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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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" 
Da. 
# Jan. Febr. März April‘ Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt, Nov, Dez. 
5°N bis 15°N 0,19 0,09 0,14 0,02 0,28 0,50 0.65 0,60 0,54 0.63 0,44 0,34 
5°Sbis 5°N 0,52 0,62 0,62 0,709 0,63 0,42 0,18 0,12 0,24 0,32 0,32. 0,46 
Dafs der Umschlag in den Jahreszeiten sich zwischen 4° und 5° sehr 
plötzlich vollzieht und ein Gürtel, in welchem die Regen nicht durch trockene 
Monate unterbrochen wären, in diesem Theile des Oceans nicht existirt, ersiehl 
mau aus folgender Tabelle, welche die procentische Anzahl der Beobachtungen 
mit Regen nach der Publikation des Londoner „Meteorological Ofüce“ über das 
Quadrat No. 3 (20°—30° W v. Gr.) für jeden Eingrad-Streifen der geographischen 
Breite giebt; wir halten. die Mittheilung dieser interessanten Tabelle hier für 
um so anyezeigter, als in der aus derselben Quelle geschöpften Zusammenstellung 
von Prof. Mühry in der Oesterr. Zeitschr. f. Meteorol. (1876. pag. 198) durch 
ein Versehen beim Ausschreiben die Zahlenreihen für Juli und August voll- 
kommen falsch sind und dieser Irrthum den genannten Autor veranlafst hat, in 
diesen neuen Beobachtungs-Resultaten eine Bestätigung seiner Ansicht von der 
Existenz eines Gürtels mit Regen in allen Monaten auf dem Atlantischen Ocean 
zu finden. 
Jan. | Febr. ! März 
April | 
Mai | Juni ! Juli ! 
Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. 
10°—9° N 
9°—8° N 
8°—7° N 
7°—6° N 
BO_59N 
3 
Sl ZI 
14 | 2| 1 1 | 
19| 83! 8' 9 
| 
13 | 
DA 
8 
20 
28 
30 
26 
23 7 
28 28 
31 20 
25 15 
13 8 
| 
22 
20 
18 
17 
18 
20 
20 
27 
22 
926 
L4 
21 
28 
27 
95 
ic 
23 
91 
5904°N ı 25 ] 14 | 16 | 19; 30 | 23 
4°_3°N | 32 | 23 | 19 | 25 | 26 | 18 | 6 
30—2°N | 22 | 26 | 26 | 23 20 | 8| 
90_1°N | 25 | 23 18! ı9l 13 | 2] “ 
1—0°N | 9 lu! ll al Ll 
2 
37 % 
% 
1/2 
15 24 26 
8 16 16 
21 U 8 
| — } 4 
1/9 1 3 
18 
1r 
k 
Nach allem diesem ist die Symmetrie zwischen der nördlichen und süd- 
lichen Hälfte des Gebiets, auf welchem die Regen mit dem wandernden Kalmen- 
gürtel fallen, eine fast vollständige, nur befindet sich der  metcorologische 
Aequator auf dem Atlantischen ‚Ocean unter 4° oder.5° nördl. Breite, so dafs 
am geographischen Aequator bereits völlig die südhemisphärische Periode herrscht. 
In diesem ganzen Gebiet zwischen 5° S und 15° N sind die Regen, wenigstens 
auf dom Ocean, einer ausgesprochenen Periodieität unterworfen, welche sich in 
grofsen "Theilen desselben bis zu nahezu völligem Regenmangel in gewissen Mo- 
naten steigert. Nach den Rändern des Gebietes hin nimmt die Dauer der 
Regeuzeit und damit der gesammic Regenreichthum des Jahres ab. In der 
jährlichen Vertheilung der Niederschläge selbst ist kein Grund gegeben, dieses 
äquatoriale Gebiet der Sommer- und Herbstregen von jenem der tropischen 
Kontinente, so weit sie den normalen tropischen Regenfall aufweisen, zu trennen, 
indem diese ganze Zonc dadurch charakterisirt wird, dafs die Regen in ihrer 
vördlichen Hälfte zur Zeit des nördlichen Solstitiums und der Südwärts-Bewe- 
gung der Sonve fallen, in ihrer südlichen Hälfte in den entgegengesetzton 
Jahreszeiten, und dafs in ‚der Nähe der Trennungslinuie (des meteorologischen 
Aequators), sowie in vielen Küstengegenden auch in weiterer Entfernung von 
Jieser Mittellinie die lange Regenzeit sich in zwei Maxima; im Frühsommer 
und Herbst, gespalten zeigt. Die Dauer und Intensität der Regenzeit nimmt 
mit der Entfernung von der Mittellinie ab, so dafs die Urwälder, die in’der 
Mitte der Zone die Ebenen bedecken, sich nach den Rändern hin auf die Wind- 
seite der Gebirge und in die Flufßsuiederungen zurückzichen, allein nirgends 
ju diesem Gebiet fehlt die angegebene jährliche Periode der Regen vollständig 
und das Mafs ihrer Ausprägung hängt wesentlich von der Lage der betreffen- 
den Küsten und Landschaften zu den vorherschenden Winden jeder der beidon 
Jahreshälften ab. Die so charakterisirte tropische Regenzone ist auf dem Adlan- 
tischen Ocean, wie bereits bemerkt, auf etwa 20 Breitengrade reducirt, ver- 
Ann. &. Hydr.. 1880. Heft Y (Mai).
	        
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