accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

149 
80 ungünstigen Verhältnissen ein. Der Wind wurde von jetzt an in seiner 
Richtung unbeständiger, er drehte mchrere Male rechtlaufend durch alle Kompafs- 
striche, dabei am längsten aus SE wehend. Bei diesen Verhältuissen. konnte 
man von einem regelmäfsigen NE-Monsun westlich von Formosa nicht mehr 
sprechen. „G. FF. Muntz“ überschritt im östlichen Theile des Stillen, Ozcans 
120° O-Lg in 21,9° N-Br am 25. März, 130° O-Lg in 26,5° .N-Br am 31. März 
und 140° O-Lg in 28,5° N-Br am 5. April. Nach dem letzteren Tage herrschte 
für kurze Zeit noch wicder östlicher Wind, doch war im Ganzen die Gelegenheit 
jetzt fortwährend günstig und von 35° N-Br in 147° O-Lg an, wo man sich 
am 9. April befand, verlief die Reise in rascher ungestörter Weise. Am 17. April 
überschritt „G. F”. Muntz“ in 41° N-Br den Meridian von 180°, am.23. April 
den von 150° West in 45° N-Br und. am 1. Mai erreichte die Bark die Rhede 
von Astori«. Die Reise von Hongkong her war in 47 Tagen, von der Südspitze 
Formosas ab in 36 Tagen zurückgelegt worden. 
. Am 14. Juvi ging der „G. F. Muntz“ wieder in See, um nach Liverpool 
zu segeln. Bei den im Sommer an der Küste. von Oregon ‚und . Californien 
regelmäfsig wehenden NW-Winden verfolgte die Bark einen. nahezu recht- 
weisenden Südkurs. Mit dem Vorrücken nach Süden holte der Wind mehr und 
mehr nördlich und ging schliefslich in der Nähe von 27° N-Br und 126,5° W-Lg 
in den NE-Passat über, der sich bis nach 14,6° N-Br in 120,7° W-Lg erstreckte. 
Dort endete der vorher noch ganz frische Wind plötzlich, und nachdem eine 
Wache hindurch Mallung geherrscht hatte, setzte wieder ebenso plötzlich frischer 
SW-Monsun ein. Es wurde dann über B. B.-Bug beim Winde gesegelt, bis 
116,5° W-Lg in 7,5° N-Br erreicht war.. Hier, wo der Wind die rechtweisende 
Südrichtung angenommen hatte, wurde gewendet; südwestwärts segolnd erhielt 
man sehr bald raumeren. Wind und konnte am 7. Juli in 121,5° W-Lg den 
Aequator überschreiten, . . . 
Die Strömungen, welche man südlich vom Passatgebiete beobachtet 
hatte, folgten dem Winde... Der östliche Strom im Gebiete des SW-Monsuns 
hatte ziemlich regelmäfsig eine Stärke von 20 Sm im Etmale.. Der Weststrom 
erreichte zwischen 3,5° N-Br und der Linie eine bedeutend gröfsere. Ge- 
schwindigkeit; durch ihn wurde „G. FF. Muntz“ in 2 Tagen 127 Sm nach WzS 
versetzt. 0 
Es war 40° N-Br in 126,7° W-Lg am 16. Juni, 30° N-Br in 126,8° W-Lg 
am 21. Juni, 20° N-Br in 123,8° W-Lg am 25. Juni und 10° N-Br in 118,6° 
W-Lg am 30. Juni gekreuzt worden, 
Der Passat der südlichen Halbkugel zeigte sich dem Weiterkommen des 
Schiffes insofern wenig günstig, als derselbe nur flau und unbeständig war, 
doch wehte er andererseits aus ziemlich raumer Richtung. Sein Gebiet er- 
streckte sich bis nach 26° S-Br in 123,7° W-Lg;. dort lief der Wind, welcher 
hier sehr frisch wehte, zuerst nordöstlich und kurze Zeit nachher durch. Nord 
nach West. Auf. der ganzen Strecke zum Kap Horn behielt der Wind dann 
fast ununterbrochen die westliche Richtung bei und war hier nur der Umstand 
ungünstig, dafs er häufig zu südlich und zu stürmisch war, um ein bequemes 
Segeln auf direktem Kurse zu gestatten, „G. F. Muntz“ kreuzte 10° S-Br in 
122,8° W-Lg am 13. Juli, 20° S-Br in 124° W-Lg am 18. Juli, 30° S-Br in 
122,5° W-Lg am 23. Juli, 40° S-Br in 115,5° W-Lg am 28. Juli und 50° S-Br 
in 106,3° W-Lg am 6. August. Am 15. August wurde die Länge des Kap Horn 
passirt, 39 Tage später als die Linie überschritten worden war. . 
Am 16. August wurden in 56,4° S-Br und 63° W-Lg zwei hohe Eisberge 
gesehen. „G. F. Muntz“ traf im Südatlantischen Ocean eine sehr günstige 
Gelegenheit. Westliche Winde herrschten bis nach 40° S-Br, dann bis nach 
30° S-Br ebenso günstige Süd- und SE-Winde und auch die Strecke von 30° 
nach 20° S-Br, auf welcher die herrschenden Nordwinde oftmals. so langen 
Aufenthalt verursachen, konnte bei SW-Wind, aus dem sich in der Nähe von 
25,5° S-Br und 28° W-Lg ohne Störung der SE-Passat entwickelte, leicht 
zurückgelegt werden. 
Kräftiger Passat begleitete den „GC. F, Muntz“ schliefslich bis zur nörd- 
lichen Halbkugel. Man schnitt 50° S-Br in 47,5° W-Lg am 20. August, 
40° S-Br in 36,5° W-Lg am 25. August, 30°. S-Br in 30,4° W-Lg am 30. August, 
20° S-Br in 29° W-Lg am 4. September und 10° S-Br in 28,4° W-Lg am
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.