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6—8m tiefe Fahrwasser nur 200m von der Küste sich befindet und die dicht
bei ihr befindlichen Eismassen leicht zu gefährlichen Täuschungen Veranlassung
geben können; auch wird die Navigation hier sehr durch die zahlreichen, öst-
lich vom Kap Irkaipi sich 4—5 Sm weit in das Land erstreckenden Lagunen
erschwert, von deren Existenz und Ausdehnung die bisherigen Karten keine
Angabe gebracht haben. .
Kap Wankarem, vor welchem die „Vega“ abermals vom Eise hbesvcizt
war, ist eine niedrige Landzunge, welche sich, sonkrecht zur Küste gerichtet,
3—4 Sm weit in das Meer hinaus erstreckt: an der westlichen Einbuchtung
dieser Landzunge liegt das aus 10 Hütten und von Tschuktschen bewohnte Dorf
Wankarem,
Kap Onman (Omman) bildet die Westspitze der Koliutschin-Bucht, it
felsig, besteht aus röthlichem Gestein und fällt, von Westen her gesichtet,
ziemlich steil in das Meer ab.
Die Insel -Koliutschin, vor der Mündung der Koliutschin-Bucht, hat
4—5 Sm im Umfange, ist hoch und felsig und fällt nach Norden zu steil, nach
Süden zu allmählich ab; am Südfufs befinden sich 10 bis 15 Hütten von Ein-
geborenen.
Kap Jintlen (Jinretlen) ist die Ostspitze der Koliutschin-Bucht; 3 Sn
östlich von diesem liegt der Zeltplatz der Tschuktschen, Pitlekai (oder Jintlen),
und hier endete am Z8. September 1878 die Fahrt der „Vega“ für das Jahr
L878, indem die treibeisfreien und nur mit schwachem neuem Eis bedeckten
Wasserrinnen naho der Küste für die „Vega“ zu seicht befunden wurden, und
weil in der Nacht vom 27. zum 28, September 1878 der Frost die weiter in
See liegenden Grundeisstücke und Treibeisfelder so fest mit einander verbunden
hatte, dafs das Schiff nicht durch dasselbe vordringen konnte und bei Grundeis
zu Anker gehen mufste. Die von dieser Zeit an andauernden nördlichen Winde
häuften immer stärkere EBismassen an der Küste an, so dafs die „Vega“ bis
zum 18, Juli 1879 an dieser Stelle im Eise festgesetzt bleiben mufste, nur 1 Sın
von der Küste der Tschuktschen-Halbinsel und 115 Sm von der Mündung der
Bering-Strafse entfernt. Die Position dieses Winterquartiers der „Vega“ ist
dach Bove’s astronomischer Bestimmung 67° 7‘ N-Br und 173° 26‘ W-Lg.
£s ist aber nicht nach dem dicht dabei gelegenen Zeltdorfe Pitlekai oder Jintlen
venanut worden, sondern nach dem ca 2° weiter östlich gelegenen Kap Serdze
kamen, der nordöstlichsten Landspitze des asiatischen Kontinents, Bering’s
fernstem Punkte (August 1729), welcher nach der Bestimmung von Lieutenant
Onazewitsch, auf der Expedition des russischen Klippers „ Wssadnik“, Kapitän
Nowosselski, im Norden der Bering-Strafse, im Jahre 1876, zu 67° 3‘ N-Br
und 171° 32‘ W-Lg bestimmt worden ist.
Die Küste zwischen Kap Jintlen und Kap Serdze kamen ist von Lieut.
Bove im Winter 1879 auf einer Schlitten-Expedition besucht worden. An einer
salzigen Lagune, 3—4 Sm östlich von dem Winterquartier der „Vega“, wurden
zwei tschuktschische Dörfer, Reitinhopp und Ingannuck, angetroffen. Diese
Lagune erstreckt sich mehrere Scemeilen weit in das Innere des Landes hinein
und hängt wahrscheinlich mit anderen Lagunen und mit diesen zugleich mit
der Bucht von Koliutschin zusammen. Zwischen dem Kap Irkaipi und Kap
Serdze kamen trifft man eine fast ununterbrochene Reihe von solchen, weit in
das niedrige Küstenland hineinragenden Lagunen (s. oben), wahrscheinlich
die Ueberreste früherer gröfserer Buchten, wie solche noch heute z. B. die
Tschaun- und die Koliutschin-Bucht sind.
Von Ingannuck bis Naskai und von da bis Kap Serdze kamen ist die
Küste fast nur eine einzige ununterbrochene Düne, welche die hinter ihr
gelegenen Salz- und Sülswasser-Lagunen von dem Meere trennt; nur hier und
da, sehr vereinzelt, trifft man niedrige Bodenanschwellungen an, welche alle
Spuren früherer Wohnplätze zeigen. Die gröfste der erwähnten Lagunen ist die
Sülswasser-Lagune Chidmanchi, mit einer Oberfläche von 50 Quadrat-Seemeilen ;
sie ist nach Land zu von einer Kette von Hügeln eingeschlossen, welche sich
von Naskari bis zum Kap Serdze kamen erstreckt. Das bevölkertste Dorf auf
der diese Lagune nach See zu begrenzenden Düne ist Cieptka; es besteht aus
30 großen Zelten, welche den den Pelzhandel zwischen Amerika und dem
Kolyma-Flusse vermittelnden Kaufleuten angehören. Von Cieptka 1 Sm entfernt