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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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In der Nähe von 37,5° N-Br und 17° W-Lg drehte der vorher aus nordwest- 
licher Richtung wehende Wind durch Nord nach NE und damit war in Wirk- 
lichkeit das Gebiet des NE-Passats erreicht. In mäfsiger Stärke, aber beständig 
herrschend, begleitete derselbe die östlich von der Kap Verde-Gruppe hin 
segelnde Brigg bis nach 13° N-Br in 21,6° W-Lg. In der Nähe dieses Punktes 
lief der zuletzt aus Nord wehende Wind in wenigen Stunden durch Ost nach 
SW und West. So wurde, ohne dafs man durch Windstille war aufgehalten 
worden, das Gebiet des Monsuns erreicht. „Agnes“ hatte 40° N-Br in 
15,5° W-Lg am 4. August, 30° N-Br in 20° W-Ly am 9. August, 20° N-Br 
in 21,1° W-Lg am 13. August und 10° N-Br in 20,2° W-Lg am 20. August 
yekreuzt. Am 30. August wurde in 3° N-Br der Meridian vom Kap Palmas 
überschritten. Hier erreichte der, während der Zeit des westlichen Monsuns 
beständig beobachtete Oststrom während mehrerer Etmale einen Betrag von 
mehr als je 30 Sm. Am 1. September, nach 34tägiger Reise vom Kanale her, 
erreichte „Agnes“ die Accra-Rhede., 
Am 22. Oktober wurde von Accra aus die Heimreise nach Bremen av- 
getreten. Bei veränderlichen, vorherrschend aus südsüdwestlicher Richtung 
kommenden, leichten Winden strebte Kapt. Berckmann danach, nach Süden 
hin zu gelangen. Am 2. November befand die Brigg sich in 0,4° N-Br und 
3,2° O-Lg. Hier herrschte für einen Tag Windstille und dann folgte ein 
ziemlich beständiger leichter Südwind. Mit dieser Windänderung trat auch eine 
Aenderung des Stromes ein. Hatte man bis dahin an jedem Mittage eine östliche, 
10 bis 20 Sm grofse Versetzung nach Osten konstatirt, so wurde von jetzt an 
an jedem Tage eine westliche Strömung gefunden. Man steuerte bei mäßig 
starkem, nach und nach zum SE-Passat gewordenem Winde nach Westen und 
hielt sich dabei für läugere Zeit eben südlich vom Aequator. Am 14. November, 
als 20° W-Lg in 1,6° N-Br erreicht war, schlug man einen sehr nördlichen 
Kurs ein, welcher die Brigg bis zum 16. November in 5,6° N-Br und 22° W-Lg 
an die nördliche Grenze des SE-Passats führte. Nicht ganz 2 Tage waren 
erforderlich, um den Stillengürtel, in welchen leichte veränderliche östliche Briese 
and wenig eigentliche Stille angetroffen wurde, zu überschreiten. In 7,2° N-Br 
und 22° W.Lg fand man den NE-Passat. 
Derselbe erwies sich in der Folge als im höchsten Grade unbeständig; 
mit einiger Regelmäfsigkeit herrschte NE-Wind nur bis 12,7° N-Br, dann 
kamen ganz leichte nordwestliche Winde durch. 
In 14° N-Br traten noch einmal wieder östliche Winde auf, aber schon 
in 20° N-Br hatte der Passat ein Eude. Auf eine Windstille von kurzer Dauer, 
welche hier eintrat, folgte südwestlicher Wind, um für längere Zeit ungestört 
zu herrschen. Auch diese Störung der gewöhnlichen Verhältnisse waren eine 
Folge der Anwesenheit jener schon in den Reiseberichten von „Rossini“ und 
„Mercur“ erwähnten Depression. Sio verursachte westlichen Wind dort, wo 
man Passat zu finden erwartete, dagegen Östliche Winde in den mittleren 
Breiten des Atlantischen Oceans. Als Beweis der letzterwähnten Thatsache 
möge hier noch auf die raschen Reisen der um diese Zeit auf der direkten 
Route uach den Vereinigten Staaten segelnden Schiffe hingewiesen werden; 
unter denen z. B. „Amaranth“, Kapt. Brauer, schon 11 Tage später, nachdem 
am 24. November der Kanal verlassen worden war, 52° W-Lg überschritten 
hatte. „Agnes“ erreichte ihre westlichste Länge am 1. Dezember mit 27,5° W-Lg 
in 20° N-Br. Bei den hier einsetzenden, zu wiederholten Malen von Gewittern 
begleiteten Westwinden steuerte sie in der Weise, dafs 30° N-Br in 26° W-Lg 
am 10. Dezember erreicht wurde. In 31° N-Br und 25,5° W-Lg, einer Stelle 
wo in der Regel ein sehr hoher Luftdruck herrscht, beobachtete man mit 
156,5 mm den niedrigsten Barometerstand, befand sich also hier in geringster 
Entfernung östlich vom Mittelpunkte der Depression. Dieser Annahme ent- 
sprechend drehte sich der Wind am nächsten Tage durch Süd nach SE, wehte 
am 12. Dezember in 34,5° N-Br und 24,5° W-Lg aus SE für kurze Zeit als 
heftiger Sturm und nachher bei steigendem Barometer für lange Zeit in mäfsiger 
Stärke. Trotz des südlichen Windes nahm der Luftdruck, so wie die Brigg 
weiter nach Norden hin vorrückte, zu und in 44° N-Br und 17° W-Lg erreichte 
er die Höhe von 772,6 mm. In 47° N-Br und 14° W-Lg setzte am 21. Dezember 
wieder westlicher Wind ein, mit dem man am 25. Dezember in Sicht von Lizard
	        
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