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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Von 100 Minima, die in Nordamerika von Südwest von West kommen, 
gehen: über Grönland . . .. “17 45 
über Island . . . +. 4 31 11 
quer durch den Ocean, . . 28 26 
an den Azoren vorbei. . . 24 18 
Wenn man voraussetzen dürfte, dafs die Zahl der von SW gekommenen 
Minima (29 im Ganzen) nicht zu gering sei für allgemeine Schlufsfolgerungen, 
so müfste man diesen Minima eine Tendenz zuerkennen, den für die von Westen 
kommenden so häufigen Weg über Grönland zu vermeiden und sich Island und 
selbst den Azoren zuzuwenden., 
Die Intensität der Minima beim Verlassen Nordamerika’s (in 65° W-Lg) 
ist bei den 68, welche Europa erreichen, durchschnittlich 1,9, während sie für 
die 58, welche Europa’ nicht erreichen, sich im Mittel auf 2,2 stellt. Es sind 
somit die Minima, welche den Atlantischen Ocean überschreiten, 
im Durchschnitt etwas schwächer, als jene, welche hierzu nicht im 
Stande sind, 
In den Tabellen des Originals ist für jedes Minimum dieser Gruppe die 
Zeit angegeben, welche es zur Zurücklegung des Weges von 80° bis 60° W-Lg 
und von 60° bis 10° W-Lg brauchte; im Mittel von 66 Minima betrug die 
erstere 1,6, die letztere 4,8 Tage, Für diejenigen 33 Minima, welche in‘ Amerika, 
die gröfste Fortpflanzungs-Geschwindigkeit zeigten, erhält man im Mittel die 
Dauer der Bewegung zwischen 80° und 60° W-Lg gleich 1,1 und jener auf 
dem Ocean bis 10° W-Lg gleich 4,6 "Tagen, während die 33 in Amerika am 
langsamsten fortschreitenden 2,1 und 5,0 Tage zu diesen Strecken brauchten. 
Es ist also selbst bei Verdoppelung der Geschwindigkeit auf dem 
amerikanischen Bahntheile keine nennenswerthe Aenderung der 
Zeit, welche zur Ueberschreitung des Oceans erforderlich ist, zu 
konstatiren. 
Es erscheint deshalb unmöglich, nach der Richtung, Siärke und Fort- 
pflanzungs-Geschwindigkeit der Depressionen über Amerika Schlüsse zu ziehen 
darauf, an welcher Stelle und nach welchem Zeitraum und ob überhaupt sie 
Europa erreichen werden. Alle drei Fragen hängen demnach offenbar von den 
Zuständen auf dem Ocean und nicht von jenen über Amerika ab. 
Von 68 Depressionen, welche Europa erreichten, bewirkte weitaus die 
Mehrheit — 59 — Stürme in einer oder der anderen Gegend der Wostküsten 
dieses Erdtheils; am meisten dem ausgesetzt war Norwegen, welches in 48 Fällen 
von Sturm heimgesucht wurde, weniger die britischen Inseln (32 Fälle), Frank- 
reich (19 Fälle) und die Iberische Halbinel (11 Fälle). 
Wenn man berücksichtigt, dafs nur die Hälfte aller Minima, welche die 
Vereinigten Staaten verlassen, nach Europa gelangt, so stellt sich die Wahr- 
scheinlichkeit, dafs ein solches Minimum einen Sturm veranlassen werde, in 
Norwegen auf !/s, auf den britischen Inseln auf !/4, in Frankreich auf '/7 und 
in Portugal auf !/ı1. 
Die dritte Klasse (C) umfaflst die aus den Tropon stammenden 
Minima, welche zwischen Neufundland und den Azoren erschienen; die Zahl 
der Depressionen dieses Ursprungs, welche Europa erreichten, ist indessen so 
gering, dafs eine statistische Untersuchung derselben nicht möglich ist; von 
diesen Minima pflanzten sich 2 nach Grönland, 1 nach Island, 2 nach den 
Faröern, 1 nach den britischen Inseln und 2 nach Frankreich fort. 
Mit einer einzigen Ausnahme sind diese atmosphärischen Störungen um 
so bedeutender geworden, je weiter sie ostwärts fortschritten, und haben sie 
an den westlichen Küsten Kuropa’s Stürme hervorgerufen. Andererseits haben 
17 Minima ähnlichen Ursprungs sich nicht bis Europa fortgepflanzt; von diesen 
wurden 7 unterwegs durch andere Depressionen absorbirt und 10 haben sich 
ausgefüllt, Von den letzteren bieten einige besonderes Interesse dadurch, dafs 
sie nicht die gewöhnliche ausgesprochene Tendenz zur Fortpflanzung ostwärts 
aufweisen; es ist dieses besonders der Fall in der Nähe der Azoren und 
Madeira’s, wo nicht selten die Depressionen sich dauernd erhielten und mit 
gleicher Leichtigkeit nach allen Richtungen, auch nach Westen, sich fortpflanzen 
zu können schienen. 
Ann. d. Hydr., 1880, Heft VI (Juni).
	        
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