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häufig, dafs ein starkes Minimum, welches von Newfoundland sich auf den Ocean
fortgepflanzt hat, sowohl sekundäre Minima in der Richtung gegen Europa vor
sich her sendet, als auch ein Theilminimum in der Gegend von jener Insel
zurückläfst, welches sich weiter zu entwickeln vermag; auch die an den Azoren
vorüberziehenden Minima veranlassen zuweilen ganze Serien von starken
Störungen, wie es z. B. bezüglich der Bildungen auf der Rückseite die Karten
vom 9.—14. November 1875 zeigen.
Was endlich die seitlichen (lateralen) Ausbildungen beitriffi, so sind sie
zwar 8o ziemlich die häufigste Form der Theilminima, sie erlangen jedoch
seltener einen solchen Grad der Selbstständigkeit, wie jene der Vorder- und
Rückseite. Die. Mehrzahl der seitlichen Bildungen entsteht auf der Südseite der
grofsen Dopressionen, weshalb wir ihnen vorzugsweise im westlichen Theile des
Oceans zwischen 35° und 45° Breite begegnen, von wo sie nach Europa, und
zwar am häufigsten nach den britischen Inseln, sich fortpflanzen. Dieser Art
sind die häufigen atmosphärischen Störungen, welchen die Schiffe auf der Reise
von Europa nach Amerika begegnen, und welche ihnen die häufigen raschen
Ausschiefser des Windes von SW nach NW mit nachfolgendem Zurückdrehen
gegen SW bringen. Vielfach sind auch diese Theilminima mit Unrecht für die
Forisetzungen nordamerikanischer Minima genommen worden, wo die ausgedehn-
teren synoptischen Karten vom Ocean deutlich zeigten, dafs die letzteren viel
nördlicher zogen, in Gegenden, welche vom Schiffsverkehr nur selten berührt
werden, und wo nur die meteorologischen Stationen in den Dänischen Kolonien
uns die richtige Sachlage erkennen lassen. ;
Laterale Bildungen kommen auch auf der Nordseite der grofsen Minima
vor und entstehen in der Davis-Strafse wie im SW und S von Island; sie er-
reichen indessen selten irgend welche Selbstständigkeit und zeigen meistens
eine Tendenz, stationär zu verbleiben, wovon die Ursache vielleicht darin zu
suchen ist, dafs, um ostwärts zu wandern, sie sich der Lufibewegung um das
Hauptminimum entgegen bewegen müfsten, ;
Endlich hebt Herr Hoffmeyer noch eine besondere Art von. Rand-
bildungen hervor, welche auf der Westseite solcher barometrischen Depressionen
sich ausbilden, die nicht das regelmäfsige Fortschreiten von West nach Ost
in gewohnter Weise zeigen; diese Theilmirima können darum nicht zu den
Bildungen auf der Rückseite — mit denen sie im Uebrigen die gröfste Achnlichkeit
haben — gerechnet werden. Diese Theilminima sind häufig von grofser Be-
deutung für die Witterung Europas; die Bedingungen für ihre Ausbildung sind
nach Hoffmeyer die folgenden. Nachdem eine oder mehrere starke Depressionen
Westeuropa erreicht haben, bildet sich zuweilen über dem Nordatlantischen
Ocean ein Gebiet hohen Drucks, das sich von Island und Grönland bis zu den
Azoren erstrecken kann und sich ziemlich unverändert einige Zeit lang erhält,
ohne sich ostwärts nach Europa fortzubewegen. Der Einfluß dieses Maximums
äufsert sich darin, dafs die. über Europa befindlichen Minima in ihrer Ostwärts-
Bewegung zurückgehalten werden und nicht selten sogar sich entweder selbst
gegen NW oder SW bewegen oder doch nach diesen Richtungen hin Theil-
minima entwickeln. Die synoptischen Karten vom 1.—7. September 1873,
4.—8. November 1873 und 22.—25, Juli 1875 bieten gute Beispiele hierfür; zu-
weilen, wie in den Tagen vom 28.—31. Mai 1875, treten diese Theilminima
danach in Europa in so vollständiger Ausbildung auf, dafs man sie leicht für die
Fortsetzung von Depressionen halten kann, die kurz vorher den amerikanischen
Kontinent verlassen haben, mit denen sie doch in keiner Beziehung stechen.
Denn so lange ein Maximum sich von Nord nach Süd im Atlantischen Ocean
erstreckt, ist das Schicksal der amerikanischen Minima nur zweierlei: entweder
sie verlieren sich, indem sie in das Gebiet des hohen Druckes einzudringen
suchen, oder sie umgehen das letztere in einem Bogen, welcher sie viel.weiter
nach Norden, gegen die Baffinsbai, bringt. Die synoptischen Karten vom 7. bis
11. August 1875 geben ein- Beispiel davon, dafs dieselbe Verhinderung der Ost-
wärts-Bewegung auch sekundären Minima auf dem offenen Ocean widerfährt,
wenn ein barometrisches Maximum auf dem westlichen Theile des Oceans
stationär ist.
Um festzustellen, welche Theile der Westküsten Europas von den Theil-
minima verschiedener Art hauptsächlich getroffen werden, hat Herr Hoffmeyer