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welchem geschossen wurde, dann aber noch wenigstens auf zwei 90° von ein-
ander gelegenen Kardinalstrichen und ein oder zwei Interkardiualstrichen aus-
geführt wird.
4. Sobald als möglich ist nach jeder Schiefsübung eine genaue Deviations-
bestimmung aller Kompasse auf dem Sturmdeck, also des Thomson’schen
Kompasses, des Regelkompasses und der beiden Steuerkompasse vorzunehmen;
dabei ist anzugeben, welche Stellung die Thürme während der Deviations-
bestimmung hatten und nach welcher Richtung (mit Sonne oder gegen Sonne)
das Schiff geschwungen wurde,
5. Nächst diesen Beobachtungen sind die Bestimmungen der horizontalen
Intensität am wichtigsten. Um aus den heobachteten Schwingungen den Koeffi-
cienten 4 und die einzelnen Theile von © ermitteln zu können, mul die Deviation
und der Kurs genau bekannt sein, ein Umstand, den man sich stets vergegen-
wärtigen mufs, wenn man diese Ermittelungen an einem anderen Orte als an
dem eines Kompasses anstellt. Weiß man mit dem Deviationsmagnetometer
nicht genau und sicher umzugehen, so tihut man in dem vorliegenden Falle
besser, die Nadel in dem Kompafskessel auf der Pinne des Kompasses schwingen
zu lassen; dieses Verfahren hat sogar den Vorzug, dafs die Schwingung am
eigentlichen Orte der Kompafsrose, nicht unmittelbar über demselben, wie beim
Deviationsmagnetometer, stattändet. Gestatten es die Verhältnisse, d. h. hat das
Schiff nicht zu viel Schlagseite; giert es nicht zu sehr und liegt es sonst ruhig
genug, so mufßs eine Bestimmung der Horizontal-Intensität bei jeder Deviations-
bestimmung vorgenommen werden; was sonst bei diesen Beobachtungen zu
berücksichtigen ist, findet sich ‘genauer in den Handbüchern über Schiffs-
magnetismus.
6. Kann man außer den Beobachtungen der Horizontal-Intensität auch
die Vertikal-Intensität bei jeder Deviationsbestimmung beobachten, so ist dies
sehr zweckmäfsig und werthvoll, aber nicht so wichtig, wie die übrigen Be-
obachtungen. Ebenso ist es erst in zweiter Linie von Werth, Intensitäts-
Beobachtungen an auderen Orten, als an denen der Kompasse, anzustellen.
Bemerkungen über die Windverhältnisse in der Umgebung
der Bering-Strafse.
Von Kapt. P. F. A, Hegemann.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Die Resultate einer Reihe der von mir in den Jahren 1861, 1864, 1865,
1866 und 1868 über die Winde im Bering-Meere u. 8. w. an Bord gemachten
Beobachtungen sind in der beigegebenen 'Fabelle niedergelegt. Diese Tabelle
enthält die Prozente der Häufigkeit der acht Haupt-Windrichtungen, nebst
deren mittleren Windstärken, den Prozenten der Windstillen und Stürme und
Bemerkungen über die Drehung des Windes. In den beiden letzten Spalten
ist noch die häufigste und seltenste Windrichtung nach 16 Strichen aufgeführt.
Die gegebenen Richtungen sind als ganz zuverlässig zu betrachten,
während die Genauigkeit der Windstärken zu wünschen übrig läfst.
Im Journale wurde von mir s. Z. die Stärke des Windes wörtlich mit
leichtem, mäfsigem, starkem Winde, Sturm u. s. w. bezeichnet, woraus für die
Zwecke der Tabelle die Bezeichnung nach Beaufort abgeleitet wurde.
Die den Angaben der Tabelle zu Grunde liegenden Beobachtungen wurden
in den Monaten Mai, Juni, Juli, August, September und Oktober der Jahre
18651, 64, 65, 66 und 68 angestellt. Die Gesammtzahl derselben beträgt 3950
und umfalst 755 Beobachtungstage. Die verschiedenen Gegenden und Monate,
in denen die Beobachtungen stattfanden, sind, wie folgt, übersichtlich zusammen-
gestellt:
Von Kap Olgoatorsky in 60° N-Br und 170° O-Lg bis auf die Höhe vom
Kap Navarin. Monat Mai (81 Tage).
Von Kap Navarin, Golf St, Kreuz, bis Bering- Strafse. Monat Juni
(125 Tage).