307
kleinen Steinen und Muscheln bestehenden Ankergrund, in folgenden Peilungen:
Ost-Spitze von Wigwam I. in NzW'/zW und SW-Spitze derselben Insel in
SWzW!/4W. Die Bucht selbst ist sehr geräumig und kann mehrere Schiffe,
die frei zu schwaien im Stande sind, aufnehmen; sie kann von den Schiffen
ohne Gefahr angelaufen und wieder verlassen werden, „Doch fallen“, — wie
Kapt. von Hippel bemerkt, — „die im Innern der Bucht liegenden, als
Ansegelungsmarken dienenden Inseln von der Strafse aus nicht recht ins Auge;
zumal die Cross I. wurde erst dicht bei als eine ganz kleine, in unmittelbarer
Nähe von Wigwam I. liegende Insel erkannt. Von West kommende Schiffe
werden allerdings zu keinem Zweifel Veranlassung haben, da der Ankerplatz
der erste Einschnitt hinter dem nicht zu verkennenden Kap Gallant ist,
während, von Ost kommend, wohl. ein Irrthum stattfinden kann, da von’ hier
aus die Bucht schwer zu erkennen ist, weil das dieselbe östlich‘ begrenzende
Land, nach der Br. A. K, No. 554 (Tit. XII, No. 97) 126m (413’ engl.)
hoch, als niedrig und in einer Linie mit dem übrigen Lande erscheint, und da
ferner die Inseln im Innern der Bucht nicht zu unterscheiden sind. Der innere
Hafen, Port Gallant, ist für gröfsere Schiffe nicht zu empfehlen, weil er ziemlich
klein. ist und die schmale Einfahrt nur sehr wenig Wasser hat. ;
Die Fahrt von der Fortescue-Bucht bis Port Tamar, am Kingange der
nach Norden führenden Kanäle, bietet an und für sich keine Schwierigkeiten,
nur ist es nicht zu empfehlen, bei unsichtigem Wetter Crooked Reach zu passiren,
weil hier am Nordende der Insel Carlos III. durch das Begegnen von Ebbe
und Fluth ein ganz unberechenbarer, scheinbar von allen Seiten kommender
Strom!) entsteht, der das Schiff fortwährend herumwirft, während andererseits
auch die Klippen der gegenüberliegenden Küste zur gröfsten Vorsicht mahnen.
Bei Tage wird die Lage der letzteren durch die darauf stehenden Brecher zur
Genüge gekennzeichnet.
Port Tamar?) ist zwar sehr geräumig und bietet gute Ankerplätze,
doch wird das KEinlaufen in den Hafen durch davorliegende Klippen und
Sandbänke so erschwert und gefährdet, dafs, nach Ansicht des Kommandanten,
den in die Magellan-Strafse hier einlaufenden oder dieselbe verlassenden Schiffen
der Hafen von Churruca, an der gegenüberliegenden Küste der Insel Desolation,
mehr zu empfehlen sein dürfte.) Obgleich die vor Port Tamar liegenden
Sandbänke und Klippen sämmtlich durch Seegras gekennzeichnet sind, welches
hier, wie in der ganzen Magellan-Strafse nebst deren Kanälen, als beste
natürliche Marke dient und bei klarem Wetter jede Gefahr beseitigt, so ist
dasselbe doch zu Zeiten bei bedecktem Himmel und etwas bewegter See schlecht
zu sehen, und man kann sich nicht immer auf diese Marken verlassen, wie es
z. B. beim Einlaufen der „Freya“ in diesen Hafen (am 10. Februar 1880) der
Fall war, indem das Seegras nur in der allernächsten Nähe zu erkennen war.
Smyth-Kanal, Das Einlaufen in den Smyth-Kanal war bei dem von der
„Freya“ hier angetroffenen Regenwetter keineswegs so einfach, als wie es nach
der Karo erscheinen mag.‘) „Die vor dem Eingange zum Smyth-Kanal liegenden
Klippen „The Stragglers“, sowie die in den Karten mit P. D. bezeichnete
5 Faden- (9m) Stelle machen das Einlaufen in den Kanal bei schlechtem Wetter
ziemlich gefährlich, weil erstere alsdann schwer zu unterscheiden sind und man
gezwungen ist, zwischen ihnen und der als P. D. bezeichneten Stelle hindurch-
zugehen, wenn man nicht die noch gefährlichere westliche Passage wählen will.
Sowie die „stragglers“ passirt sind, ist wieder glattes Wasser, und bietet die
Fahrt, abgesehen von einigen sehr scharfen Wendungen, hauptsächlich bei
Shoal-I., wenig Schwierigkeiten, auch kommt der Strom wenig oder gar nicht
in Betracht.“
« „Die Pylades-Bucht, an der Ostseite des Smyth-Kanals,°) ist ein in der
Richtung Ost—West sich in das Land hineinziehender Einschnitt, eingefafst von
1) Vgl. „Ann, d. Hydr. etc.“, 1879, pag. 567; nach dem Berichte S.M. S. „Hansa“, -Kory.-
Kapt. Heusner, wurde hier im Juli 1879 kein bemerkenswerther Strom beobachtet.
2) S. „South American Pilot“, Part II (1875), pag. 110. .
3) Vgl. „Ann. d. Hydr. etc.“, 1879, pag. 227 und 567; „South American Pilot“, Part II
(1875), pag. 129.
4) Vgl. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1876, pag. 188; 1878, pag. 195.
5) Vgl. „Nachr. f. Seef,“, 1879, No. 513.