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Memel SW. 8, Neufahrwasser SSW 8, Hamburg WSW 9,
Keitum W 8, Borkum WSW 8, Kaiserslautern SW 8,
München W 8. — Yarmouth WSW 8, Jersey WSW 9.
Memel SW 8, Neufahrwasser SW 8, Kiel W 8, Hamburg
W 8, Cuxhaven W 8, Wilhelmshaven W 8, Hannover
W 8, Altkirch W 8, Karlsruhe SW 9, Bamberg WSW 8.
— La Höve SW 8, Cherbourg WSW 8, La Hague WSW 9,
Münster W 9, Kassel W g Altkirch W 8, HFriedrichs-
hafen W 8, Bamberg WSW 8, München W 9. — Mullagh-
more WSW 8. — Clermont WSW 8. ;
Mittag: Kassel W 8, Breslau NW 9, München W 9.
Abend: München W 8.
Morgen: München W 8. — Bodö W 8. — Parsonstown SW 8.
Mittag: München W 8. .
Abend: Karlsruhe SW 9, München W 9. — Skudesnces SSE 8,
Deutlich ersieht man aus dieser Zusammenstellung, dafs sich der Nordwest-
aturm, welcher am Morgen des 26 Februar in Schottland und Irland herrschte,
kontinuirlich ostwärts fortpflanzte und am Morgen des folgenden Tages bereits
das südliche Schweden erreicht hatte; derselbe folgte einem barometrischen
Minimum, welches mit der beträchtlichen Tiefe von 723 bis 728mm ostsüdost-
wärts die skandinavische Halbinsel von Christiansund bis Stockholm durchschritt.
Auch an der deutschen Küste erfolgte das avisirte Umgehen des Windes in dem
Sinne SW—NW, indessen ging der West- oder Nordwestwind allgemein über
die Stärke 7 der Beaufort’schen Skala. nicht hinaus, und vollends am Nach-
mittag des 27, Februar war von Borkum bis Swinemünde heiteres Wetter mit
frischem Westnordwest eingetreten, so dafs die Gefahr vollständig vorüber
schien, Auch auf den Britischen Inseln war zu derselben Zeit (Nachmittag des
27. Februar) die Stärke der westlichen Winde gering und -erreichte nur stellen«
weise den Grad 6 der Beaufort’schen Skala. Die aufmerksame Verfolgung
der Bewegungen des Barometers und der Wetteränderungen an den Stationen
im äufsersten Nordwesten unseres. Erdtheils gestattete indessen der Seewarte
schon jetzt, auf den bevorstehenden Eintritt einer neuen Störung aufmerksam
machen zu können; die Signalstellen von Borkum bis Darsserort wurden um
4» p. m. angewiesen, das Signal „Ball“ zu heilsen.
Die Warnung erwies sich als durchaus motivirt, und auch die Ausdehnung
derselben auf den übrigen (östlichen) Theil der Küste, welche am 28. Februar
Vormittags 10% Uhr in der speeielleren Form: „Mäfsiger Südweststurm“
erfolgte, ging der Verstärkung des Südwest bis zur Stärke 8 und 9 um etwa
8 Stunden voraus (man vergl. auch die vorstehende Tabelle: 28. Febr. Abend).
Das barometrische Minimum II, dem diese Stürme angehörten, verfolgte eine
ganz ähnliche Bahn, wie das soeben besprochene erste, übertraf dasselbe aber
noch bedeutend an Tiefe, indem der Barometerstand an der norwegischen Küste
den ungewöhnlich niedrigen Stand von 716mm erreichte. ‘,
Diesem Minimum folgte so schnell wieder ein drittes (mit einer etwas
nördlicher gelegenen Bahn), dafs ein bemerkenswerthes Umgehen des Windes
im Sinne SW--NW im Rücken des zweiten nicht zur Entwickelung kam, viel-
mehr unruhiges böiges Wetter mit meist steifem, stellenweise stürmischem
Westsüdwest bis zum 1. März fast ununterbrochen fortdauerte: in Ueberein-
stimmung mit der Verlängerung der bereits aufgeheifsten Signale, wie sie am
28, und 29. Februar angeordnet wurde.
Eine ernstlichere Gefahr war am 1. März von einem vierten Minimum
zu erwarten, welches im Norden “Schottlands mit einer Tiefe von etwa 715mm
aufgetreten war, weshalb. um 4* p. m. am 1. März auch für den östlichen Theil
der Küste das Signal: „Mäfsiger Südweststurm“ angeordnet wurde, anstatt
des unbestimmteren, vom vorhergehenden Tage noch vorhandenen Signales:
„Ball“, Erfolgte nun auch bereits am Morgen des 2, März, besonders im
Westen, eine Verstärkung des stürmischen und böigen Südwest, so erreichte
derselbe doch erst am Abend des 2, und Vormittag des 3. März eine ungewöhn-
liche Intensität, welche allem Anscheine nach an die Entwickelung eines fünften
Minimums an der Südwestseite des, schnell durch das mittlere Skandinavien nach
dem Weifsen Meere fortschreitenden vierten gebunden war, Das fünfte schlug‘
Ann. d. Hydr., 1880, Heft IY (April).
Mittag:
4. März,