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gewesen, als bei derjenigen Lothung, bei welcher die Röhre vorher benutzt
war, wenn nicht etwa infolge . Einflusses der von der ersten Lothung her-
rührenden Feuchtigkeit eine‘ Zersetzung des Belages eingetreten ist, worüber
weiterhin mehr.
Uebrigens läfst sich der Belag der Röhren mit sehr geringen Kosten
wieder erneuern, so dafs die gebrauchten Glasröhren stets aufbewahrt werden
müssen.
Die Bedingungen, welche erfüllt werden müssen, um das gute Funktioniren
der Maschine und richtige Tiefenangaben zu erzielen, sind aufser der Aufstellung
derselben, welche unter allen Umständen ein freies Fallen des Lothes gestatten
mufs, und der richtigen Handhabung der Bremsvorrichtung, genügende Festig-
keit: des Lothungsdrahtes und gute Beschaffenheit der zu verwendenden Glas-
röhren. Es ist daher nothwendig, die Festigkeit des Lothungsdrahtes und die
Glasröhren vorher sorgfältig zu prüfen.
Die Prüfungen, welche durch das Hydrographische Amt mit mehreren
Sorten Pianodraht mittelst der Werder’schen Festigkeitsinaschine in der
Berliner Technischen Hochschule angestellt wurden, ergaben folgende Resultate:
Draht No. I von 0,722 mm Durchmesser (deutsches Fabrikat) 90kg Bruchbelastung
„x 09751, » (englisches Fabrikat) 83kg »
„ IT 1758 5 » » 82kg »
«Won MUT » oo ” 8lkg »
» 3,766 ” » » 75,5kg
„ V 2,746 # (deutsches Fabrikat) 94kg
„Vlı 0,737 ” ” N 99ke
Bei der Prüfung der Drähte III bis VII waren deren Enden mehrmals
um die Kloben der Maschine gewickelt und dann befestigt. Die Drähte X und 11
waren einfach um die Kloben gelegt und ihre Enden durch einen Stok. veor-
bunden, daher sind die Resultate der Prüfung dieser beiden Drähte nicht ganz
ainwandsfrei. .
In der diesem Hefte beigegebenen Tafel ist die Dehnung der Drähte 111
bis VIX graphisch dargestellt, die Abseissen entsprechen den Belastungen in
Pfunden (= !akg) und die Ordinaten den Dehnungen des Drahtes in mm. Die
so erhaltenen Dehnungskurven nähern sich-in ihrer Form Hyperbeln und können
als solche dargestellt werden, wenn man berücksichtigt, dafs bei der Be-
stimmung der Dehnungen und bei den Manipulationen mit der Maschine kleine
Fehler nicht ausgeschlossen sind.
Die Glasröhren müssen eine, dem Mafsstabe entsprechende Länge haben
and möglichst gut kalibrirt sein; ihr innerer Durchmesser darf weder zu grofs,
noch zu klein sein, ersteres damit eine schräge Lage der. Röhre, wenn das
Loth auf dem Grunde nachschleppt, keinen Einflufs auf die Tiefenregistrirung
habe, letzteres damit die zur Zersetzung des Belages erforderliche Wassermenge
in die Röhre eindringen kann. Der Belag darf nicht zu dick aufgetragen und
mufs so beschaffen sein, dafs er bis zu der Höhe, bis zu welcher das Seewasser
steigt, vollständig entfärbt wird. In erster Linie mufßs aber der Verschlufs oben
an den Glasröhren vollständig luftdicht sein, denn wenn auch nur wenig Luft
durch denselben entweicht, so wird die Tiefenangabe erheblich falsch. Einige
wenige solcher unrichtigen Tiefenangaben, welche sich bei den Versuchen auf
S. M. Schiffen ergaben, sind aller Wahrscheinlichkeit nach darauf zurückzuführen,
dafs die Luftdichtigkeit jenes Verschlusses keine vollkommene war. Wenn diese
Fälle bisher auch nur ganz vereinzelt vorgekommen sind, so nöthigen sie doch
dazu, bei den Tiefenangaben der Maschine im Auge zu behalten, dafs die Mög-
lichkeit einer. unrichtigen Angabe nicht völlig ausgeschlossen ist, und empfichlt
es sich daher, auch stets die Angaben des Umdrehungszählers mit zur Kontrole
zu benutzen, wie z. B. S. M. S. „Bismarck“ berichtete, dafs in den beiden
einzigen vorgekommenen Fällen, wo die Glasröhre 10 bis 20 Faden zu grofse
Tiefe angab, der Umdrehungszähler auf die richtige Tiefe schliefsen Niels.
Da hiernach ein guter oberer Verschlufs der Röhre von besonderer
Wichtigkeit ist, wurden vom Hydrographischen Amte 8 Röhren mit verschiedenen
Verschlüssen geprüft. Nachdem dieselben ungefähr !/2 Stunde in einem, mit