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Bei der Umsegelung des Kap der Guten Hoffnung beobachtete man keinen
einzigen Sturm, dafür aber desto häufiger leichte Winde und selbst Windestille.
Die Richtung der Winde war vorherrschend eine günstige. Am 20, Januar wurde
bei frischem SE-Winde die Länge der Kapstadt passirt, und am 23. Januar stand
der „&/. F. Muntz“ in 10,5° O-Lg wieder auf dem Parallel von 30° Süd. Es
waren 14 Tage südlich von demselben verbracht worden. .
Von 31,5° S-Br in 12,5° O-Lg begünstigte SE-Passat die Fahrt. In
21° S-Br trat eine Störung desselben, verursacht durch leichte westliche Mallung
und Stille, ein, und während der zunächst folgenden Zeit wehte der Passat
nur in geringer Stärke. Erst nördlich von 16° S-Br frischte der Wind wieder
etwas auf, Es wurde 20° S-Br in 0,5° W-Lg am 30. Januar und 10° S-Br
in 12,8 W-Lg am 6. Februar überschritten. Am 13. Februar, 21 Tage später
als 30° S-Br. erreicht worden war, verliels „G. F. Muntz“ in 24° W-Lg die
südliche Halbkugel. .
Sehr günstig verlief für die Bark in nördlicher Breite der Uebergang von
einem Passatgebiete zum andern. Gleich nördlich von der Linie nahm der
SE-Passat eine östlichere Richtung an und wurde flauer, doch sank er nicht
unter die Stärke 2, In der Nähe von 1° N-Br traten mehrere heftige Regen-
schauer auf, in etwa 3° N-Br drehte der Wind nordöstlich, und so war in
dieser Weise der sehr bald auffrischende NE-Passat erreicht. Von 3,5° bis
nach 13° N-Br hin herrschte sehr kräftiger Wind, nördlich von der letzteren
Breite wehte nur leichte Briese, und in 18° N-Br sank dieselbe fast zur Stille
herab. Schon in dieser Breite und 50,5° W-Lg lag die polare Grenze des
Passatgebietes. „GG. F. Muntz“ kreuzte 10° N-Br in 37,8° W-Lg am 20. Fe-
brugr, 20° N-Br in 53,5 W-Lg am 2. März und 30° N-Br in 69° W-Lgy am
11. März. Am. 15, März überstand die Bark in 36,5 N-Br und 71° W-Lg einen
heftigen, aber nur kurze Zeit anhaltenden Weststurm. Es war dieses der einzige
Sturm, welcher auf der ganzen Reise angetroffen worden war.. Am 23. März
erhielt die Bark einen Lotsen für Boston und wurde noch au demselben Tage
der Hafen erreicht. Die Reisedauer von der Sunda-Strafse ab war 99 Tage.
Am 19, September 1877, als die Bark auf einer Reise von Newport nach
Hongkong begriffen war, wurde in 50° N-Br und 10° W-Lg die Führung des
Journals abermals begonnen, Ein beständiger Ostwind förderte von hier aus
zunächst in recht befriedigender Weise die Fahrt. Nur zwischen 33° und
30° N-Br herrschte an zwei Tagen leichter Westwind, der eine Verzögerung
verursachte. Nachdem jedoch in 30° N-Br und 19° W-Lg der Wind durch Nord
nach N-E gedreht und so zum Passat geworden war, nahm die Reise wieder einen
raschen Fortgang. „G. FF. Muntz“, welcher 40° N-Br in 17° W-Lg am 24, Sep-
tember und 30° N-Br in 19° W-Lg am 29. September überschritten hatte, ge-
langte von dem zwischen 29° und 21° N-Br recht kräftig herrschenden Passate
getrieben, auf der östlich der Kap Verde-Gruppe nach Süden führenden Route
nach 20° N-Br in 20,3° W-Lg am 3. Oktober und nach 10° N-Br in
21;8° W-Lg am 11. Oktober. Schon in 14,7° N-Br und 21,1° W-Lg hörte
der Passat zu wehen auf; unbeständige östliche Winde blieben dann noch
herrschend bis nach 10° N-Br in 22° W-Lg, wo man sich am 11. Oktober be-
fand. Südlich von dieser Breite traf die Bark an den nächsten 3 Tagen Mallung
und endlich setzte in 9° N-Br der SW-Monsun und zugleich eine beträchtliche
östliche Strömung ein. In 16,2 W-Lg und 2,6° N-Br wurde am 21. Oktober
gewendet, und 2 Tage später konnte man in 18,8° W-Lg den Aequator über-
schreiten,
Einen Tag später als „&. F. Muntz“, stand in nahezu derselben Länge die
auf einer Reise von Cardif” nach Singapore begriffene eiserne Bremer Bark
„Armin“ auf dem Parallel von 50° Nord. Dieses Schiff verfolgte, abweichend
von dem „G. F. Muntz“, die Route westlich der Kap Verde-Inseln. KEine ver-
gleichende Zusammenstellung der beiderseits erzielten Resultate wird für See-
leute von Interesse sein.
Die Zurücklegung der Strecke zwischen 50° und 30° N-Br erforderte
für „G. F. Muntz“ 9 Tage 16 Stunden, für „Armin“ 9 Tage 8 Stunden. Von
hier aus, wo die beiden Routen sich trennten, war der Verlauf der Reisen der
folgende. Es wurde zurückgelegt: Die Strecke zwischen 30° und 20° N-Br
auf der westlichen Route in 6 Tagen 12 Stunden, auf der östlichen‘ in 4 Tagen
Ann. d. Hydr., 1880, Heft IIT (März).