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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Frage zu geben, ohne auf eine Serie von Beispielen zurückzugreifen, will ich 
doch zu zeigen versuchen, worin sie wesentlich bestehen, 
Wir finden auf der Karte I (im Original) 85 Bahnen barometrischer 
Minima auf 5 Hauptstrafsen zurückgeführt; von den letzteren führen die drei 
nördlichen, welche 52 Minima oder 61 0/o umfassen, so nahe an Grönland und 
[sland vorüber, dafs man an der Möglichkeit nicht zweifeln kann, dieselben 
mittelst der in diesen Gegenden vorhandenen Stationen zu verfolgen; was die 
beiden südlicheren Hauptrouten betrifft, so zeigen ferner die beiden Karten V 
und VI, dafs 14 der dazu gehörigen Bahnen oder 17 °%9 ziemlich früh ihren 
Zug gegen Island zu richten beginnen, und dafs 7 andere (8 °/o) so nahe an 
den Azoren vorübergehen, dafs ihre Beobachtung mittelst der Stationen dieser 
Inseln ebenso wenig Schwierigkeit hätte. Es bleiben also in Wirklichkeit nur 
7 Bahnen auf der Karte V und 5 auf der Karte VI, d. i. im Ganzen 14 °% 9 der 
Gesammtzahl der Bahnen, welche unbemerkt scheinen passiren zu können, weil 
sie gerade in der Mitte zwischen Island und den Azoren hindurchführen. Prüfen 
wir die wirklichen Verhältnisse auf den synoptischen Karten, so finden wir 
indessen, dafs gewöhnlich diese letzteren Depressionen eine sehr grofse Aus- 
dehnung besitzen und ihre Form in der Richtung von Nord nach Süd ziemlich 
langgestreckt ist, so dafs es doch nicht schwierig sein dürfte, sie auf ihrer 
Route zu verfolgen, auch wenn man nicht im Stande ist, genau anzugeben, 
an welchem Punkte ihre Centren sich befinden und wie die Gradienten in 
ihnen sind, 
Was die Minima betrifft, die sich auf dem Atlantischen Ocean selbst 
bilden, so will ich mich damit begnügen, zu bemerken, dafs die Theilminima, 
sobald sie einige Selbstständigkeit erreicht haben, naturgemäfs dieselben Wego 
auf dem Ocean wählen, wie die von Westen kommenden Minima, denn diese 
Wege werden ja, wie wir gesehen haben, nicht durch die Antecedentien der 
betreffenden Depressionen, sondern durch die atmosphärischen Bedingungen be- 
stimmt, welche auf dem Theile des Oceans herrschen, den die Depression 
passiren wird. Diejenigen Theilminima, welche während der ganzen Dauer 
ihrer Wanderung über den Ocean im Verhältnifs der Unterordnung unter ihre 
Hauptminima bleiben, wie dieses besonders für die lateralen Bildungen der 
Südseite der Fall ist, können, wenn sie genügende Ausdehnung und Bedeutung 
arhalten haben, um eine direkte Gefahr für Europa darzustellen, in der Regel 
durch die Beobachtungen auf den Azoren bemerkt und verfolgt werden. 
Es ist somit die ausgesprochene Tendenz der Minima zur Annäherung 
ihrer Bahnen entweder an die grönländischen und isländischen Gewässer, oder 
an die Azoren, welche die Entwerfung annähernd richtiger Wetterkarten für 
die ausgedehnte Wasserfläche zwischen Island, Irland, den Azoren und Neu- 
fundland erleichtert und sogar ermöglicht. Indessen tragen hierzu noch ver- 
schiedene Umstände bei: so der hohe, von ruhigem Wetter begleitete Luftdruck, 
welcher sich gewöhnlich ohne Unterbrechung von den Azoren bis zu den 
Bermuden erstreckt und in dessen Bereich geringe Aenderungen gleich bemerkbar 
werden und eine grofse Bedeutung erlangen; die starken charakteristischen 
Aenderungen der Windrichtung auf den hervorragenden Punkten und endlich 
die Tendenz der barometrischen Maxima zur Erhaltung annähernd derselben 
Form und Ausdehnung während längerer Zeiträume.“ 
Um die Richtigkeit der obigen Behauptung zu prüfen, dafs die mit 
alleiniger Hülfe der Küstenstationen entworfenen Wetterkarten vom Nord- 
atlantischen Ocean die wesentlichsten Züge des Zustandes richtig darstellen, 
and um die Richtigkeit seiner persönlichen Ueberzeugung hiervon auch Anderen 
beweisen zu können, hat Herr Hoffmeyer sich vom Londoner „Meteorological 
Office“ zunächst die täglichen Schiffspositionen auf vier Reisen transatlantischer 
Dampfer geben lassen, hierauf nach den von ihm allein nach den Küsten- und 
Inselstationen entworfenen Wetterkarten die wahrscheinlichen Zustände und 
Aenderungen des Luftdrucks und des Windes, welche das Schiff antreffen 
mufste, bestimmt, und dann diese Aufstellungen auf dem genannten Institute 
mit den wirklichen Aufzeichnungen dieser Schiffe vergleichen lassen. In einem 
Anhange der Hoffmeyer’schen Abhandlung sind der, so zu sagen, errathene 
und der thatsächlich beobachtete Witterungsverlauf einander gegenübergestellt; 
das Resultat hat die Erwartungen übertroffen, da nur in der Windstärke
	        
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