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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Tiefen- und Bodenbeschaffenheit des Meeres ‘in der Nähe der 
Mündung des La Plata und Bemerkungen über die Küste zwischen 
der Ostspitze und Kap Castillo. Uruguay. 
Während einer neueren Untersuchung der Ansegelung des La Plata- 
Stromes durch Commander W. S. Schley, Kommandant vom V.St.S. „Essex“, 
ist eine deutlich ausgeprägte Senkung des Meeresbodens zwischen der La Plata- 
Bank einerseits und der Küste von Uruguay andererseits aufgefunden (bezw. 
bestätigt) worden;!) der Boden dieser tieferen Rinne ist Schlamm von der 
Beschaffenheit eines zähen Thones und an verschiedenen Stellen von verschiedener 
Farbe, von blaugrau bis blauschwarz. 
Diese Rinne, von Commander Schley „mud well“ genannt, beginnt süd- 
lich vom Leuchtfeuer von Maldonado, in einem. Abstande von ca 1 Sm von der 
Küste, und ist an dieser Stelle 11 Sm breit; sie behält dieselbe Breite, mit 
Ausnahme an einem oder zwei Punkten nahe bei Kap Santa Maria und weiter 
nach See zu in der Richtung nach Kap Castillo, wo die Entfernung von der 
Küste bis zu 21 Sm zunimmt. Der Verlauf der Rinne ist nach NO0zO0. 
Die in dieser Rinne ausgeführten Lothungen ergaben Tiefen, welche von 
den. in den Karten. innerhalb derselben Grenzen angegebenen bedeutend ab- 
weichen, wie nachstehender Auszug aus dem“ Lothungs-Journal des „Kesex“ 
angiebt. 
Irt 
Kap Jose Ygnacio VL 
Maldonado-Leuchtthurm » 
Kap Castillo. . 
Peilt in 
W148 
NWZW1/aW' 
WNW8/4W 
NW 
NzWIAW 
NWSAN 
NW3/N 
Ent- 
fernung 
in 
5m 
30— 28 
22—31 
21-28 
7—20 
7—20 
4—16 
1—183 
Lothungen 
Fad. | m I 
„Essex“ 
Karte 
Fad. +! 
m 
0—37 
>»9— 38 
9—3€ 
9—30 
I—22 
7—19 
16-920 
5—68 20—26 | 37—48 
583—70 20 87 
3—66 | 14—20 | 26—37 
54—55 | 21—22 | 38—40 
442 1 17 81 
1—34 | 20 87 
9137 2 —_ 
Hat man von See aus diese Rinne (mud well) passirt und steuert man 
auf die Küste zu, so ergeben sich folgende Veränderungen im Charakter des 
Meeresbodens von der Rinne bis zur Küste. Zuerst trifft man Schlamm und 
sandigen Kies’ an, alsdann Schlamm und Muschelschalen und endlich Sand und 
Schalen; der Sand ist grob, von verschiedener Farbe und ist nahe an der 
Küste mit Kies und gefärbten Muschelschalen vermischt; bis zu einer Entfernung 
von ca 4 Sm von der Küste nehmen die Tiefen ziemlich regelmäfsig bis 26 und 
22m (14 und 12 Fad.) ab. Bei dickem Wetter, oder wenn alle Punkte an der 
Küste von dieser Entfernung aus nicht vollkommen deutlich ‚sichtbar sind, darf 
man nicht weniger, als 27,4m (15 Fad.) tiefes Wasser lothen..: Nach der offenen 
See zu besteht der Boden jenseits der Rinne zunächst gleichfalls, wie diesseits 
derselben, aus Schlamm und Kies, dann aus Schlamm und Muschelschalen, 
noch weiter aus feinem grauem oder weilsem Sande, vermischt mit zerbrochenen 
Muschelschalen und jenseits der La Plata - Bank aus feinem weißem und 
grauem Sand. . | 
Die nach dem La Plata-Strom bestimmten Schiffe werden, nachdem sie 
die Breite des Kap Castillo (in 34° 21‘ 19“ S-Br und 53° 46‘ 53“ W-Lg) 
passirt haben, in dieser Rinne ein ausgezeichnetes Merkmal zur Besteckrechnung 
für die Ansegelung der Küste finden. 
Die Lothungen auf der La Plata-Bank, deren allgemeine Richtung von 
NO0zO nach SWzW ist, in einem durchschnittlichen Abstande von 40 Sm von 
der Küste, ergaben Tiefen von 18—26m (10—14 Fad.), nur wenig abweichend 
von den in der Karte angegebenen. Das NO-Ende der Bank peilt von Kap 
Santa Maria 080'/40, 40 Sm entfernt, und die westlichste Spitze nach den 
Bestimmungen des „Essex“ von Maldonado-Leuchtthurm Sz0!/40, 40 Sm entfernt. 
) S. „Hydrogr, Not,“ No. 61, Washington, 1879, und „Ann. d, Hydr. etc,“, 1878, pag. 430. 
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