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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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in 940m (500 Fad.) Tiefe 5°. Mit. diesem überraschenden Kosultat war also 
der bis zum Boden reichende warme Strom in dem östlichen Theile der Däne- 
mark-Strafse hinreichend konstatirt. Da mittlerweile der Wind aus SW auf- 
zufrischen begann, wurde mit den Lothungen und Temperaturmessungen aufgehört, 
die „Fylla“ ging zurück nach Reykjavik, wo sie am 14. Juli eintraf. 
2, Die Tiefseeuntersuchungen des „Ingolf“ bei /sland im Sommer 
1879. Der Kriegsschoner „Zngolf“, Kapt. Mourier, setzte, als er sich auf der 
Station bei Zsland befand, ım Sommer 1879 die in den beiden vorhergehen- 
den Sommern von der „Fylla“ ausgeführten Untersuchungen über die "Tiefen-, 
Bis- und Temperaturverhältnisse des Meeres westlich und nördlich von Island 
fort. In der „Tidskrift for Sövcesen“ N. R. B. 15 (1880) pag. 35—40 sind (in 
dem offiziellen Bericht über die Fahrten der Schiffe dänischer Marine vom 
Jahre 1879) nachstehende vorläufige Angaben über die Haupt-Ergebnisse dieser 
Arbeiten mitgetheilt worden. 
Am 2, Juni 1879 begann der „Ingolf“ von Pollen (im Skutilsfjord) aus 
die Untersuchungen über die Eisverhältnisse im Meere und setzte zunächst Kurs 
nach NW, bei allerdings nicht günstigen Witterungsverhältnissen, indem ein 
dichter Nebel einsetzte. Am Abend dieses Tages gelangte der Schoner in loses 
Bis, und die Temperatur des Wassers wurde nun regelmäfsig gemessen; von 8* 
bis 9 p. m. fiel sie von 7,7° bis 4,5°. Am nächsten Morgen (3. Juni) hielt 
sich „/ngolf“ in verschiedenen Kursen westlich und längs der Kante des festen 
Eises; hierauf wurde südwärts gesteuert und quer über die Brede-Bucht, wobei 
stetig mit dem Thomson’schen Loth-Apparat, bis auf ziemlich grofse Tiefen 
und mit einer Fahrt von 9—10 Sm die Stunde, gelothet wurde, bis der Apparat 
unglücklicherweise in einer gröfseren Tiefe verloren ging; gegen Abend ankerte 
„Ingolf“ in Grönnefjord (an dem südlichen Rande der Brede-Bucht) bei der 
Priester-Insel. Vom 4. Juni bis 4. Juli hielt sich „Zngolf“ an und dicht bei 
der Westküste von /sland, und erst am 5. Juli, als die sommerliche Jahreszeit 
soweit vorgeschritten war, dafs man auf einen guten Erfolg der Untersuchungen 
der Eisverhältnisse nördlich und westlich von /Zsland hoffen konnte, verliels der 
„Ingolf“ den Hesteyra-Fjord (einem nördlichen Einschnitte des Jöhulfjords im 
Eisfjord), um in der Dänemark-Strafse die ihm aufgetragenen Beobachtungen an- 
zustellen, welche um so gröfsere Beachtung verdienen, als es dem Schiffe glückte, 
soweit westlich vorzudringen, dafs eine bis jetzt noch unbekannte Strecke von 
Grönlands Ostküste in Sicht kam. 
„Ingolf“ steuerte am 5. Juli zunächst aufserhalb Riturhuk (der nördlichsten 
Spitze des Kisfjords) nach Straumnnwes zu, also nach rw ONO. Es lagen hier 
15 Fischerfahrzeuge zum Fange von Delphinen. Jede Stunde wurde die Temperatur 
der Luft und des Wassers gemessen; die Verschiedenheit beider war aber nicht 
grofs, und zu wiederholten Malen war das Wasser wärmer, als die Luft. Um 10* p.m, 
(am 5. Juli) befand sich der „Zngolf“ 1 Sm westlich von Mevenklint, worauf der Kurs 
direkt nach Nord gesetzt wurde. Alle zwei oder drei Stundeu wurde gelothet, und 
am 6, Juli 10'/2" a. m. fand ınan 80 Sm nördlich von Mevenklint 960 m (525 Fad.) 
Tiefe. Der Nebel, welcher die ganze Zeit hindurch das Schiff umgab, wurde 
immer dichter, während die Temperatur des Wassers bis auf 2° abnahm und 
um 3° niedriger, als die der Luft war. Da man aber gleichwohl keine Spur von 
Eis erblickte, so wurde nach der letzten Lothung der Kurs rw NW gesetzt, 
and um 1* p. m. lothete man 1372 m (750 Fad.); glücklicherweise lichtete sich 
der Nebel immer mehr, und um 2" p. m. war das Wetter vollständig klar und 
die Luft sehr sichtig, um 6'/* p. m. erhielt man Land gerade voraus in Sicht, 
wahrscheinlich war dies die Stewart-Insel. 
Um 8% p. m. lothete man 1463 m (800 Fad.); die Temperatur des Wassers 
war hier nur etwas über 0°; um 9’/* p. m. erhielt man gerade voraus das 
feste Eis in Sicht. Es lag dicht zusammengedrängt längs dem ganzen Lande, 
mindestens in einem Abstande von 10 Sm außerhalb desselben, so dafs ein 
weiteres Vordringen auf diesem Wege unmöglich war, Der Kurs wurde num 
SW gesetzt, sowohl längs der Kante des Eises, als der des Landes. Im Laufe 
der Nacht setzte wieder ein dichter und eiskalter Nebel ein, und Eisstücke 
zeigten sich, so dafs der Kurs auf rw Süd geändert wurde, Die Temperatur 
der Luft und in einzelnen Fällen auch die des Wassers sank unter den Gefrier- 
punkt. Gegen 8 a. m. am 7. Juli liefs der Nebel nach, die Luft wurde sehr
	        
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