accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

285 
gewesen, als bei derjenigen Lothung, bei welcher die Röhre vorher benutzt 
war, wenn nicht etwa infolge . Einflusses der von der ersten Lothung  her- 
rührenden Feuchtigkeit eine‘ Zersetzung des Belages eingetreten ist, worüber 
weiterhin mehr. 
Uebrigens läfst sich der Belag der Röhren mit sehr geringen Kosten 
wieder erneuern, so dafs die gebrauchten Glasröhren stets aufbewahrt werden 
müssen. 
Die Bedingungen, welche erfüllt werden müssen, um das gute Funktioniren 
der Maschine und richtige Tiefenangaben zu erzielen, sind aufser der Aufstellung 
derselben, welche unter allen Umständen ein freies Fallen des Lothes gestatten 
mufs, und der richtigen Handhabung der Bremsvorrichtung, genügende Festig- 
keit: des Lothungsdrahtes und gute Beschaffenheit der zu verwendenden Glas- 
röhren. Es ist daher nothwendig, die Festigkeit des Lothungsdrahtes und die 
Glasröhren vorher sorgfältig zu prüfen. 
Die Prüfungen, welche durch das Hydrographische Amt mit mehreren 
Sorten Pianodraht mittelst der Werder’schen Festigkeitsinaschine in der 
Berliner Technischen Hochschule angestellt wurden, ergaben folgende Resultate: 
Draht No. I von 0,722 mm Durchmesser (deutsches Fabrikat) 90kg Bruchbelastung 
„x 09751, » (englisches Fabrikat) 83kg » 
„ IT 1758 5 » » 82kg » 
«Won MUT » oo ” 8lkg » 
» 3,766 ” » » 75,5kg 
„ V 2,746 # (deutsches Fabrikat) 94kg 
„Vlı 0,737 ” ” N 99ke 
Bei der Prüfung der Drähte III bis VII waren deren Enden mehrmals 
um die Kloben der Maschine gewickelt und dann befestigt. Die Drähte X und 11 
waren einfach um die Kloben gelegt und ihre Enden durch einen Stok. veor- 
bunden, daher sind die Resultate der Prüfung dieser beiden Drähte nicht ganz 
ainwandsfrei. . 
In der diesem Hefte beigegebenen Tafel ist die Dehnung der Drähte 111 
bis VIX graphisch dargestellt, die Abseissen entsprechen den Belastungen in 
Pfunden (= !akg) und die Ordinaten den Dehnungen des Drahtes in mm. Die 
so erhaltenen Dehnungskurven nähern sich-in ihrer Form Hyperbeln und können 
als solche dargestellt werden, wenn man berücksichtigt, dafs bei der Be- 
stimmung der Dehnungen und bei den Manipulationen mit der Maschine kleine 
Fehler nicht ausgeschlossen sind. 
Die Glasröhren müssen eine, dem Mafsstabe entsprechende Länge haben 
and möglichst gut kalibrirt sein; ihr innerer Durchmesser darf weder zu grofs, 
noch zu klein sein, ersteres damit eine schräge Lage der. Röhre, wenn das 
Loth auf dem Grunde nachschleppt, keinen Einflufs auf die Tiefenregistrirung 
habe, letzteres damit die zur Zersetzung des Belages erforderliche Wassermenge 
in die Röhre eindringen kann. Der Belag darf nicht zu dick aufgetragen und 
mufs so beschaffen sein, dafs er bis zu der Höhe, bis zu welcher das Seewasser 
steigt, vollständig entfärbt wird. In erster Linie mufßs aber der Verschlufs oben 
an den Glasröhren vollständig luftdicht sein, denn wenn auch nur wenig Luft 
durch denselben entweicht, so wird die Tiefenangabe erheblich falsch. Einige 
wenige solcher unrichtigen Tiefenangaben, welche sich bei den Versuchen auf 
S. M. Schiffen ergaben, sind aller Wahrscheinlichkeit nach darauf zurückzuführen, 
dafs die Luftdichtigkeit jenes Verschlusses keine vollkommene war. Wenn diese 
Fälle bisher auch nur ganz vereinzelt vorgekommen sind, so nöthigen sie doch 
dazu, bei den Tiefenangaben der Maschine im Auge zu behalten, dafs die Mög- 
lichkeit einer. unrichtigen Angabe nicht völlig ausgeschlossen ist, und empfichlt 
es sich daher, auch stets die Angaben des Umdrehungszählers mit zur Kontrole 
zu benutzen, wie z. B. S. M. S. „Bismarck“ berichtete, dafs in den beiden 
einzigen vorgekommenen Fällen, wo die Glasröhre 10 bis 20 Faden zu grofse 
Tiefe angab, der Umdrehungszähler auf die richtige Tiefe schliefsen Niels. 
Da hiernach ein guter oberer Verschlufs der Röhre von besonderer 
Wichtigkeit ist, wurden vom Hydrographischen Amte 8 Röhren mit verschiedenen 
Verschlüssen geprüft. Nachdem dieselben ungefähr !/2 Stunde in einem, mit
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.