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In dem vorstehenden Diagramm ist dieses Verhältnifs bildlich dargestellt.
Im Monat Mai, an der sibirischen Küste von 60° N-Br und 170° O-Lg bis
62° N-Br und 180° Lg, haben noch die nördlichen und nordöstlichen Winde
ein entschiedenes Uebergewicht. Die winterliche Luftdruckvertheilung ist noch
vorhanden. Der über Asien lagernde hohe Druck bedingt auf dem Meere in
der Nähe der ostsibirischen Küste nördliche und nordöstliche Winde,
Im Monat Juni haben sich die Verhältnisse vom Kap Navarın bis zur
Bering-Strafse denjenigen des Mai ganz entgegensetzt gestaltet;- denn südliche
Winde haben jetzt die Oberhand gewonnen und die raschere Erwärmung des
Landes, als die des Wassers scheint sich geltend zu machen.
Die Beobachtungen des Juni -in der Bering - Strafse geben ein von dem
Ebengesagten abweichendes Bild, denn die Nordwinde treten mit einem sehr
hohen Prozentsatze auf; allein dieses Resultat beruht nur auf 12 Beobachtungs-
tagen, und kann ihm deshalb kein Gewicht beigelegt werden,
Der Monat Juli bildet gewissermafsen einen Uebergang von den Verhält-
nissen des Frühsommers zu jenen des Herbstes. Die nördlichen Winde werden
wieder häufiger, die südlichen treten seltener auf, als im vorhergehenden Monate,
Im August bis Oktober sind im Polarmeer, sowohl an der amerikanischen,
als an der sibirsschen Seite, Nordwinde die vorherrschenden, westliche und öst-
liche Ablenkungen fast gleichmäfsig vorhanden und SW-Winde am seltensten,
Hieraus läfst sich im allgemeinen mit Bezug auf Druckvertheilung schliefsen, dafs
der mittlere Luftdruck südlich der Bering-Strafßse geringer ist, .als nördlich
derselben, und über Amerika geringer, als über Asien,
Südlich der Bering-Strafse, im Bering-Meere zwischen 170° und 172° W-Lg,
bis zu den Alöuten sind nach der Tabelle, vorletzte Reihe, in der letzten Hälfte
des. Oktober südliche und westliche Winde scheinbar die vorherrschenden,
Der hohe Prozentsatz aber, den .die Südwinde hier aufweisen, rührt lediglich
davon her, dafs diese Winde,. wenn sie auftraten, als Gegenwinde das Schiff
aufhielten und im Vergleich zu den günstigen nördlichen Winden zu häufig
notirt wurden. Mit Bezug auf die Beobachtungen auf der Hinfahrt an der
sibirischen Küste und im Polarmeer liegt der eben angedeutete Uebelstand nicht
vor, weil das Schiff, dem Walfischfang obliegend, fast mit allen Winden nur
kreuzte.
Um nun auch für den letzten Abschnitt ein genähert richtiges Bild zu
erhalten, scheint es geboten, für jeden Breitengrad, der zurückgelegt wurde,
eine bestimmte Anzahl, beispielsweise nur zwei Beobachtungen gelten zu, lassen,
und zwar die erste und die letzte. Die so abgeleiteten Prozente der Wind-
häufigkeit sind folgende:
N NE E SE S SW W NW Stillen
in 39 Tagen mit 93 Beob.: 17 21 10 10 10 3 12 12 9
Es mufs indefs darauf aufmerksam gemacht werden, dafs die östlichen
Winde namentlich iu dem nördlichen, die westlichen aber im südlichen Theile
des Feldes herrschen. Theilt man die ganze Strecke in zwei Zonen, 1) von
64° bis 59° N-Br und 2) von 59° N-Br bis zu den Alöuten, so erhält man als
Prozente der Windhäufigkeit folgende Werthe: .
64°—59° N-Br { N NE E SE S SW W NW Stillen
17 Tage, 43 Beob, 18 30 10 12 1216 5 7 2 0
59° N-Br bis Alöuten $. 4,
De ner bis Alten | 44 20 10 8 6 2 16 20 4
1.
Veränderliche Winde sind in der Zusammenstellung absichtlich ver-
nachläfsigt.
Windstillen sind in den hohen Breiten zur Sommerzeit eine grofse Plage
für die Walfischfahrer. Dafs sie sehr oft auftreten, ist aus der Tabelle ersicht-
lich, namentlich sind sie häufig im Juni und Juli zur Zeit der vorherrschenden
Südwinde und im September an der amerikanischen Küste,
. Stürme waren zu dieser Zeit selten, und wenn dieselben auftraten, nie
sehr schwer. Am häufigsten waren die Stürme im Oktober. Im westlichen
Theile des Polarmeeres waren 17% von den 96 beobachteten Winden Stürme,
mit der mittleren Stärke 8,5. Beim Durchsegeln der Bering-Strafse im Oktober