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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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kann,!) hat einen Umfang von ca 1 Sm und fällt, aufßser an dem, dem ‘Kap Kiber 
zugewandten Theile, von welchem sie gleichsam eine Fortsetzung bildet, steil in 
das Meer ab; sie zeigt eine grofse Menge von Rissen und Spalten, von welchen 
die neueren ein röthliches Gestein blofslegen, aus welchem die ganze Insel 
gebildet zu sein scheint. Der enge Kanal zwischen der Insel und dem Kap 
Kıber konnte wegen großer Anhäufungen von Eis in demselben nicht befahren 
werden, 
Kap Kekurnai, au dessen Fufse sich die Hütte befand, in welcher 
Schalaurow im Jahre 1761 überwinterte, liegt einige Meilen südlich von der 
Insel Schalaurow; auf ihm wurden ähnliche Basaltsäulen erblickt, wie auf den 
Bergen westlich vom Kap Baranow. 
Kap Irkaipi (auch Nordkap, genannt, weil es die nördlichste Spitze 
des sibirischen Festlandes war, welche Cook am 19. August 1778 erreichte) 
wird durch zwei ca !/s Sm weit in das Eismeer hineinragende Spitzen gebildet; 
die nördliche führt den Namen des ganzen Kaps selbst, /rkaipı, die südliche 
heifst bei den Eingeborenen Ora-man-nebelbe (Araman- Berg). 
Die Spitze Zrkaipi besteht aus einem 300m hohen Absturze, welcher an 
seiner nördlichen und westlichen Seite senkrecht in das Meer abfällt und von 
ungeheuren Spalten durchfurcht ist, in denen Hunderttausende von Seevögeln 
hausen, so dafs das Ganze wie eine Mauer von Köpfen und Flügeln aussieht, 
Auf einem und demselben „Vogelberge“ leben im Allgemeinen nur 
wenige Arten von Seevögeln, aber diese stets in getrennten Schichten; die 
größeren und kräftigeren ‚oben in der Höhe, die kleineren und schwächeren 
unten in der Nähe des Meeres, Die Trennungslinie der Schichten der einzelnen 
Familien ist vollständig horizontal. Ist ein solcher Berg von mehreren Familien 
bewohnt, so scheint er auf den ersten Blick aus einem riesigen Monument mit 
Streifen von verschieden gefärbtem Marmor Zu bestehen. Gerade während des 
Aufenthaltes der „Vega“ bei dem Kap Irkaipi (September 12—17) begann die 
Wanderung der Vögel nach Südost in solchen Schaaren und in so tiefem Fluge, 
dafs die Sonne durch sie verdunkelt wurde. ; 
An die Südseite der Zrkaipi-Spitze lehnt sich ein Hügel au, welcher all- 
mählich abflacht und in einer sehr schmalen und niedrigen Sandzunge endigt, 
durch welche die Spitze mit dem Festlande zusammenhängt. Auf diesem Hügel 
sind fünf oder sechs Erdhaufen zerstreut, dio Ueberreste der von den durch 
die Tschuktschen verdrängten früheren Bewohnern dieser Küste, den Onkülon 
oder Ankalo, errichteten Wohnungen (Jurte), Auf der Sandzunge befindet sich 
das Tschuktschen-Dorf Irkaipi, cines der gröfsten, welches die Expedition an- 
getroffen hat. 
Die Spitze Araman ist nur 200m hoch und fällt ebenfalls, wie die Spitze 
Irkaipi, steil zum Meere ab; der Gipfel ist eben und senkt sich nach der Land- 
seite ganz allmählich bis zum Festlande hin. 
Zwischen diesen beiden Spitzen erstreckt sich die ca 1 Sm breite und 
6 Sm tiefe Zrkaipi-Bucht mit gutem Ankergrunde, Schlamm und Sand. Weil 
sie aber gegen die Nord- und Ostwinde offen ist, so werden durch diese große 
Eismassen in die Bucht getrieben und diese dadurch unsicher gemacht. Nach 
den hier und bei dem Winterquartier in der Bucht von Koliutschin gemachten 
Erfahrungen dürfte es den hier zu Anker gehenden Schiffen anzurathen sein, 
mit dem Vordertheil nach Nordost zu liegen. 
Weil zur Zeit des Aufenthaltes der „Vega“ bei dem Kap Irkaipi die 
ganze Küste dicht mit Eis besetzt und zunächst keine Aussicht auf Entfernung 
desselben und Eröffnung eines freien Fahrwassers längs der Küste war, machte 
sich die Expedition der „Vega“ darauf gefafst, hier zu überwintern. Zu diesem 
Zweck wurde die ganze Irkaipi-Bucht genau untersucht, um den besten Auker- 
platz für die Ueberwinterung aufzufinden; ein solcher bot sich dar dicht unter- 
halb der Spitze Irkaipi. . 
Die Küste östlich vom Kap Irkaipi ist bis zum Kap Wankarem und Kap 
Onman schr niedrig und schwer auszumachen, weil das einzig freie und nur 
1) Für die Chronometer der „Vega“ ergab sich, dafs dieselben trotz der grofsen Temperatur- 
änderungen während des Verlaufes der Reise und der vielen Stölse, welche das Schiff im Eise er- 
litten hatte, einen sehr befriedigenden Gang gezeigt hatten.
	        
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