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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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in 21 Tagen zurückgelegt worden. „Undine“ kreuzte den ersten Meridian in 
42,3° S-Br am 29. November. 
Beim Ablaufen der Länge hielt „Deutschland“ sich zwischen 41° und 
42° S-Br, wo fast nur günstige Westwinde angetroffen wurden. Au zwei Tagen 
traten dieselben als heftige Stürme auf. Am 26, Dezember, nur 18 Tage 
später, als man östliche Länge erreicht hatte, kreuzte „Deutschland“ in 40,3° 
S.Br den Meridian von 80° Ost. „Undine“ überschritt diesen Längengrad am 
18. Dezember. 
Beim Aufsteuern nach Norden fand „Deutschland“ schon in 37° S-Br und 
87° O-Lg frischen Wind aus Südost, der zwar in 28° S-Br und 90° O-Lg, wo 
das Gebiet des eigentlichen Passates zu beginnen schien, noch zeitweilig wieder 
sehr flau wurde, seine Richtung indessen unverändert beibehielt. Auf der 
Strecke zwischen 26° und 11° S-Br wehte sehr frischer, beständiger Wind; 
nördlich von der letzteren Breite nahm die Stärke desselben ab und in 8° S-Br 
und 88,8° O-Lg lag die äquatoriale Passatgrenze, Auf den Passat folgte eine 
nur kurze Zeit anhaltende Windstille, und nach dieser kam kräftiger West- 
monsun, der zwischen 6,5° S-Br und der Linie fast stürmisch auftrat, durch. 
„Deutschland“ überschritt 30° S-Br in 89,6° O-Lg am 2, Januar, 20° S-Br in 
39,1° O-Lg am 7. Januar, 10° S-Br und 89° O-Lg am 10. Januar, und den 
Aecquator in 89,8° O-Lg am 13. Januar. Die günstige Gelegenheit, welche 
„Deutschland“. auf diesem Theile der Route traf, ermöglichte es, den Verlust 
gegen den Mitsegler „Undine“ beinahe wieder gut zu machen; „Deutschland“ 
erreichte nur einen Tag später, als das letztgenannte Schiff, die Linie. 
Auch auf nördlicher Breite hielten die günstigen Verhältnisse für 
„Deutschland“ an. Der hier als mälsige Brieso auftretende Südwestwind drehte 
in der Nähe von 2,5° N-Br und 91° Ö-Lg, ohne dafs Mallung eintrat, durch 
S nach SE und nahm dann gleich wieder zu an Stärke. In 8° N-Br wehte es 
aus SE fast stürmisch. Am 17. Januar befand „Deutschland“ sich in 13° N-Br 
und 91° O-Lg; an diesem Tage lief der Wind um nach Nordost, und bald 
wehte von daher ein heftiger, nabezu orkanartiger Sturm, der bis zum Mittage 
des 18. Januar anhielt. Der Regen fiel während der Dauer desselben in 
Strömen, und unaufhörlich fanden elektrische Entladungen statt. Der Luftdruck 
erreichte um 4" a.m. des 18, Januar mit 752,7mm seinen niedrigsten Stand. 
Vögel, die vom Sturme verschlagen waren, kamen schutzsuchend an Bord des 
Schiffes. Nachdem der Sturm ein Ende genommen hatte, wehle an den 
folgenden Tagen leichter Ostwind, der so raum war, daßls Kurs bei demselben 
westeuert werden konnte. In 17,2° N-Br und 91,5° O-Lg, wo „Deutschland“ 
sich am 21. Januar befand, kam hoch nördlicher Wind durch, mit dem nach 
Osten gesogelt wurde. Am 23. Januar wurde das Alguada-Feuer erblickt, und 
am 25. Januar in der Nähe der Rangoon-Lotsenstation geankert. Die Reise- 
dauer vom Kanale ab betrug 103 Tage. 
Am 19. Februar 1879 trat „Deutschland“ von Rangoon aus die Heim- 
reise nach Zuropa an. Während der ersten 4 Tage der Reise segelte man bei 
leichten, vorherrschend aus nordwestlicher Richtung kommenden Winden. In 
11,5° N-Br und 94,5° O-Lg fand „Deutschland“ sehr schwachen NE-Monsun, 
mit welchem am 25, Februar der Zehngrad-Kanal durchsegelt wurde. 
Südlich von 7° N-Br drehte der Wind nach Norden, und noch weiter 
südwärts nach NW und WNW. Bei frischer Briese aus letzterer Richtung wurde 
am 4. März in 88,7° O-Lg der, Aequator überschritten. 
Auch südlich der Linie wehten für längere Zeit ziemlich beständige, 
leichte Westwinde; sie wurden kräftiger und liefen gleichzeitig südlich, nach- 
dem 9° S-Br überschritten worden war. Am 11., 12. und 13. März machte 
„Deutschland“ zwischen 10° und 11° S-Br und 91° und 90° O-Lg sehr unge- 
stümes Wetter durch. Wahrscheinlich befand sich das Schiff hier am Raude 
eines Orkanfeldes. Das Barometer fiel bis 752,7 mm. Den heftigsten, die Stärke 10 
erreichenden Wind beobachtete man aus WSW um 8a, m, des 13. März. Als 
das Wetter sich beruhigt hatte, kam der Passat durch, dessen Grenze in 10° 
8-Br und 90° O-Lg am 14. März überschritten wurde. „Deutschland“ segeltc 
mit demselben südwestwärts und kreuzte 20° S-Br in 73° O-Lg am 21. März, 
den Meridian von 80° Ost in 16,5° S-Br am 19. März, wie den von 60° Ost 
in 26,5° S-Br am 25. März.‘ Am letzteren Tage gerieth das Schiff abermals in 
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