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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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balken erhalten konnten. Dieser Raumverlust bei der Stauung muls’bei dem 
Abschlusse einer Fracht wohl in Rechnung gezogen werden. . ; 
Am Morgen des 9. September 1879 verliefsen wir den Hafen und liefsen 
uns von dem Dampfer „Blakely“ nach Port Townsend und weiter bis aufserhalb 
Kap Flattery schleppen, wofür die mäfsige Summe von 150 Dollar zu zahlen 
war.‘ Trotz eines sechsstündigen Aufenthalts in Port Townsend wurde schon 
um 1* p.m. des 10. September die hohe Seo erreicht. 
Ueber die vom Puget-Sound nach Australien einzuschlagende Route hatte 
ich ebenfalls vor Antritt der Reise bei amerikanischen Kapitänen, welchen diese 
Fahrt bekannt. war, Erkundigung eingezogen. Während‘ Findlay in seinem 
South Pacific Directory nur die eine Route angiebt, welche nördlich von. den 
Samoa- und Frji-Inseln hin, dann südlich nach der Norfolk-Insel und an der 
Lord Howe-Gruppe vorbei zum Bestimmungsplatze führt, unterscheiden die 
Amerikaner zwei, je nach der Jahreszeit zu wählende Routen. Zur Zeit des 
durchstehenden Südostpassats schneiden sie den Aequator in 150° W-Lg oder 
etwas westlicher, den Breitenparallel von 10° Süd noch etwa 20° weiter nach 
Westen hin und steuern dann nordwestlich von den Fi%ji-Inseln und zum Be- 
stimmungsorte in ähnlicher Weise wie von Findlay angegeben. Während der 
Zeit des Nordwestmonsuns aber, von etwa Mitte November bis Anfang April, 
wenn zwischen den Fiji-Inseln und Newu-Caledonien unbeständiges Wetter, Wind- 
stillen und Böen aus den verschiedensten Richtungen herrschen, nehmen sie die 
Route im Süden der Samoa- und Fiji-Inseln, indem sie den Aequator in etwa 
146° W-Lg, 10° S-Br in 158° W-Lg schneiden, dann nach der /nwi-Insel, eben 
südlich von den‘ Zonga-Inseln und nun in 22° S-Br westwärts der Hunter-Insel 
zusteuern. Von dort wird der Kurs südlich von den Riffen Neu-Caledoniens 
und dann SW gegen die Küste von Australien genommen. In einem Abstande 
von etwa 60 Sm segeln sie endlich längs der Küste nach Süden. Ich nahm 
mir vor, mich bei der Auswahl der Route von der Stärke des südlich von der 
Linie angetroffenen Passats bestimmen zu lassen und dabei der nordwestlichen 
Route als der um mehrere Hundert Meilen kürzeren den Vorzug zu geben, vor- 
ausgesetzt, dafs wir keine allzulange Reiso bis zur Linie hätten. Wir haben 
denn auch die nordwestliche Route eingeschlagen. ; 
Nach einer Reise von 36 Tagen, auf welcher wir nur günstige, aber 
meistens zu leichte Winde und gutes Wetter antrafen, schnitten wir den Äequator 
in 156° W-Lg. Die polare Grenze des Nordostpassats fanden wir in 27,5°, 
die äquatoriale schon in 13° N-Br. Hier war es während mehrerer Wachen 
windstill; dann kam leichter SE-Wind durch, welcher nach E, S und W mallend 
anhielt, bis wir nach einer Woche 7,5° N-Br in 146° W-Lg erreichten, Mit 
mälfsigem  Südwind, welcher hier einsetzte, lagen wir über St. B. der Linie zu, 
dabei frischte der Wind mehr und mehr auf und holte östlicher. ‚In der Nacht 
vom 16. zum 17. Oktober gingen wir von der Nord- zur Südbreite hinüber. 
Schon auf der Linie hatte der Wind die Ostrichtung angenommen. In 
1° S-Br holte er nordöstlich, so dass wir ihn auf unserem SW-Kurse flach von 
hinten hatten, und diese Richtung behielt er bei einem mittelhohen Barometer- 
stande bis zum 23, Oktoher, an welchem Tage wir die Nukunono-Insel ( Union- 
Gruppe) sichteten und südlich davon passirten. Hier holte er südöstlich und 
wurde am nächsten Tage bei fallendem Barometer flau. Während der nächsten 
[fünf Tage war das Wetter recht unbeständig. Wir hatten täglich mehrere Ge- 
witter mit heftigem Regen und den Wind aus’ den verschiedensten Richtungen. 
Das Barometer erreichte am Nachmittage des 28. Oktober den vergleichsweise 
niedrigen Stand von 754 mm (unverbessert). Am 29. Oktober in 12,5° S-Br 
und 178° W.Lg kam frischer Passatwind durch, mit welchem die Reise wieder 
rascher vorwärts ging. Wir durchsegelten die Strecke bis zur Walpole-Insel 
mit dem Winde aus Ost, als der Hauptrichtung, und bei schönem Wetter und 
beständigem Luftdruck bis zum 6. November und weiter, bis zum 10. November 
mit nordöstlich holendem Winde die Strecke bis 27° S-Br und 162° O-Lg. 
Zwischen den 3300 Sm von einander entfernten Positionen in 4,5° N-Br 
und 150,5° W-Lg, und 27° S-Br und 162° W-Lg, von welchen wir die erste am 
14. Oktober, die zweite am 10. November einnahmen, erfuhren wir eine Strom- 
versetzung von 400 Sm nach WzS bis WSW, also im Durchschuitt dieser 27 
Tage täglich 15 Sm. Das Maximum von 1,5 Kn pro Stunde erreichte die Strö-
	        
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