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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Englische Dampfschiffe mit 19‘ bis 21‘ engl. Tiefgang befahren vielfach 
die Ostsee, der Seegang auf der Untiefe ist ungleichmäfsig und mitunter sehr 
hoch, so dafs es wohl vorkommen kann, dafs ein grofses Schiff gegen 2ın durch- 
setzt; es würde alsdann ein Schiff von 6m Tiefgang (also die Mehrzahl der 
englischen Kohlenschlepper, welche die Ostsee befahren), schon durchstofsen 
und bei dem festen steinigen Untergründe rettungslos verloren sein.“ 
Soll nun untersucht werden, welche weiteren Schritte erforderlich werden, 
um diese der Schiffahrt so schr gefährliche Untiefe in der Ostsee möglichst 
ungefährlich für die meisten die Ostsee befahrenden Schiffe zu machen, so käme 
zunächst die gänzliche Wegräumung der Steinriffe bis auf eine Wassertiefe von 
3m in Betracht. Nach den auf Grund der, während der Expedition im Sommer 1879 
gemachten Erfahrungen würden sich die Kosten der Wegräumung des Adler- 
Grundes bis auf 8m Wassertiefe auf 4750000 ‚A, belaufen; doch würde nach 
Ansicht des Herrn Berichterstatters diese Summe immer noch nicht ausreichen, 
um den Adler-Grund für alle die Ostsee befahrenden Schiffe ungefährlich zu 
machen, Abgesehen davon, dafs, selbst bei sorgfältigster Ausführung der 
Arbeiten, immerhin die Möglichkeit nicht ausgeschlossen bleibt, dafs einzelne 
zefährliche Steine liegen bleiben und für Schiffe späterhin verhängnifsvoll werden 
können, kann es wohl vorkommen, dafs nach geschehener kostspieliger Ausführung 
der Vertiefung bis auf 8m ein einziger noch eintretender Unglücksfall den 
Nutzen derselben gröfstentheils illusorisch machen würde infolge der dadurch 
unter den Seeleuten hervorgerufenen Meinung über die andauernde Unsicherheit 
Jes Adler-Grundes. Die Auslegung eines Feuerschiffes dürfte nach Ansicht des 
Herrn Weinreich ebenfalls nicht genügen, um die Gefahren des Adler-Grundes 
vollständig zu beseitigen, da es im Winter gezwungen sein würde, Eises halber 
die Station zu verlassen. 
„Anders löst sich die Frage“, — so bemerkt Herr Weinreich am 
Schlusse seines Berichtes — „wenn es sich ermöglichen liefse, das Feuerschiff 
durch einen festen Leuchtthurm zu ersetzen. Ich bin zu der Ansicht gekommen, 
dafs der Bau eines Leuchtthurmes auf dem Adler-Grund mit den jetzt der 
Technik zu Gebote stehenden Mitteln keine unüberwindlichen Schwierigkeiten 
habe, und dafs es sehr wohl möglich ist, einen stabilen und allen Angriffen der 
See und des Eises trotzenden Leuchtthurm auf einer geeigneten Stelle des 
Adler-Grundes zu erbauen. Der Boden selbst, ein fester Thonboden, stark mit 
Steinen durchsetzt, bietet genügende Tragfähigkeit für einen massiven Thurm, 
dessen Unterbau aus grofsen Betonquadern zu errichten ist.“ Nach den von 
Herrn Weinreich an anderen Orten der Ostsee und nach den im Sommer 1879 
auf dem Adler-Grund hierüber gemachten Erfahrungen glaubt er die Möglich- 
keit der Ausführung eines solchen Quaderbaues mitten in der Ostsee nicht in 
Zweifel ziehen zu können. Bei der Annahme einer vierjährigen Bauzeit würden 
yach dem von ihm gemachten Anschlage die Kosten nur 650000 „A, betragen.!) 
N. Hoffmeyer’s Studien über die Stürme des Nordatlantischen O0ceans 
und Projekt eines internationalen wettertelegraphischen Dienstes 
in Bezug auf diesen Ocean. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,) 2) 
In den seit Ende 1875 erschienenen Heften seines grofsen synoptisch- 
metcorologischen Kartenwerkes hat Herr Hoffmeyer aufser den Beobachtungen 
der festen meteorologischen Stationen von Europa, den dänischen Kolonien, 
Canada und Neuengland auch diejenigen von deutschen und englischen Schiffen, 
1) Nach den bei den Bauten der Leuchtthürme von Zddystone und Ar-men gemachten Er- 
fahrungen dürften jedoch die Kosten hier zu niedrig angeschlagen sein und 1 Million Mark erreichen, 
wo nicht gar übersteigen. 
2) Referat und Auszug aus N, Hoffmeyer: Etude sur les tempätes de ’Atlantique septentrional 
et projet d’un service telegraphique international relatif & cet ocean, 4°. 45 Seiten Text und 7 Karten 
‘Kopenhagen 1880); mit einem Vorwort von Prof. Buys-Ballot.
	        
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