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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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20° N-Br in 58,8° W-Lg am 10. Dezember und 30° N-Br in‘ 70° W-Lg. am 
15. Dezember gekreuzt. Am 24. Dezember wurde der Hafen von New- York 
erreicht; die Reisedauer betrug 47 Tage. 
7. Reise der Emdener Bark „Rose“, Kapt. M. Geerds. 
Die nach St. Thomas bestimmte Emdener Bark „Rose“ befand sich am 
3. Dezember 1877 in Sicht der Lizard-Feuer. Bei veränderlichen, nicht sehr 
stürmischen Winden, die einen ziemlich befriedigenden Fortgang nach Süden 
erlaubten, gelangte die Bark am 11. Dezember nach 40° N-Br in 16,8° W-Lg 
und am 16. Dezember nach 30° N-Br in 22° W-Lg. In ungefähr 34° N-Br und 
17,5° W-Lg holte der weiter nördlich frisch aus Westen wehende Wind in rasch 
erfolgender, rechtlaufender Drehung in die Passatrichtung. Von recht kräftigem 
und beständigem Passatwinde begleitet, verlief die Reise dann in solcher Weise, 
dass 30° W-Lg in 24° N-Br am 19. Dezember und 60° W-Lg in 16,7° N-Br am 
3. Januar 1880, wie der Parallel von 20° N in 42° W-Lg am 23. Dezember über- 
schritten wurde. Im Westen von 42° W-Lg webte der Passat nur in geringer 
Stärke, auch traten dort mehrere, kurze Zeit anhaltende, Störungen desselben 
auf. Am 5. Januar, nach 33tägiger Reise, ankerte die Bark im Hafen von 
St. Thomas. | 
Von St, Thomas versegelte „Rose“ am 16. Februar nach dem an der West- 
seite von Haiti gelegenen Hafen von Miragoane. Frischer Passat führte die 
Bark in 5 Tagen zum Kap St. Nikolas, der Nordwestspitze von Haiti, In Lee 
dieser Insel wurde man dann noch 2 Tage durch Windstille aufgehalten, bis es 
am 23. Februar gelang, Miragoane zu erreichen. 
Nachdem die Bark hier beladen worden war, trat sie am 2. April die 
Rückreise nach Falmouth an. Im Windward-Kanal. wurden stürmische Westwinde 
angetroffen, die es schwierig machten, Haiti sowohl wie später die Iusel /nagua 
an ibrer Westseite zu passiren. In 21,3° N-Br und 74° W-Lg trat Windstillo 
ein, welche fast 2 Tage hindurch währte. Am 8. April folgte frischer, bald 
nach Südost umlaufender Ostwind. Bei diesem passirte an demselben Tage die 
Bark die Crooked Island-Passage und steuerte dann bei frischer Briese nach 
Norden und Osten. -Die Passatgrenze. schien in der Nähe von 27° N-Br und 
72,5° W-Lg zu liegen, Der frische Südwestwind, welcher hier einsetzte, war 
aber nicht von langer Dauer; nördlich von 30° N-Br folgte noch wieder östlicher 
Wind. Ueberhaupt war die Richtung der angetroffenen Winde eine sehr ver- 
änderliche und zeigte sich nur insofern einige Regelmäfsigkeit, als im Westen 
von 27° W-Lg die nördlichen, im Osten von diesem Meridiane die südlichen 
Winde vorherrschend waren. Erwähnenswerthe Stürme wurden auf dieser Fahrt 
nicht angetroffen. Es. wurde 30° N-Br in 64,5° W-Lg am 13. April und 40° N-Br 
in 35° W-Lg am 30. April, ferner 70° W-Lg in 28° N-Br am 11. April, 50°W-Lg 
in 37° N-Br am 23. April und 30°W-Lg in 42,3° N-Br am 2. Mai überschritten. 
Am 11, Mai nach 39tägiger Reise war die Rhede von Falmouth erreicht. 
Am 17. August 1878 befand sich „Rose“, jetzt auf einer Reise von 
Frederikstadt in Norwegen nach der Kapstadt begriffen, abermals in der Nähe 
von Lizard. Bei vorherrschend aus westlicher Richtung kommenden Winden 
konnte während. der nächsten Zeit nur langsam nach Süden fortgeschritten 
werden. Als man jedoch nach 37° N-Br in 16° W-Lg gekommen war und dort 
den Passat gefunden hatte, verlief die Reise in etwas günstigerer Weise. Wie 
es auf der vom Kanal nach der Linie führenden Route, auf welcher die Schiffe 
im Osten von dem, südlich von den Azoren gelegenen, Gebiete höchsten Luft- 
druckes bleiben, So häufig geschieht, erfuhr man beim Uebergange in das Passat- 
gebiet keine Windstille noch Mallung, sondern eine allmähliche Drehung des 
frischen Windes von West durch Nord nach Nordost. Der Passat wehte durch- 
gehends nur. schwach; sein Gebiet erstreckte sich bis nach 14° N-Br in 
25,7° W-Lg. Auch hier ging der Uebergang von einem Windgebiet zum andern 
vor sich, ohne Aufenthalt zu verursachen. Der Wind drehte sich von NE nach 
E und weiter, ohne abzuflauen, darch S nach SW. Bei mäfsig starkem West- 
monsun und unter dem KEinflusse einer starken östlichen Strömung wurde dann 
über B. B.-Bug bis nach 2,4° N-Br in 14,3° W-Lg gesegelt, Hier wurde am 
21. September gewendet und dann über St. B.-Bug- der Linie zugestrebt, „Rose“
	        
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