Der
Kleine hydrographische Notizen.
i. Der Grund der Grofsen Yang-tse-Bank!) besteht nach einer
Mittheilung des Korv.-Kapt. Becks, Kommandant S. M. Kbt. „Wolf“, aus sehr
dunklem feinem Sande, aber immer vermischt mit einzelnen kleinen Stücken
zerbrochener Muscheln. Da eine gleiche Beschaffenheit des Grundes auf den
Bänken nördlich vom Yang-tse gefunden wird, der freilich zuweilen noch etwas
Schlamm (mud}) enthält, so können hier — wie Kapt. Becks bemerkt — die
Lothungen keinen genauen Anhalt für den Ort des Schiffes geben.
= 2. Der Ankerplatz von Innocent Island, Concepcion Channel,
Westküste von Patagonien, ist nach einer Mittheilung des Kapt.-Lieut.
von Gloeden, Kommandant S. M. Vermessungsschiff „Hydne“, gegen nördliche
Winde, die hier meist vorherrschen, geschützt, jedoch wegen der sich vor der
Bucht lang hinziehenden Riffe kein guter zu nennen, auch ist die Wassertiefe
sehr veränderlich, iudem beim Anlothen 16 und 12m gefunden wurde und der
Anker, der sofort fallen gelassen wurde, auf 26m lag. Zwischen den Riffen
wurde eine 15m breite und 25m tiefe Einfahrt gefunden. Die Bucht selbst
zeigte 7—18m Tiefe. und schien, soweit es sich in der kurzen Aufenthaltszeit
(15. Januar 1880) bestimmen liefls, frei von Untiefen. Seetang wurde längs
dem Ufer bis auf 25—30m Abstand sehr häufig angetroffen, auch das der
Bucht vorliegende Riff war stark, mit Seetang bewachsen, daher gut kenntlich,
and ragten bei Niedrigwasser einige Theile der Felsen über die Oberfläche
empor. Die Bucht selbst ist nur klein, für gröfsere Schiffe daher nicht geeignet;
der eben erwähnte Ankerplatz bietet jedoch bei seiner verhältnifsmäfsig günstigen
Wassertiefe und gutem Ankergrunde, — Sand mit kleinen Steinen, — bei Nord-
wind und einbrechender Nacht eine gute Zufluchtsstätte. Von dem Ankerplatze
peilt man: Hope Island in NzW!2W; SW-Huk von Innocent-Insel in W'pS,
3. Ueber einige Inseln der Salomo-Gruppe hat Lieut. de Hoghton
von I. Br. M. S. „Beagle“ in der „Hydrographic Notice“ No. 13, London, 1879,
Nachstehendes berichtet:
Insel Guadalcanar. Das Schiff steuerte in den Marau-Sund durch eine
/a Sın breite, an der Ostseite der Insel Malpala (Malapa) befindliche Passage
ein; bis 2 Sm innerhalb des Aufsenriffes konnte beim Lothen kein Grund erreicht
werden, und das Schiff ankerte südlich der in Süd der Insel Malpala befindlichen
Insel, dicht bei dem Festlande auf 18 m Wasser.
Der Sund hat eine bedeutende Ausdehnung und ist von kleinen Inseln
angefüllt, man findet jedoch in demselben, trotz des tiefen Wassers, viele gute
Ankerplätze. Er hat drei Einfahrten, von denen die südliche ca 1 Sm breit ist.
Insel Simbo oder Eddystone. An der Südseite dieser Insel befinden
sich in der Richtung Ost—West zwei %/4 Sm von einander entfernt liegende
Untiefen,?) jede derselben ist %/4 Sm lang. Von einem Punkte zwischen beiden
Untiefen peilt man das SW-Ende der Insel Simbo N 30° W, das NO-Ende
N8°0O und das SO-Ende der Insel Ronongo in N 18° O0. Die Wassertiefe auf
der nördlichen dieser Untiefen beträgt 9m und auf der südlichen 11ın; der
Grund besteht aus Korallenfelsen und Sand,
Insel. Courombangara oder Koulangbangra. Diese Insel hat an ihrer
Westküste eine Bucht, welche Ariel. Cove benannt worden ist; dieselbe hat in
der Richtung NNO—SSW eine Länge von %/4 Sm und ist ca !/a Sm breit; sie
hat jedoch nur eine schmale, 73m breite Einfahrt zwischen den an jeder
Seite der Einfahrt befindlichen Riffen. Im Eingange der Bucht sind die Ufer
von einer sandigen Schlammbank eingefafst, und im Innern derselben befindet
sich ein Flufs, aus welchem mit kleinen Booten sehr gutes Trinkwasser ent-
nommen werden kann. KEingeborene wurden nicht gesehen.
Wenn man das Fahrwasser zwischen den Riffen an der NW-Küste der
Insel New-Georgia passirt hat, mul man nördlich steuern; innerhalb der
ersten beiden sichtbaren Landspitzen an der Westseite der Insel Couwrombangara
liegt die Einfahrt in die Ariel-Bucht.
1) Vgl. „China Sea Dir,“, II, pag. 345.
3) S. No. 957 der „Nachr. f, Seef.“ 1879.
Ann. d. Hydr.. 1880. Heft IT (Avril).