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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Mitte befindlicher Hohleylinder ist mit einer Skala versehen, welche Entfernungen 
von der Rose angieht. Zwei Magnetpaare, von denen das eine querschiffs, das 
andere längsschifis liegt, sind auch hier vertikal verschiebbar. Die quadrantale 
Deviation kann durch Hohlkugeln, oder durch Cylinder aus weichem Kisen be- 
seitigt werden. Die Kompensirung kann mit derjenigen Genauigkeit, welche, 
wenn Eile geboten ist, ausreicht, in folgender Weise schr einfach erreicht 
werden. ; 
Man legt das Schiff magnetisch Nord oder. Süd an, verschiebt die Quer- 
schiffsmagnete, bis die Deviation beseitigt ist, und wiederholt diese Prozedur auf 
magnetisch Ost oder West, indem man die Längsschiffsmagnete bewegt. Jetzt 
legt man das Schiff auf einen Interkardinalpunkt und verschiebt die Korrektoren 
aus weichem Eisen, bis auch hier die Doviation verschwunden ist. Der Kompafs 
ist hiermit kompensirt. Genauer wird die Kompensirung nach einer anderen 
Methode ausfallen, welche von Sir William Thomson empfohlen wird, und 
deren Anwendung in allen Fällen zweckmäfsig ist, bei denen es nicht an Zeit 
für die Kompensirungsarbeiten ‘gebricht. Bei Anwendung dieser letzteren 
Methode wird zunächst die Deviation genau bestimmt, aus derselben werden die 
Koefficienten ermittelt und dann zuerst der Koefficient D oder die quadrantale 
Deviation kompensirt. Erst nachdem dies geschehen ist, findet die Kom- 
pensirung der Koefficienton B und C in der für die erste Methode beschriebenen 
Weise statt. - 5 . 
Wir gehen nunmehr zu den gewonnenen Erfahrungen über. 
Die Thomson’schen Kompasse wurden überall da aufgestellt, wo die 
magnetischen Verhältnisse besonders schwierig waren, an Bord der beiden 
Schwesterschiffe „Preußen“ und „Friedrich der Grofßse“ vor dem Dampfruder, an 
Bord des „Friedrich Carl“ im gepanzerten Kommandothurme und an Bord des 
„Kronprinz“ auf der vorderen Kommandobrücke. Um die lokalen Verhältnisse 
zu veranschaulichen, sind die Schiffsskizzen Figur IV, V und VI beigefügt und 
die Kompafsorte in dieselben eingetragen. Für die Preufsen-Klasse war, der 
Gleichheit beider Schiffe wegen, nur eine Skizze erforderlich. 
Bevor wir die gemachten‘ Beobachtungen diskutiren, geben wir in der 
folgenden Tabelle eine Uebersicht über den magnetischen Charakter der einzelnen 
Schiffe, über die magnetischen Einflüsse an den verschiedenen Aufstellungsorten 
der Kompasse und über die Einflüsse, welche die Zeit auf den Schifsmagnetismus 
ausgeübt hat, soweit dies mit dem vorhandenen Beobachtungsmaterial möglich ist. 
Es wurden in dieser Zusammenstellung die Koefficienten nur nach Graden 
angegeben, weil die grofse Eile, mit welcher die Deviationsbeobachtungen an 
Bord der Schiffe des Uebungsgeschwaders aus Zeitmangel in der Regel angestellt 
werden mulfsten, eine Zuverlässigkeit höchstens in den Grenzen von einem Grad 
garantirt. Eine Unsicherheit in dieser Hinsicht tritt besonders bei den auf 
dem vorjährigen Geschwader gewonnenen Beobachtungsresultaten zu Tage und 
charakterisirt sich durch die schwankenden Werthe des Koefficienten A. 
Wo diese Werthe einen gröfseren Betrag, als einen Grad; erreichen, haben 
aufser Beobachtungsfehlern andere, nachträglich leider nicht festzustellende 
Ursachen mitgewirkt. Unter diesen Einflüssen stehen. die Gaussin’schen Nach- 
wirkungen, verursacht durch zu schnelles Schwingen des Schiffes bei der 
Deviationsbestimmung und ein verschiedenes Aufstellen der Kompassc, bei den 
verschiedenen Indienststellungen, in Bezug auf die Parallelität mit der Mittschiffs- 
linie, in erster Reihe.
	        
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