlassen hatte,
wurde in 24,2° W-Lg der Aequator überschritten.
40° N-Br waren in 15,3° W-Lg am 2. Februar, 30° N-Br in 17,2° N-Br
am 9. Februar, 20° N-Br in 21° W-Lg am 14. Februar und 10° N-Br in
23,3° W-Lg am 17. Februar erreicht worden,
Im Südatlantischen Ocean fand man nur zwischen 6,5° und 16,5° S-Br
frischen Passat; in der Nähe von 17° S-Br war er 4 Tage lang durch Wind-
stille unterbrochen, alsdann wehte er aber noch wieder für längere Zeit. Frisch
durchstehende Westwinde traf „Kaiser“ westlich vom ersten Meridian nicht an.
Es wurde 10° S-Br in 29,0° W-Lg am 2. März, 20° S-Br in 30,5° W-Lg am
8, März und 30° S-Br in 28,7° W-Lg am 14. März überschritten. Am 21. März
befand „Kaiser“ sich in Sicht der Insel Tristan da Cunha und am 27. März,
29 Tage später als die Linie passirt worden war, ging das Schiff in 41° S-Br
von westlicher in östliche Länge über.
Beim Ablaufen der Länge hielt „Kaiser“ sich zwischen 43° und 44° S-Br,
wo mäfsig starke günstige Winde angetroffen wurden. Von Stürmen wurde
die Fahrt nicht beunruhigt, Am 5. April, in 43,7° S-Br und 36° O-Lg befand
„Kaiser“ sich in Sicht eines überaus grofsen Kisberges, dessen nähere Be-
schreibung in diesem Jahrgange der Annalen, Seite 117 gegeben worden ist,
Am 15. April, 19 Tage später als man östliche Länge erreicht hatte, kreuzte
das Schiff in 41,5 S-Br den Meridian von 80° Ost. In ungefähr 32,5° S-Br
and 101,5° O-Lg nahm der Wind, der vorher kräftig und beständig aus Westen
wehte, in rechtlaufender Drehung die südöstliche Passatrichtung an, und von
diesem Winde getrieben, eilte Kaiser nun in rascher Fahrt nach Norden. In
13,5° S-Br und 105,1° O-Lg herrschte für kurze Zeit Windstille, nach welcher
der Wind nordöstlich durchkam. In 9,5 S-Br und 105,2° O-Lg, wo stark
vegnerisches Wetter herrschte, wurde der „Kaiser“ von einer orkanartigen Bö
überfallen, Das Barometer erreichte hier den auffallend niedrigen Stand von
753,6 mm. Ziemlich frischer, beständiger NW-Monsun, welcher mit der Bö