accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

Die Regenverhältnisse des Atlantischen Oceans 
"nach den Beobachtungen Deutscher Schiffe. 
Von Dr. W. Köppen und Dr. A. Sprung. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
‚ Zur Ermittelung eines. zusammenhängenden Ueberblicks der Regenver- 
hältnisse der Festländer und Oceane ist es erforderlich, die Beobachtungen von 
beiden nach übereinstimmenden .Methoden zu bearbeiten.‘ Von den beiden auf 
festem Lande gebräuchlichsten Mothoden der Untersuchung der Regenverthei- 
lung: der Bestimmung seiner Menge mittelst des Regenmessors und der Zäh- 
lung der Tage, an denen Regen vorkam, -— ist die erstere auf Sce so’ vielen 
Hindernissen und Fehlerquellen ausgesetzt, dafs auf ihre allgemeine Einführung 
nicht‘ wohl zu rechnen ists um so wünschenswerther erscheint es, wenigstens 
nach der zweiten der gevannten Methoden die Untersuchung über Land und 
Meer gleichzeitig ausdehnen‘ zu können. Allerdings vermag uns die Zahl der 
Tage mit‘ Regen, ’so wenig wie irgend eine andere, einen einzelnen Zug des 
Bildes betreffende Angabe, eine vollständige Anschauung von den Regenver- 
hältnissen: einer Gegend zu geben. : Hierzu wäre, von untergeordneten Special- 
fragen abgesehen, eine gleichzeitige Kenntnifs der Häufigkeit, der Dauer und der 
Stärke des Regens nothwendig, denn es’ ist ein grofser‘ Unterschied, ob an 
einem Tage ein‘ halbstündiger Schauer oder ein zwölfstündiger Regen gefallen 
ist. ob eine gegebene Dauer von 12 Stunden Regens sich auf 24 Tage veriheilt 
oder auf einen einzigen Tag fällt und endlich — beispielsweise: — ob in dem 
letzteren Falle der halbtägige Regen ein Nebelregen war, der vielleicht 1 Milli- 
meter Regenhöhe ergab, oder: ein Regengufs, der Alles überschwemmte, -Es 
sind cben alle drei aufgeführten Momente soweit als thunlich zu berücksich- 
tigen und. ist die Kenntnifs aller drei für die richtige Behandlung der einschla- 
genden wissenschaftlichen Fragen unentbehrlich; und wenn wir hier nur eines 
derselben herausgreifen, geschicht es nicht in Verkennung der hohen Wichtig- 
keit der beiden‘ übrigen, . sondern blofs, weil dasselbe als das einfachste zur 
Zeit“ das’ einzige ‘ist, welches die Herstellung einer vorläufigen allgemeinen 
Uebersicht über die Festländer und die Meere zugleich ermöglicht, ' 
Die bisher publicirten numerischen. Werthe über die Regenverhältnisse auf 
dem Atlantischen Ocean, jene von Maury und vom Londoner Meteorologischen 
Amte, geben nicht die Zahl der Tage, sondern die Zahl der Beobachtungen, 
in denen Regen aufgezeichnet wnrde. Maury rechnete bekanntlich als Beob- 
achtung einen achtstündigen Zeitraum;'‘ die von ihm für den Nordatlantischen 
Ocean veröffentlichten Zahlen sind von einem von uns bearbeitet in einem Auf- 
satz, welcher in der „Oesterr. Zeitschr. f, Meteorol.“ 1876 p. 54 erschienen ist. 
Das Verhältnifs der dort mitgetheilten Zahlen für die „Wahrscheinlichkeit einer 
Beobachtung (Wacht) mit Regen oder Schnee“ zu der Wahrscheinlichkeit eines 
Tages mit Niederschlägen, wie solche sich aus denselben Beobachtungen ergeben 
haben würde, muß, wie leicht einzusehen, je nach der Dauer der Regen, zwischen 
1:3 und 1:1 schwanken und den ersteren Werth haben, wenn.sämmtliche Regen- 
tage in allen ihren drei Abschnitten, den letzteren wenn sämmtliche nur in einer 
der drei Beobachtungen Regen brachten. 
Die in den beiden bekannten Publikationen. des Londoner Amtes über 
den äquatorialen Theil des Atlantischen Oceans betreffs der Regenverhältnisse 
mitgetheilten Zahlenwerthe beziehen sich auf‘ die Angaben. über das Wetter 
nach Beaufort’s Buchstabenskala, und sind vom „Meteorological Office“ in 
derselben Weise durch Division der Beobachtungen mit Regen durch die Ge- 
sammtzahl der Beobachtungen in procentische, vergleichbare Ausdrücke um- 
gerechnet, wie dieses im Folgenden unsererseits mit der Anzahl der Tage mit 
Regen und der Beobachtungstage überhaupt geschehen ist, Dividirt man die 
für das Quadrat No. 3 von dem Londoner Amte gegebenen Procentzahlen (vgl. 
unten) durch die procentische Anzahl der Regentage für dasselbe Feld, wie sie 
sich aus unseren Zusammenstellungen ergiebt, so erhält man folgende Werthe: 
Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug, Sept. Okt. Nov, Dez. 
5°—10°N 0,59 0,14 0,15 — 0,17 0,27 0,41 .0,32 0,31 0,31 0,37 0,82 ; 
0°-— 5°N 0,33 0,30 0,33 0,28 0,26 0,26 0,26 .0,11 0,17 0,22 0,19 0,14 
Angenommen, dafs die vom „Meteorological Office“ veröffentlichten 
Werthe sich auf den Zustand des Wetters im Moment der Beobachtung bezieben 
Ann, d. Hydr.. 1880, Heft Y (Mai).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.