am
Man kreuzte 70° W-Lg in 39,6° N-Br am 20. September, 60° W-Lg in
40° N-Br am 24. September und 30° W-Lg in 48° N-Br am 10. Oktober. Am
19. Oktober erreichte „Joe Rauers“ die Mündung des Kanals. Die Reisedauer
war 31 Tage.
6. Reise der Bremer Bark „6. F. Muntz“, Kapt. L. Schulken.
Am 26. Mai 1876, nur einen Tag nach dem Verlassen der Rhede von
Cardiff, überschritt die nach Singapore bestimmte Bark „G. F. Muntz“ den
Parallel von 50° Nord. Der Wind, welcher hier frisch aus NW wehte, drehte
schon am nächsten Tage durch Nord nach NNE, und ohne dafs wieder eine
nennenswerthe Unterbrechung desselben eingetreten wäre, führte Wind aus
letzterer Richtung die Bark nach Süden und zum Gebiete des anscheinend in
31,5° N-Br und 19,5° W-Lg beginnenden Passats. Man kreuzte 40° N-Br in
16° W-Lg am 30. Mai, 30° N-Br in 20,2° W-Lg am 4. Juni, 20° N-Br in
24,3° W-Lg am 8. Juni und 10° N-Br in 23,8° W-Lg am 13. Juni. Der
zwischen 28° und 22° N-Br recht kräftig auftretende Passat erstreckte sich bis
nach 10° Nord; in dieser Breite betrat die Bark den Stillengürtel, in welchem
leiser östlicher Zug vorwaltete. Vier Tage waren erforderlich, um denselben
zu überschreiten; nach Ablauf derselben wurde in 6,3° N-Br und 22,8° W-Lg
der SE-Passat angetroffen, welcher den „&. F. Muntz“ am 21. Juni in 26,4°
W-Lg über den Aequator führte. Die Reise von 50° N-Br ab hatte nur eine
Dauer von 26 Tagen.
{m Südatlantischen Ocean gelangte „G. F, Muntz“ nach 10° S-Br in
29,3° W-Lg am 26, Juni, nach 20° S-Br in 35° W-Lg am 1. Juli und nach
30° S-Br in 26° W-Lg am 7. Juli. Die Grenze des SE-Passats lag in der
Nähe von 24° S-Br und 35° W-Lg. Hier etwa lief der in mäßiger Stärke
wehende Wind nordöstlich und bald nachher durch Nord nach West. Stetiger
Westwind herrschte danach für längere Zeit. Nur in der Nähe des ersten
Meridians fand man wieder östlichen, bis zum Sturme zunehmenden Wind. Am
18. Juli erreichte die Bark in 38,2° S-Br den Meridian von Greenwich; 27 Tage
später, als der Aequator überschritten worden war.
Beim Ablaufen der Länge hielt Kapt. Schulken sich in der Nähe des
Parallels von 40° Süd. Es wurde hier eine günstige Gelegenheit, die nur für
wenige Tage durch östlichen Wind gestört wurde, angetroffen. Auch mehrere
Stürme waren zu überstehen, doch erreichten dieselben keinen übermäfsig hohen
Grad der Stärke. Am 11. August, dem 24sten in östlicher Länge verbrachten
Tage, überschritt der „G. F. Muntz“ in 39° S-Br den Meridian von 80° Ost,
Auch östlich von dieser Länge hielten die günstigen Verhältnisse noch
an und schliefslich entwickelte sich in rechtlaufender Drehung aus vorher west-
lichem Winde der SE-Passat, ohne dafs eine nennenswerthe Störung diesen
Uebergang begleitete. In 25° S-Br und 101,5° O-Lg schien die Grenze des
Passatgebietes zu liegen. Der Passat selber trat aufserordentlich kräftig und
beständig auf und führte daher die Bark in kurzer Zeit zur Sunda-Stralse, Es
war 30° S-Br in 100° O-Lg am 19. August, 20° S-Br in 103,5° O-Lg am
22. August und 10° S-Br in 105° O-Lg am 25. August überschritten worden.
Am 26. August kam Java Head in Sicht. Die Reisedauer von 50° NBr bis zu
diesem Punkte betrug 92 Tage.
Mit dem 14, Dezember beginnt wieder die Führung des meteorologischen
Journals, Das auf einer Reise von Manila nach Boston begriffene Schiff befand
sich damals, am 30. Tage der Reise, am südlichen Eingange der Sunda-Strafse.
Man fand hier bald den SE-Passat, und auf südwestlichem Kurse den Indischen
Ocean kreuzend, wurde 10° S-Br in 100° O-Lg am 16. December, 20° S-Br in
79° O-Lg am 24. Dezember und 30° S-Brin 37,5° O-Lg am 9. Januar 1877
überschritten. Den Meridian von 60° Ost kreuzte man am 31. Dezember in
24,6° S-Br und den von 30° Ost am 12. Januar in 32,8° S-Br. Auf den in
der Nähe von 24,5° S-Br und 61° O-Lg endenden regelmäfsigen Paszat folgten
für längere Zeit frische, aus hoch nördlicher oder südlicher Richtung wehende
Winde; Westlicher Wind, der aber auch dort nur für kurze Zeit herrschte,
wurde erst westlich von 30° O-Ly angetroffen.