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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Dieses System, in Figur II veranschaulicht, wird getragen von vier Seiden- 
fäden oder feinen Kupferdrähten, welche von dem äufseren Alumivium-Ring 
nach den vier Enden der beiden äufsersten Nadeln laufen, wo sie in kleinen 
Augen befestigt sind. 
Das Gewicht der Aluminium-Buchse und des äufseren Ringes beträgt 
mit dem Hütchen zusamınen etwa 0,3 gr. Für eine Rose von 25,4cm Durch- 
messer beträgt das ganze auf der Iridium-Pinne ruhende Gewicht 11,7gr. 
2. Der Kompafskessel. Derselbe ist nach unten gewölbt und durch 
einen horizontal eingelegten Metallboden in zwei hermetisch getrennte Theile 
getheilt. Die Wölbung unter diesem Boden ist mit Ricinusöl nahe gefüllt, um 
den Kompafs möglichst horizontal zu balanciren. Um 
Figur II denselben Zweck zu erreichen, sind die Zapfen, in 
welchen der Kessel hängt, mit prismatischen Schneiden 
ausgerüstet, welche auf Metall-Lagern so ruhen, wie in 
Figur JII skizzirt ist. 
Die aufruhenden Spitzen der Prismen oder Schnei- 
den sind nicht messerscharf, sondern leicht abgerundet, 
ebenso die Spitzen des dreieckigen Ausschnittes, auf 
welchen sie ruhen. 
Der Kompafsdeckel schliefst genau mit einem Gummiring auf den Rand 
des Kessels und wird mit vier Schrauben auf diesem festgeprefst. 
Ueber den Zweck seiner Erfindung hat sich Sir William Thomson in 
einem Vortrage!) wie folgt geäußert: 
„Vor achtunddreifsig Jahren hat der Königliche Astronom Airy*) gezeigt, 
„wie sich die Einflüsse des Eisens im und am Schiffskörper auf den Kompals 
„durch Magnete und weiches Eisen beseitigen lassen. Theilweise wurde seine 
„Methode auf Kauffahrteidampfern sofort benutzt; im Laufe der letzten‘ zehn 
„Jahre ist sie nicht nur in der Handelsmarine, sondern auch in der englischen 
„und in verschiedenen anderen Kriegsmarinen allgemcin angewendet worden. 
„Einer vollständigen und genauen Anwendung von Airy’s Methode ist die 
„Gröfse der Magnetnadeln gewöhnlicher Kompasse hinderlich gewesen; diese 
„Gröfse macht einen wichtigen Theil der Methode, die Beseitigung des quadran- 
„talen Fehlers für alle Breiten, durch Placirung von weichem KEisen zu beiden 
„Seiten des Kompasses praktisch unmöglich,*) sie beschränkt den anderen Theil, 
„oder denjenigen, welcher in der Beseitigung der scmicirkulären Deviation durch 
„Anbringung von Magneten in der Nähe des Kompasses besteht,*) und kann 
„diese letztere Berichtigung sogar theilweise aufheben. Als ich vor fünf Jahren 
„von der „Royal Society“ aufgefordert wurde, eine biographische Skizze über 
„den verstorbenen Archibald Smith, und einen Bericht über seine wissen- 
„schaftlichen Arbeiten über den Schiffskompafs und den Schiffsmagnetiamus zu 
1) „Paper read to the Royal United Service Institution“, February 4% 1878, 
% George Biddell Airy, Astronomer Royal, veröffentlichte in den dreifsiger Jahren zuerst 
seine Versuche über Kompensirung der Deviation von Kompassen durch Magnete und weiches Eisen, 
Der Verf. 
3) Die Wirkung der Induktion, welche die Nadeln einer Rose auf die Korrektoren aus 
weichem Eisen ausüben können, ändert sich, wie Sir William Thomson anführt, mit dem Wechsel 
der magnetischen Breite; auf der nördlichen Erdhälfte kann sich deshalb bei einer Ortsveränderung 
nach Norden eine Ueberkompensirung, bei einer Ortsveränderung nach Süden eine Unterkompensirung 
herausstellen, wenn die Berichtigung des Kompasses in einem deutschen Hafen korrekt gewesen war. 
Dieser Einflufs wird sich im allgemeinen bei kurzen Nadeln weniger, als bei langen, also bei ge- 
wöhnlichen Kompassen mehr, als bei Thomson’schen bemerkbar machen. 
Es kann ferner, besonders bei Kompassen mit nur einer Nadel, die sich in den Beständen 
üer Kaiserlichen Marine übrigens nicht mehr vorfinden, durch zu grofse Annäherung der Korrektoren 
ans weichem Eisen ein oktantaler Fehler oder eine Deviation entstehen, welche 8 Maxima und 
8 Minima, 4 östliche und 4 westliche, hat. In einer Arbeit: „On the effect produced on the deviations 
of the compass by the length and arrangement of the compass-needles and on a new mode of 
correcting the quadrantal deviation“, by A. Smith and F. J. Evans — Philosophical Transactions 
3861 — sind in England über diesen Gegenstand erlangte Beobachtungsresultate enthalten, Danach 
kann der Fehler bei Kompassen, deren Rosen zwei Magnete haben, welche je 30° zur Seite der 
Nord-Süd-Linie liegen, sowie bei Rosen mit vier Magneten, von denen je zwei einen Abstand von 15° 
und 45° von der Nord-Süd-Linie haben, nicht leicht von Belang werden. Die Thom son’schen 
Kompasse müssen, der "Theorie nach, von diesem Fehler mehr, als alle Kompasse mit gröfseren 
Nadel frei sein, 
4) Die in der letzten Anmerkung erwähnte Arbeit von A. Smith und F, J, Evans enthält 
Versuchsresultate auch über diesen Gegenstand. Danach erzengt ein in zu grofser Nähe eines Kam-
	        
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