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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Oceans sehr häufig aufzutreten scheinen. Stürmische Ostwinde an der Nordseite 
der Depression; „Rossini“ traf dieselben zwischen 42° und 34° N-Br, später 
allmählich abnehmenden Luftdruck, so wie man nach Süden hin vorschritt, bis 
man am 11. Dezember in 31° N-Br und 20,8° W-Lg mit 750,3 mm dessen 
niedrigsten Stand beobachtete; dann ein Umlaufen des zuletzt nur noch leichten 
Ostwindes durch Süd nach SW und schliefslich zwischen 31° und 27° N-Br für 
längere Zeit heftige südwestliche Winde. Regelmälsiger Passat wurde erst in 
20,8° N-Br und 23,2° W-Lg angetroffen; derselbe wehte aber nur in geringer 
Stärke, so dass auch bei diesem nur eine langsame Fahrt erzielt werden konnte. 
Begünstigt wurde man beim Uebergange vom Gebiete des NE- in das des SE- 
Passats, Der NE-Wind, welcher gerade, als er seinem Ende nahe war, am 
frischesten auftrat, nahm mehr und mehr eine östliche Richtung an, und schliefslich 
wehte ein gleich kräftiger SE-Passat. Es erfolgte dieser Uebergang in der für 
die Jahreszeit ungewöhnlich hoch nördlich liegenden Position von 8,5° N-Br 
und 24,5° W-Lg. „Rossini“ überschritt 40° N-Br in 17,8° W-Lg am 7. Dezember, 
30° N-Br in 21,5° W-Lg am 12. Dezember, 20° N-Br in 24° W-Lg am 
20. Dezember und 10° N-Br in 25,3° W-Lg am 24. Dezember, Am 30. Dezember, 
29 Tage später als man 50° N-Br verlassen hatte, wurde in 28,5° W-Lg der 
Aequator überschritten. 
Bei sehr beständigem Passat, der sich bis nach 29,5° S-Br in 29,5° W-Lg 
erstreckte, verlief die Reise in südlicher Breite zunächst in befriedigender 
Weise, Auf den Passat folgte keine Stille; er endete vielmehr, indem der Wind 
nordöstlich Hef, und hoch nördliche Winde herrschten nachher auch fast ununter- 
brochen, so lange wie das Schiff sich noch in westlicher Länge befand. Heftige 
Winde, oder gar Stürme, wurden überall nicht angetroffen. Man erreichte den 
Parallel von 10° Süd in 32,5° W-Lg am 4. Januar 1879, den von 20° Süd in 
32,6° W-Lg am 8. Januar und den von 30° Süd in 28,7° W-Lg am 12. Januar. 
Am 22, Januar wurde in 40,5° S-Br der erste Meridian erreicht; 23 Tage vorher 
hatte man den Aequator verlassen. 
Beim Ablaufen der Länge hielt die Bark sich zwischen 43° und 44° S-Br. 
Es wurde dort /keine befriedigende Gelegenheit gefunden, indem die Winde, 
obgleich beständig aus einer günstigen nördlichen Richtung, doch gewöhnlich 
mit einer zu geringen Stärke wehten. Am 14. Februar, dem 23. in östlicher 
Länge zugebrachten Tage, überschritt „Rossini“ in 40,6° S-Br den Meridian 
von 80° Ost. 
Auch der zweite Reiseabschnitt auf östlicher Länge, zwischen 80° Ost 
und der Ombay-Passage, mulste unter sehr ungünstigen Verhältnissen zurück- 
gelegt werden. KErst in der Nähe von 24,5° S-Br und 110° O-Lg entwickelte 
sich aus vorher frisch aus SW -wehendem Winde der SE-Passat und schon in 
14,5° S-Br und 116° O-Lg nahm derselbe wieder ein Ende. Südlich vom 
Passatgebiete waren meistens sehr leichte südliche. und südöstliche Winde die 
herrschenden gewesen. Nördlich von demselben fand „Rossini“ an mehreren 
Tagen stürmische Nordwinde, und befand die Bark sich hier offenbar — der 
Luftdruck sank bis auf 752,4m — im Osten vom Centrum einer nicht weit 
entfernten Cyklone. Kin Blitzstrahl zerschmetterte bei dieser Gelegenheit dom 
Schiffe die große Bramstenge, Auf dieses Unwetter folgte leichter, von Stillen 
mehrfach unterbrochener NW-Wind. Nachdem vorher 30° S-Br in 108,2° O-Lg 
am 3. März und 20° S-Br in 112,5° O-Lg am 7. März überschritten worden 
war, gelangte die Bark am 15. März bei leichtem Westwinde in Sicht der 
Sandelwood - Insel. Am nächsten Tage wurde der Parallel von 10° Süd 
gekreuzt. Lange anhaltende Windstille und leiser Zug, zwischen Timor und 
den nördlicheren Inseln herrschend, bewirkten, dafs „Rossini“ sich erst am 
23. März nördlich von der Ombay-Passage befand. Bei ziemlich frischer, in 
der Molukken-See angetroffener Briese wurde dieses Binnenmeer durchsegelt, 
Am 25. März befand die Bark sich in Sicht der Iusel Buru. Nördlich davon 
bis zur Linie, welche „Rossini“ am 1. April in 129° O-Lg überschritt, war der 
Wind in Richtung und Stärke wieder sehr unbeständig. In der Nähe .des 
Aequators traf „Rossini“ mit der eisernen Bremer Bark „Fulda“ zusammen, 
welche ebenfalls auf einer Reise nach‘ Hongkong begriffen war und die Ombay- 
Passage schon am 18, März verlassen hatte.
	        
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