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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Der Hafen von Caen, einer der bedeutendsten des englischen Kanals, 
ist 14km vom Meere entfernt, mit dem er durch einen Kanal in Verbindung 
steht, und wird diese Strecke in 2’/2 Stunden zurückgelegt. 
Schiffe, selbst von grofsem Tonnengehalt, laufen leicht in den Hafen ein. 
Der Kanal ist 4,50 bis 4,60m tief, und sind die Schiffe stets im Kanal und im 
Dock flott. 
Bei Oyestreham, an der Mündung des Kanals zwischen Caen und dem 
Meere, ist die Tiefe bei jeder vollen Fluth 4,80 bis 5,50m. Kin Dock von 
370m Länge liegt zwischen den Schleusen und ist zu jeder Zeit 5,50m tief. Die 
Arbeiten zur Herstellung einer gröfseren Tiefe werden von der Regierung fort- 
geführt. Ein vollständig eingerichteter Schleppdienst gestattet den Schiffen, 
bei jedem Winde ein- und auszulaufen. 
Der Seehandel von Caen besteht hauptsächlich in der Einfuhr von Kohlen, 
Holz aus dem Norden und aus Amerika, ferner Gufseisen, Getreide, Oelsamen 
u. s. W., in der Ausfuhr von Getreide, Mehl, Erz, Oelkuchen, Steinen u. 8. W. 
Die Ein- und Ausfuhr umfafst zusammen etwa 250000 bis 300 000 Tons jährlich 
und sind Lagerhäuser vorhanden, um Waaren jeder Art lagern zu können. 
2. Ansegelung von Kingstown auf St. Vincent.‘) Nach einem 
Bericht des Korv.-Kapt. Matthesen, Kommandant S. M, S. „Medusa“, müssen 
Segelschiffe, welche den Hafen von Kingstown von Süden ansteuern, sich bis 
auf ca 1 Sm Abstand an der Küste halten, bis die vor der Bucht von Calliaqua 
gelegenen Inseln Young und Duvernette und das hohe Land von Old Woman 
Point gut frei sind von Cane Garden Point. Mit NW-Kurs passire man die 
Insel Duvernette auf ca !/a Sm Abstand, halte dicht unter Cane Garden Point 
und, sobald der Kirchthurm in Sicht kommt, beim Winde in die Bucht. Mit 
einem kurzen Schlage findet man den besten Ankerplatz in der Bucht in der 
Peilung: Kirche NzO, Old Woman Point WNW, auf 36m Wasser. Das Auf- 
kreuzen in der Bai ist, bei dem zeitweise hart entgegenlaufenden Strom, sehr 
schwierig. Bei frisch wehendem Passat, welcher während des Aufenthaltes der 
„Medusa“ in Kingstown vom 16. Dezember 1879 bis 9. Januar 1880 andauerte 
und in harten Stofsböen von den Bergen kam, thut man gut, beim Ankern gleich 
viel Kette zu geben. Die auf der Karte Tit. VII, No. 320, angegebene Dampfer- 
boje ist verlegt und liegt in den Peilungen: Old Woman Point W'AN und Cane 
Garden Point S'/aW, auf 21m Wasser, 
3. Hafen Santa Ana auf der Insel Curacao.?) Nach einem Bericht 
des Kapt. C. G. F. Knowles von I. Br. M. S. „Blanche“, 1879 (s. „Hydro- 
graphic Notice“ No. 17, London, 1879), ist die Hafeneinfahrt durch den Orkan 
im September 1877 sehr verengt. Dieser Sturm zerstörte viele Häuser und 
Schiffe, Der letzte Orkan richtete noch mehr Unheil an, als derjenige. im 
Jahre 1807. 
In der Stadt Santa Ana befindet sich eine Garnison von 200 Mann. 
Die zu Gerbereizwecken gebräuchliche Dividivi-Bohne wird hier sehr 
viel angebaut und ausgeführt, die anderen Ausfuhrartikel bestehen aus Salz und 
phosphorsaurem Kalk. Auf der ganzen Insel ist kein Baum vorhanden, mit 
Ausnahme derjenigen in Privatpflanzungen, dafür werden grofse Massen Holz 
von Buen-Ayre eingeführt. Die Insel steht mit Europa und Amerika durch 
englische, deutsche und französische Dampfer in Verbindung, und die Postsachen 
werden jeden Monat einmal nach und von St. Thomas und St. Domingo durch 
Schoner befördert.  Telegraphische Verbindung hat die Insel nicht, 
Santa Ana ist der Heimathsort von ca 60 Schiffen, von denen die meisten 
Schoner, von 40 bis 110t Register, sind. 
4. Untersuchung der Hotspur-Bank. Südlicher Atlantischer 
Ocean. Mit Bezug auf die resultatlose Nachforschung nach dem Morgan- (Aire-) 
Riff?) durch den Kommandanten des V, St. S. „Adams“, Commander Fred. 
Rodgers, hat der Kommandant des V, St. S. „Essex“, Commander W.5S. Schley, 
Folgendes berichtet (s. „Hydrographic Notice“ No. 9, Washington, 1879). 
7 S. „The West India Pilot“, Part II (1876), pag. 50. 
\ ®&, „West India Pilot“, Vol, I, London, pag. 146, und. „Ann, d. Hydr., etc.“, 1879, pag. 253. 
7} S. „South America Pilot“, Part I, London, 1874, pag. 110; „Ann. d. Hydr. etc,“, 1876, 
pag. 394, und 1877, pag. 563; „Nachr. f. Seef.“ No. 121/1876, No. 644/1877 und No. 178/1878. 
Ann. d. Hydr.. 1880. Heft III (März).
	        
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