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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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wurde die Mündung des Delaware-Flusses erreicht, nach einer von keinem 
nennenswerthen Sturme beunruhigten Reise von 40 Tage Dauer, 
In Philadelphia wurde die Bark mit Petroleum beladen und am 25. Sep- 
tember die Heimreise nach Stettin angetreten. Man traf auf derselben häufiger, 
und zwar besonders während des ersten Theiles östliche Winde an, als auf der 
Ausreise. Vorherrschend wehte der Wind jedoch aus hoch nördlicher oder 
südlicher Richtung. Winde aus der eigentlichen Westrichtung waren selten. 
Stürme wurden gar nicht angetroffen. Man kreuzte 70° W-Lg in 37,6° N-Br 
am 29. September, 60° W-Lg in 38,5° N-Br am 4. Oktober und 30° W-Lg in 
47° N-Br am 17. Oktober. Am 23, Oktober wurde der Kanal erreicht, nach 
einer Reise, deren Dauer 28 Tage betrug. 
5. Reise der Bremer Bark „Joe Rauers“, Kapt. E. Krause. 
Am 27. Februar 1879 verliefs die Bark „Joe Rauers“ den Hafen von 
Genua, um eine Reise nach Tybee als Orderhafen anzutreten. Leichte Gegen- 
winde hielten die Bark längere Zeit im Mittelmeer zurück, so dafs erst am 
10. März bei stürmischem ESE-Wind die Stralse von Gibraltar passirt werden 
konnte, Günstigere Verhältnisse wurden im Atlantischen Ocean angetroffen. 
Aus frischem Westwinde, bei dem am 16. März in 20° W-Lg der Parallel von 
30° Nord überschritten worden war, entwickelte sich hier rechtdrehend, ohne 
dabei eintretende Störung, der Passat, welcher später bis nach 55° W-Lg hin 
sehr kräftig wehte. In dieser Länge und 23° N-Br endete derselbe und bei 
meist aus südlicher und westlicher Richtung kommenden Winden mufste der 
lefzte Theil der Reise zurückgelegt werden. 
„Joe Rauers“ schnitt 30° W-Lg in 23,4° N-Br am 20. März, 60° W-Lg 
in 23,6° N-Br am 29. März und 70° W-Lg in 27,2° N-Br am 4. April. Am 
8, April wurde in 77,2° W-Lg 30° N-Br überschritten und am nächsten Tage 
auf der Rhede von Tybee geankert. Die Reise von Gibraltar ab hatte nur 
30 Tage gedauert. In 7ybee erhielt der Kapitän Order, die Reise nach Phila- 
delphia fortzusetzen. Dem entsprechend ging „Joe Rauers“ am 19, April wieder 
in See und am 26. April konnte auf dem Delaware-Flufse geankert werden. 
Die Bark wurde dann in Philadelphia mit Getreide beladen und verliefs am 
28. Mai die Flufsmündung, um nach dem in England liegenden Hafenplatze Lynn 
zurückzukehren. Bei vorherrschend aus günstiger Richtung wehenden, mäfsig 
starken Winden verlief diese Reise ruhig und ohne besondere Ereignisse auf- 
zuweisen. Es wurde 70° W-Lg in 38,8° N-Br am 31. Mai, 60° W-Lg in 
39,8° N-Br am 5. Juni und 30° W-Lg in 46° N-Br am 15. Juni erreicht. Am 
21. Juni, nach 24tägiger Reise, befand sich „Joe Rauers“ im Gesichtskreise der 
Lizard-Thürme. . 
Am 27. Juli trat die Bark von Lynn aus aufs neue eine Reise nach 
Nordamerika an. Von dieser führte der Anfang um die Nordspitze Schottlands 
and am 30. Juli befand „Joe Rauers“ sich in Sicht von Fair Island. Bei um- 
laufenden, nicht sehr kräftigen Winden segelte man von hier aus westwärts. 
Die Reise verlief anfänglich in ziemlich befriedigender Weise, nur zwischen 40° 
nnd 45° W-Lg wurde die Bark längere Zeit durch stürmischen NW-Wind auf- 
gehalten. Es wurde 30° W-Lg in 52,5° N-Br am 10. August und 50° W-Lg 
in 45,5° N-Br am 22, August überschritten. Westlich von der Neufundland- 
Bank fand man einen mehrere Tage anbaltenden kräftigen Ostwind, mit welchem 
der gröfste Theil des letzten Reiseabschnitts vollendet werden konnte. Es 
wurde 60° W-Lg in 44,5° N-Br am 26. August und 70° W-Lg in 40,2° N-Br 
am 29, August geschnitten. Am 1. September ankerte „Joe Rauers“ in der 
unteren Bai von New-York nach einer Reise, deren Dauer 33 Tage war. 
Am 18. September begann die nun mit Weizen beladene Bark abermals 
die Reise ostwärts über den Ocean. Das. Ziel war diesesmal Rouen. Man 
traf zu Anfang derselben häufig ungünstige Ostwinde, sie waren bis nach 50° 
W-Lg hin die herrschenden, Auch weiter ostwärts war östlicher Wind keine 
seltene Erscheinung, doch wehte derselbe dort meist aus hoch südlicher Richtung 
and war daher dem Fortgange der Reise nicht sehr hinderlich. Der Erwähnung 
werthe Stürme wurden überall nicht angetroffen.
	        
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