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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Diese Ergebnisse stehen in einem merkwürdigen Widerspruch zu den 
Angaben der Tabelle unter No. 34 und 35. Die Schwächung des Magnetismus 
der Kompensationsmagnete liels eine beträchtliche Vergröfserung von B und 
ein Konstantbleiben oder eine sehr geringe Vergröfserung von C erwarten, da 
von den zehn verwendeten Magneten vier in der Richtung der Kiellinie und 
sechs nur um 6° zu derselben geneigt lagen. Es ist aber eine Vergröfserung 
von B um nur 0,49°, also nur einen kaum nennenswerthen Betrag und eine sehr 
beträchtliche Aenderung von C, aber nach der entgegengesetzten Richtung ein- 
getreten. Der durch die Schwächung der Kompensationsmagnete entstandene 
Kinflußs auf die Koefficienten B und € ist also durch andere Einflüsse bedeutend 
überwogen worden. Berücksichtigt man ‚die lokalen Verhältnisse, so werden 
diese Thatsachen nicht mehr auffallend erscheinen. Der dicht unter dem Kom- 
paßs stehende vordere Panzerdrehthurm ist — wie bereits erwähnt — mit zwei 
Geschützen aus Gufsstahl von je 22 Tonnen Rohrgewicht armirt. Die obere 
Thurmfläche ist ca 2,7 m, der Thurmmittelpunkt ca 5,5 m von .dem Kompafs ent- 
fernt. Die Geschütze stehen in schweren eisernen Lafetten. Jedes Geschütz- 
rohr und jede Lafette wirkt zunächst selbständig als Magnet. Diese Wirkung 
kann bei den Geschützrohren sowohl durch den verschiedenen Zustand der Er- 
wärmung, wie auch durch die Erschütterungen des Schiefsens geändert werden; 
ähnlich wird auch der magnetische Zustand der Lafetten Aenderungen durch die 
Erschütterungen des Schielsens ausgesetzt sein. Von ebenso grofem Einflufs 
auf den Kompafs vor dem Dampfruder werden vielleicht die Aenderungen sein, 
welche der Panzerdrehthurm selbst durch die Erschütterungen des Geschütz- 
feuers erfährt. Derselbe besteht aus einem Eisengerüst, ist an den Seiten mit 
ginem Eisenpanzer von 26 cm Stärke umgeben und oben mit einer dünnen Decke 
aus Walzeisen versehen. Das Eisen der Thurmbalken, besonders aber das des 
Panzers und der oberen Decke ist weicher, als das von Geschützen und Lafetten 
and deshalb den Einflüssen der magnetischen Induktion zugänglicher, wenn 
schon dieselbe auch wieder rascher verschwinden mufs, sofern nicht etwa das 
weiche Eisen durch die Erschütterungen eine Aenderung seiner Struktur erfährt, 
Ruft man sich die allgemein bekannte Thatsache ins. Gedächtnifs, dafs jeder 
Bolzen aus weichem Eisen dadurch zu einem Magneten wird, dafs man ihn in 
die Richtung des magnetischen Meridians legt und hämmert, so wird sofort 
klar werden, wie mächtig die magnetische Induktion der Erde auf den Thurm, 
die Lafetten u. s. w. wirken mufßs, während er den äufserst heftigen Schlägen 
and Erschütterungen ausgesetzt ist, welche von den Lafetten beim Schiefsen 
auf ihn ausgeübt und über- 
ragen werden. Nehmen wir 
an, der Thurm stände beim 
Schiefsen mit seiner Geschütz- 
achse fest in der Richtung des 
magnetischen Meridians, 80 
müfste sich seine Polarität, 
wie in der nebenstehenden 
Figur VII dargestellt, gestal- 
ten; der ganze hintere und 
obereTheil würde Südpolarität, 
der vordere und untere Nord- 
polarität haben; in der Nähe 
der Punkte p und pı würden 
die Polaritäten am meisten ent- 
wickelt, auf der rechtwinklig 
zur magnetischen Inklination 
(dieselbe ist zu 68° angenom- 
men) liegenden neutralen Linie 
würde sie Null sein. Da der 
Thurm drehbar ist und das 
Schiff seinen Kurs ändert, ist 
die Richtung des Thurmes zum 
magnetischen ‚Meridian aber 
Figur V1..
	        
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