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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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131° O-Lg und 21° N-Br in 127° O-Lg, litt das Schiff unter einem aufser- 
ordentlich schweren Orkan, der aus West begann und in Südost endete. Der 
niedrigste Luftdruck wurde in demselben mit 732,9 mm beobachtet, als der 
Wind SW (12) war. Wenige Stunden später lief derselbe, jedoch ohne dafs 
vorher Windstille eingetreten wäre, um nach ESE (11). Das Schiff litt in die- 
sem Orkane aufserordentlich, selbst die an den Rasen gut gesicherten Segel 
fand man später, obgleich von den Beschlagzeisingen umschnürt, zerrissen.) 
„Rossini“, welche Bark den Meerestheil, in dem „Fulda‘“ so Aufserordentliches 
erfuhr, einige Tage vorher passirte, bemerkte von dem Orkane nichts. 
Erst in 21,3° N-Br und 126° O-Lg fand „Fulda“ den Nordostmonsun; 
der vorher aus West wehende Wind war durch Nord nach NNE gedreht... Bei 
leichter nordöstlicher Briese wurde schliefslich der letzte Theil der Reise zurück- 
gelegt. Es war vorher 10° N-Br in 132° O-Lg am 16. April und 20° N-Br in 
128° O-Lg am 23. April überschritten worden. Am 27. April wurde der Bashee- 
Kanal passirt und am 3. Mai auf der Rhede: von Hongkong geankert. Die Dauer 
der Reise vom Kanale ab betrug 152 Tage; nicht weniger als 60 derselben 
waren erforderlich gewesen, um von der Sandalwood-Insel her den Bestimmungs- 
platz zu erreichen, 
Nachdem „Fulda“ in Hongkong gedockt worden war, wurde am 5. Juni 
der Hafen verlassen, um in Ballast nach Zebw in der Philippinen-Gruppe zu ver- 
segeln, Man traf auf der Reise durch die China-See mälsig starken, vorherr- 
schend aus SSW kommenden Monsun. Die Strömungen, welche man beobachtete; 
waren nur unbedeutend. Am 13. Juni befand „Fulda“ sich in Sicht der Küste 
von Luzon; am 18. Juni in der von Mindoro. Sowie man in die Nähe des 
Landes gekommen war, wurde der Wind sehr leicht und unbeständig; auch war 
die Richtung hier nicht mehr eine südwestliche, sondern eine südöstliche. Bo- 
ständig in der Nähe von Land befindlich, war der Verlauf der Reise von nun 
an ein sehr langsamer. Erst am 1. Juli, nach 26tägiger Fahrt, konnte man im 
Hafen von Zebw den Anker fallen lassen. 
Mit Zucker und Manilahanf beladen, trat „Fulda“ am 28. Juli die Rück- 
reise nach Liverpool an. Bei sehr leichter, vorherrschend südwestlicher oder 
züdöstlicher Briese gelangte die Bark bis zum 4. August zur Südwestspitze der 
Insel Mindanao, wo ein starker, 20 Sm im Etmale nach Norden setzender Strom 
verursachte, dafs bei dem so sehr leichten und unbeständigen Winde noch 
5 Tage erforderlich waren, bevor man die Basilan-Strafse passiren konnte. In 
der Sulu-See herrschten leichte südöstliche Winde vor; der Strom setzte dort 
in der Nähe des Sulu-Archipels nach WSW; an einem Tage einmal bis zum 
Betrage von 47 Sm, dagegen in der Nähe der Küste von Celebes, die am 
14. August gesichtet wurde, fast ebenso stark nach Osten. In 3 Tagen wurde 
hier. eine Versetzung von 100 Sm beobachtet. In der Strafse von Makassar 
hatte die Strömung eine südliche und westliche Richtung; doch war sie nicht 
regelmäßig, denn auch in ihr wurde an einem Tage noch eine östliche Ver- 
setzung von 24 Sm konstatirt. In der Sunda-See, die bei frischer, beständiger 
Briese aus ESE durchsegelt wurde, lief der Strom mit. stündlicher Schnelligkeit 
von 1 Sm nach Westen. Es wurde von „Fulda“ der Meridian von 120° O in 
1° N-Br am 18. August und der Aequator in 119,2° O-Lg am 20. August über- 
schritten. Am 29. August befand die Bark sich in der Nähe von Anrjer und am 
nächsten Tage südlich von der Sunda-Strafse, 
Vom, östlich von 70° O-Lg sehr kräftig auftretenden, Südostpassate ge- 
führt, wurde im Indischen Ocean ein südwestlicher Kurs gesteuert. Auf demselben 
erreichte man in. 29,2° S-Br und 38,5° O-Lg die polare Passatgrenze, Der 
Wind beschrieb in der Nähe dieses Punktes eine sehr rasch verlaufende Drehung 
um den ganzen Kompafs, auf welche später noch wieder für längere Zeit frischer 
Ostwind folgte. Westlichen Wind fand „Fulda“ erst in 34° S-Br und 28,5° O-Lg, 
Es waren 10° S-Br in 97° O-Lg am 1. September, 20° S-Br in 77,2° O-Lg am 
8, September und 30° S-Br in 35° O-Lg am 26. September überschritten worden, 
ferner die Länge von 80° O in 19,1° S-Br am 7. September, wie die von 60° 0 
in 23.2° S-Br am 14, September, 
1) In diesen „Annalen ete,“, 1880, Seite 212, ist eine genauere Beschreibung dieses Orkans 
gegeben, 
Aun, d. Hydr., 1880, Heft Y (Mai).
	        
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