accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

153 
Bei der Umsegelung des Kap der Guten Hoffnung beobachtete man keinen 
einzigen Sturm, dafür aber desto häufiger leichte Winde und selbst Windestille. 
Die Richtung der Winde war vorherrschend eine günstige. Am 20, Januar wurde 
bei frischem SE-Winde die Länge der Kapstadt passirt, und am 23. Januar stand 
der „&/. F. Muntz“ in 10,5° O-Lg wieder auf dem Parallel von 30° Süd. Es 
waren 14 Tage südlich von demselben verbracht worden. . 
Von 31,5° S-Br in 12,5° O-Lg begünstigte SE-Passat die Fahrt. In 
21° S-Br trat eine Störung desselben, verursacht durch leichte westliche Mallung 
und Stille, ein, und während der zunächst folgenden Zeit wehte der Passat 
nur in geringer Stärke. Erst nördlich von 16° S-Br frischte der Wind wieder 
etwas auf, Es wurde 20° S-Br in 0,5° W-Lg am 30. Januar und 10° S-Br 
in 12,8 W-Lg am 6. Februar überschritten. Am 13. Februar, 21 Tage später 
als 30° S-Br. erreicht worden war, verliels „G. F. Muntz“ in 24° W-Lg die 
südliche Halbkugel. . 
Sehr günstig verlief für die Bark in nördlicher Breite der Uebergang von 
einem Passatgebiete zum andern. Gleich nördlich von der Linie nahm der 
SE-Passat eine östlichere Richtung an und wurde flauer, doch sank er nicht 
unter die Stärke 2, In der Nähe von 1° N-Br traten mehrere heftige Regen- 
schauer auf, in etwa 3° N-Br drehte der Wind nordöstlich, und so war in 
dieser Weise der sehr bald auffrischende NE-Passat erreicht. Von 3,5° bis 
nach 13° N-Br hin herrschte sehr kräftiger Wind, nördlich von der letzteren 
Breite wehte nur leichte Briese, und in 18° N-Br sank dieselbe fast zur Stille 
herab. Schon in dieser Breite und 50,5° W-Lg lag die polare Grenze des 
Passatgebietes. „GG. F. Muntz“ kreuzte 10° N-Br in 37,8° W-Lg am 20. Fe- 
brugr, 20° N-Br in 53,5 W-Lg am 2. März und 30° N-Br in 69° W-Lgy am 
11. März. Am. 15, März überstand die Bark in 36,5 N-Br und 71° W-Lg einen 
heftigen, aber nur kurze Zeit anhaltenden Weststurm. Es war dieses der einzige 
Sturm, welcher auf der ganzen Reise angetroffen worden war.. Am 23. März 
erhielt die Bark einen Lotsen für Boston und wurde noch au demselben Tage 
der Hafen erreicht. Die Reisedauer von der Sunda-Strafse ab war 99 Tage. 
Am 19, September 1877, als die Bark auf einer Reise von Newport nach 
Hongkong begriffen war, wurde in 50° N-Br und 10° W-Lg die Führung des 
Journals abermals begonnen, Ein beständiger Ostwind förderte von hier aus 
zunächst in recht befriedigender Weise die Fahrt. Nur zwischen 33° und 
30° N-Br herrschte an zwei Tagen leichter Westwind, der eine Verzögerung 
verursachte. Nachdem jedoch in 30° N-Br und 19° W-Lg der Wind durch Nord 
nach N-E gedreht und so zum Passat geworden war, nahm die Reise wieder einen 
raschen Fortgang. „G. FF. Muntz“, welcher 40° N-Br in 17° W-Lg am 24, Sep- 
tember und 30° N-Br in 19° W-Lg am 29. September überschritten hatte, ge- 
langte von dem zwischen 29° und 21° N-Br recht kräftig herrschenden Passate 
getrieben, auf der östlich der Kap Verde-Gruppe nach Süden führenden Route 
nach 20° N-Br in 20,3° W-Lg am 3. Oktober und nach 10° N-Br in 
21;8° W-Lg am 11. Oktober. Schon in 14,7° N-Br und 21,1° W-Lg hörte 
der Passat zu wehen auf; unbeständige östliche Winde blieben dann noch 
herrschend bis nach 10° N-Br in 22° W-Lg, wo man sich am 11. Oktober be- 
fand. Südlich von dieser Breite traf die Bark an den nächsten 3 Tagen Mallung 
und endlich setzte in 9° N-Br der SW-Monsun und zugleich eine beträchtliche 
östliche Strömung ein. In 16,2 W-Lg und 2,6° N-Br wurde am 21. Oktober 
gewendet, und 2 Tage später konnte man in 18,8° W-Lg den Aequator über- 
schreiten, 
Einen Tag später als „&. F. Muntz“, stand in nahezu derselben Länge die 
auf einer Reise von Cardif” nach Singapore begriffene eiserne Bremer Bark 
„Armin“ auf dem Parallel von 50° Nord. Dieses Schiff verfolgte, abweichend 
von dem „G. F. Muntz“, die Route westlich der Kap Verde-Inseln. KEine ver- 
gleichende Zusammenstellung der beiderseits erzielten Resultate wird für See- 
leute von Interesse sein. 
Die Zurücklegung der Strecke zwischen 50° und 30° N-Br erforderte 
für „G. F. Muntz“ 9 Tage 16 Stunden, für „Armin“ 9 Tage 8 Stunden. Von 
hier aus, wo die beiden Routen sich trennten, war der Verlauf der Reisen der 
folgende. Es wurde zurückgelegt: Die Strecke zwischen 30° und 20° N-Br 
auf der westlichen Route in 6 Tagen 12 Stunden, auf der östlichen‘ in 4 Tagen 
Ann. d. Hydr., 1880, Heft IIT (März).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.