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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Zu allen Jahreszeiten finden wir auf dem Atlantischen Ocean drei grofse 
Gebiete des Kegenreichthums — die beiden awfsertropischen und das dquatoriale 
— und zwischen diesen zwei Gebiete der Regenarmuth: die beiden Passatzonen. 
Doch ist in den letzteren die Regenarmuth nur eine relative und steigt sie nur 
in einzelnen Gegenden, insbesondere der östlichen Hälfte des Oceans, zeitweise 
bis zur Regenlosigkeit. Gröfßstentheils bringt aber auch in den Passaten !/s bis 
Vs aller Tage einen Regenschauer, und ist die Häufigkeit der Regen deshalb 
dort nicht geringer, als z. B. in Süd- und Südost-Europa in der regenreicheren 
Hälfte des Jahres, und somit gar nicht zu vergleichen mit der Regenarmuth der 
grofsen kontinentalen Wüstengebiete. Die diesem Hefte beigegebene Kurven- 
Tafel, welche die Vertheilung der Wahrschceinlichkeit eines Tages mit Nieder- 
schlag nach der geographischen Breite auf dem Streifen zwischen 20° und 40° 
west]. Läuge darstellt, veranschaulicht diese Verhältnisse und kann als eine 
richtige Darstellung der Hauptzüge der Regeunvertheilung auf der Mitte des 
Oceans gelten, aufser in den Monaten Juli und August zwischen 5° und 15° S, 
wo der Meerestheil westlich von 30° W an dem anomalen winterlichen Regen- 
maximum dieses Theils der Brasilianischen Küste theilnimmt und die Zahlen 
für den Meridianstreifen 20°—40° nahezu zur Hälfte aus diesem westlichen 
Theile desselben herstammen. Der Abstand zwischen den Horizontalstrichen 
des Liniennetzes entspricht einem Unterschied der Regenwahrscheinlichkeit von 
10%o oder 0,10. Die punktirte von oben nach unten laufende Kurve verbindet 
die Lagen des äquatorialen Maximum der Regenhäufigkeit in den einzelnen 
Monaten und verdeutlicht die jährliche Schwankung, welcher dieser Regengürtel 
auf dem Ocean unterliegt. 
Diese Gebiete gröfseren und geringeren Regenreichthums sind ihrer Lage 
und Ausdehnung vach Schwankungen im Laufe des Jahres unterworfen. In 
unserem Sommer haben das äquatoriale Regengebiet und die beiden an das- 
selbe grenzenden regenarmen Gebiete eine um 10 bis 15 Grad nördlichere Lage, 
and hat das nördliche ektropische Regengebiet eine viel geringere Ausdehnung, 
als in unserem Winter. Der äquatoriale Regengürtel fällt mit dem Kalmen- 
gürtel zusammen und liegt dem entsprechend im März zwischen 4° N und 4° S, 
im Juli zwischen 6° N und 12° N. Die Stelle, an welcher im Ausgang unseres 
Winters der Regengürtel liegt, wird im Hochsommer vom Gürtel gröfster Regen- 
armuth im SE-Passat eingenommen, und ebenso diejenige, wo der Kalmengürtel 
im Sommer liegt, im Anfang des Frühlings vom regenarmen Gürtel im NE- 
Passat. Das Gebiet jenseits des nördlichen Wendekreises, wo an mehr als der 
Hälfte aller Tage Regen fällt, zieht sich im Sommer auf einen kleinen Raum 
in der Mitte des Oceans zwischen 42° und 60° N zusammen, während es im 
Winter aus der Nähe des Wendekreises bis über Island hinaus reicht. Das 
südliche ektropische Regengebiet hingegen erleidet geringere jahreszeitliche 
Veränderungen und erstreckt sich im Ganzen im Frühling und Herbst am wei- 
testen gegen den Aequator, während es im südhemisphärischen Sommer am 
meisten zurücktritt. 
Durch diese Schwankungen in der Lage und Ausdehnung der Regen- 
gebiete wird eine sehr verschiedene Vertheilung der Regen auf die Jahreszeiten 
in den verschiedenen Theilen des Oceans bedingt. Die Hauptbezirke, in welche 
der Ocean nach der jährlichen Periode der Regenwahrscheinlichkeit zerfällt, 
sind folgende: 
Zwischen 5° S und 15° N findet auf dem Ocean die Regenzeit dann statt, 
wenn der Kalmengürtel über oder unmittelbar benachbart dem betr. Gebiete 
liegt; es ist dieses für die Gegenden nördlich von 5° N im Sommer und Herbst 
der nördlichen, südlich von diesem Parallel in den gleichen Jahreszeiten der 
südlichen Hemisphäre der Fall. In der Nähe der Trennungslinie, und ebenso 
in manchen Theilen der tropischen Küstenländer des Oceans, wie Westindien 
and Loango, ist das Maximum der Regenhäufigkeit ein doppeltes (meist Juni 
and Oktober in der nördlichen, Dezember und Mai in der südlichen Hälfte der 
Zone) mit kurzer relativer Trockenzeit dazwischen. Der Gegensatz in der jähr- 
lichen Periode der Regen nördlich und südlich von 5° N ist ein sehr scharfer, 
und die Periodicität in beiden Theilen eine sehr ausgesprochene, wie die fol- 
gende Zusammenstellung der Mittelwerthe für die nördliche und südliche Zone 
and die ganze Breite des Oceans zeigt
	        
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